Graz im Zeichen der Geothermie: Aufbruch zu nachhaltiger Wärmeversorgung
In Graz tut sich was! Das Projekt „Tiefenkraft“ von OMV und Energie Steiermark hat das Ziel, die Tiefengeothermie in der Region zu nutzen und damit den Fernwärmebedarf der Stadt nachhaltig zu decken. Bis zum Jahr 2037 soll die Hälfte des Grazer Fernwärmebedarfs aus dieser umweltfreundlichen Energiequelle stammen. Wahnsinn, oder? Die ersten seismischen Messungen sind bereits abgeschlossen – stolze 900 Kilometer wurden in sieben Bezirken untersucht. Das klingt ja fast schon nach einem Abenteuer! Jetzt läuft die Datenauswertung, und die Spannung steigt. Was können wir erwarten?
Ein wichtiger Schritt steht bevor: Die Erkundungsbohrung in St. Marein bei Graz. Die Vorbereitungen beginnen im September, und wenn alles nach Plan läuft, starten die Bohrungen Ende des Jahres. Ich kann mir gut vorstellen, dass viele Grazer die Daumen drücken. Bei einer erfolgreichen Bohrung plant man sogar den Bau einer Anlage, die bis in 4,5 Kilometer Tiefe reicht! Das wäre ein echter Fortschritt für die Region. Die ersten Wärmelieferungen könnten, wenn alles gut geht, bereits 2030 anlaufen.
Ein ehrgeiziges Ziel
Das Potenzial der Tiefengeothermie ist beeindruckend: Bis zu 670 Gigawattstunden Wärmeenergie jährlich ab 2037 könnten gewonnen werden. Das würde nicht nur die Abhängigkeit von importiertem Erdgas verringern, sondern auch ein großes Stück zur Vision der Stadt Graz beitragen, bis 2040 die komplette Heizwärme aus erneuerbaren Energien zu beziehen. Ein ambitioniertes Vorhaben, das jedoch nicht ohne Herausforderungen ist. Im Herbst 2022 stand das Projekt auf der Kippe, als OMV es wegen fehlender Beschlüsse der Stadt Graz stoppte. Ein Übernahmeangebot der Energie Steiermark für die Fernwärmesparte wurde abgelehnt. Doch jetzt scheint sich ein Lichtblick abzuzeichnen. Die Stadt Graz hat sich bereit erklärt, über zehn Jahre 35 Millionen Euro Risikoprämie zu zahlen und sichert sich damit die Abnahme der produzierten Wärme.
Das Investment beläuft sich auf insgesamt 500 Millionen Euro – das größte Einzelinvestment der Energie Steiermark. OMV hält 75 Prozent und Energie Steiermark 25 Prozent an der gemeinsamen Entwicklungsgesellschaft. Spannend, oder? Im Rahmen des Projekts sind auch zwei weitere Bohrungen zur Prüfung eines Aquifer Thermal Energy Storage (ATES) geplant. Da wird’s für die Energiemanager richtig aufregend!
Geothermie im internationalen Kontext
Geothermie ist eine faszinierende Sache. Sie ist die Wärmeenergie, die unter der Erdoberfläche gespeichert ist. Im tiefen Erdinneren herrschen Temperaturen von bis zu 6.000 Grad Celsius! Das ist schon ein bisschen wie Science-Fiction. Während in Ländern wie den USA, Island und Neuseeland bereits seit Langem Strom aus Geothermie gewonnen wird, beginnt auch Mitteleuropa, diese wertvolle Energiequelle zu nutzen. Hierzulande wird zwischen oberflächennaher Nutzung und Tiefengeothermie unterschieden. Um die Wärme für die Fernwärmenetze zu nutzen, sind jedoch tiefere Bohrungen notwendig, die hohe Temperaturen erreichen können. Wenn die Erdwärme einmal angezapft ist, steht sie unabhängig von Wetter und Jahreszeit zur Verfügung – einfach genial!
Es bleibt abzuwarten, wie sich das Projekt „Tiefenkraft“ weiterentwickelt. Eines ist sicher: In den nächsten Jahren wird Graz ein spannendes Experimentierfeld für nachhaltige Energieversorgung. Und wer weiß, vielleicht werden wir bald den ersten warmen Hauch von geothermischer Energie in unseren Heizungen spüren. Die Zukunft sieht vielversprechend aus!
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