Frischer Wind im Stadtarchiv: Matthias Lebegern und die digitale Zukunft Fürstenfeldbrucks
In Fürstenfeldbruck gibt es einen frischen Wind im Stadtarchiv! Matthias Lebegern hat die Leitung übernommen und bringt gleich mal frischen Schwung in die Sache. Der gute Mann pendelt jetzt von München nach Fürstenfeldbruck und hat sich in den letzten 15 Jahren, ja genau, so lange ist er schon mit der Stadt verbunden, durch seine Frau, die hierher stammt, bestens eingelebt. Zuvor war er zehn Jahre als stellvertretender Leiter im Stadtarchiv Freising tätig und hat dort schon reichlich Erfahrung in der Archivarbeit gesammelt. Wer sich mit Geschichte beschäftigt, hat da sicher schon mal von ihm gehört!
Die Hauptaufgabe von Lebegern besteht darin, die Digitalisierung voranzutreiben und die Bestände zu erschließen. Es gibt im Archiv rund 720 laufende Meter an Akten, Amtsbüchern und Urkunden, die nur darauf warten, wiederentdeckt zu werden. Wusstest du, dass nach Ablauf der Aufbewahrungsfrist nur 5-7 % der Verwaltungsakten ins Archiv gelangen? Das ist schon eine spannende Zahl. Vor allem, wenn man bedenkt, dass hier auch Stadtratsprotokolle und Material zu historischen Ereignissen wie dem Olympiaattentat 1972 lagern. Die historischen Akten des Klosters Fürstenfeld liegen übrigens im Bayerischen Hauptstaatsarchiv in München – ein bisschen schade, dass sie nicht alle direkt hier sind, aber man kann nicht alles haben.
Geplante Umstrukturierungen
Mit einem klaren Plan im Kopf will Lebegern die Aktenbestände neu strukturieren. Die neue Gliederung umfasst vier Zeitabschnitte: Vor 1806, das Königreich Bayern, die Räterepublik, Weimarer Republik und den Nationalsozialismus sowie die Besatzungszeit und die Bundesrepublik bis zur Gegenwart. Das Ziel dahinter? Die Bereitstellung von Akten für Archivnutzer zu erleichtern und die digitale Recherche vorzubereiten. In den nächsten fünf bis zehn Jahren plant er, die EDV so zu verbessern, dass man von zu Hause aus recherchieren kann – ein echter Fortschritt!
Ein spannendes Projekt von Lebegern ist die Fortführung eines Arbeitskreises zur Geschichte der Opfer des Nationalsozialismus. Er möchte das Stadtarchiv auch als Depositum für Vereinsarchive anbieten, damit Erinnerungen bewahrt werden. Schließlich kennt er sich bestens mit bayerischer Kirchengeschichte aus und hat in seiner Bachelorarbeit über die Militärseelsorge im Ersten Weltkrieg geforscht. Was für ein Thema, oder?
Digitale Zukunft im Archiv
Die Einführung der E-Akte wird ebenfalls Teil seiner Aufgaben sein – mit einem Vorlauf von etwa zehn Jahren, wie gesagt. Damit das alles funktioniert, brauchen die Rathäuser einen digitalen Zugang und eine sorgfältige Archivierung. Lebegern und sein Team, zu dem auch zwei Honorarkräfte gehören, arbeiten fleißig daran, die städtischen Verwaltungen zu digitalisieren. Der geplante „digitale Lesesaal“ wird es den Nutzern ermöglichen, von Zuhause aus zu recherchieren, was für viele eine riesige Erleichterung sein wird. Ziel ist es, einen „zielgenaueren Zugriff“ auf die Akten zu ermöglichen.
Abgesehen von seiner beruflichen Expertise, bringt Lebegern auch ein großes Herz für die Gemeinschaft mit: Er engagiert sich beim Roten Kreuz in der Katastrophenschutz-Einheit. Der Mann hat wirklich viele Talente! Und um das Ganze abzurunden, ist er verheiratet, hat eine Tochter und lebt in München. Wer weiß, vielleicht wird seine Tochter eines Tages auch in die Fußstapfen ihres Vaters treten und die Geschichte Fürstenfeldbrucks weiterleben lassen.
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