In Graz brodelt es – und das nicht nur wegen der letzten Schlagzeilen über die Olympischen Winterspiele 2026. Vor acht Jahren haben ÖVP und FPÖ sogar versucht, eine Bewerbung für die Spiele in der steirischen Landeshauptstadt durchzubringen. Damals hat die KPÖ mit über 11.000 Unterschriften eine Volksbefragung durchgesetzt. Doch wie es manchmal so geht, wurde die Volksbefragung letztlich abgesagt, weil das Österreichische Olympische Committee (ÖOC) seine Unterstützung für die Pläne überdachte. Ein Glück, könnte man sagen, denn die finanziellen Dimensionen sind gewaltig!

Die KPÖ warnt seit langem vor den horrenden Kosten, die mit einer Olympiabewerbung verbunden sind. Eine Machbarkeitsstudie schätzte die Kosten für die Spiele in Graz auf mindestens 1,1 Milliarden Euro – und das ist nur die Untergrenze! In anderen Städten haben die vorab errechneten Kosten im Durchschnitt um 179 Prozent überschritten. Das ist schon eine Hausnummer, die für sich spricht. Daniela Gamsjäger-Katzensteiner, die Finanzsprecherin der KPÖ im Grazer Gemeinderat, macht klar, dass realistische Wahlkampfversprechen und die finanziellen Schwierigkeiten der Städte nicht miteinander zu vereinbaren sind.

Widerstand gegen die Olympiabewerbung

Stadträtin Elke Kahr hat bei einer Pressekonferenz klar Stellung bezogen und angekündigt, dass Unterschriften für eine Volksbefragung gesammelt werden sollen. Um die Volksbefragung durchzuführen, sind mindestens 10.000 gültige Unterschriften von Grazer Bürgerinnen und Bürgern nötig. Doch Bürgermeister Nagl plant, Graz als „Host City“ zu bewerben, ohne diese Befragung durchzuführen. Kahr bringt es auf den Punkt: Eine finanzielle Entscheidung wie diese sollte nicht ohne das Einverständnis der Steuerzahler getroffen werden!

Die prognostizierten Kosten für die Olympischen Spiele in Graz betragen mittlerweile sogar 1,2 Milliarden Euro – das ist mehr als das gesamte Grazer Budget für ein Jahr! Und während die Stadt um jeden Euro kämpft, um den Bürgerinnen und Bürgern ein lebenswertes Zuhause zu bieten, fordern die Kosten für die Bewerbung zwischen 8 und 9 Millionen Euro. Bei einer 5-Prozent-Sperre bei Subventionen, die 1 bis 2 Millionen Euro einsparen soll, zeigt Stadtrat Robert Krotzer, wie absurd diese Prioritäten sind.

Die Schattenseiten der Spiele

Die Erfahrungen anderer Städte mit Olympischen Spielen sind alles andere als ermutigend. Kahr hebt hervor, dass in Städten, die solche Events ausrichteten, die Lebenshaltungskosten und Mieten in die Höhe schossen. Ein Blick nach Tirol zeigt, dass dort die Bevölkerung sich gegen eine Bewerbung ausgesprochen hat, um nicht in die Schuldenfalle zu tappen. Auch LAbg. Claudia Klimt-Weithaler hat eine dringliche Anfrage an den Sport- und Finanzlandesrat angekündigt, um Informationen über die finanzielle Beteiligung des Landes an den Olympischen Spielen zu erhalten. Im Gespräch sind auch Kürzungen bei essentiellen Ausgaben wie Wohnbeihilfe und Mindestsicherung.

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Die KPÖ fordert einen klaren Fokus auf leistbare Wohnungen, Kindergärten, Schulen sowie auf Gesundheits- und Pflegeangebote. Das sind die Dinge, die den Bürgerinnen und Bürgern wirklich am Herzen liegen – und nicht der Glanz und Glamour einer Olympiade!

Ein Blick über die Grenzen

<pIm Gegensatz zu den Sorgen der Grazer könnte man meinen, dass die Spiele ein wirtschaftlicher Schub für die Region sein könnten. Deutsche Städte wie Berlin, München und Hamburg sind interessiert an einer Ausrichtung. Sportökonom Timo Zimmermann warnt jedoch davor, dass der wirtschaftliche Impuls oft überschaubar ist. Die Spiele erfordern hohe Investitionen, und die tatsächlichen Kosten übersteigen häufig das veranschlagte Budget erheblich. Dabei fließen über 50 Prozent der Kosten in die Infrastruktur, während der Rest für Organisation und Sicherheit draufgeht.

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) ist der größte Profiteur der Spiele. Es erhält Einnahmen aus medien- und werberechtlicher Vermarktung, gibt aber nur 40 Prozent an die Ausrichter zurück. Langfristige Perspektiven, wie die Modernisierung der Infrastruktur oder der Imagegewinn für die Stadt, werden oft übersehen. Doch für Graz bleibt die Frage: Ist der Preis, den man zahlt, wirklich gerechtfertigt?