Das Marienkrankenhaus (MKH) in Vorau feierte kürzlich ein ganz besonderes Jubiläum: 150 Jahre medizinische Versorgung, Mitgefühl und Gemeinschaft. An diesem denkwürdigen Tag fand im Mehrzwecksaal der MS Vorau ein Festakt statt, der über 200 Gäste anzog. Kathi Wenusch führte durch das Programm, das mit musikalischen Darbietungen des Mitarbeiterchors, verstärkt durch zwei Chorherren und den ehemaligen Stiftsorganisten Gerhard Filsegger, untermalt wurde. Oberin Mirjam Schmedler und Geschäftsführer Bertram Gangl hießen Ehrengäste aus Politik, Wirtschaft, Kirche und öffentlichem Leben herzlich willkommen.
Die Feierlichkeiten wurden von Weihbischof Johannes Freitag bereichert, der den Vorauer Marienschwestern für ihren unermüdlichen Einsatz dankte und mit den Worten „Happy Birthday“ gratulierte. Auch Bürgermeister Andreas Geier sprach seinen Dank an die Mitarbeitenden des MKH aus, während Luca Geistler die Glückwünsche des Landeshauptmanns überbrachte. Landesrat Karlheinz Kornhäusl schloss sich diesen herzlichen Worten an und würdigte die Bedeutung des Krankenhauses. Historiker Peter Wiesflecker nahm die Gäste mit auf eine Reise durch die 150-jährige Geschichte des MKH, das 1876 von Barbara Sicharter gegründet wurde und seither einen unverzichtbaren Platz in der Region eingenommen hat.
Ein Blick in die Vergangenheit
Barbara Sicharter, eine bemerkenswerte Frau, die von 1829 bis 1905 lebte, und ihre Gefährtinnen gründeten 1865 eine Gemeinschaft in Vorau, die sich der Pflege von Kranken, Siechen, Armen und Alten widmete. In einer Zeit, als Frauen auf Ehe und Familie beschränkt waren, schufen sie einen eigenen Aktionsraum, der ihnen ein selbstbestimmtes und geweihtes Leben ermöglichte. Die Anfänge waren geprägt von Herausforderungen, doch die Gemeinschaft, die bald als „Blaue Schwestern“ bekannt wurde, wuchs rasch. 1876 gelang es Barbara Sicharter, ein eigenes Privatkrankenhaus für 16 Patientinnen und Patienten einzurichten, was den Grundstein für das heutige MKH legte.
Im Laufe der Jahre erlebte das MKH zahlreiche Erweiterungen und bauliche Veränderungen, um den steigenden Bedürfnissen der Bevölkerung gerecht zu werden. So wurden bereits 1880 Schwestern im Bürgerspital in Pöllau eingesetzt, und 1897 wurde auf Empfehlung des kaiserlichen Statthalters ein Verein zur Absicherung des Werkes gegründet. Auch die Gegenwart ist von Dynamik geprägt: Im Jahr 2025 wurden über 5.700 stationäre und mehr als 20.000 ambulante Behandlungen im MKH durchgeführt. Zudem laufen derzeit zwei Seligsprechungsprozesse, die den historischen und spirituellen Wert des Hauses unterstreichen.
Ein Krankenhaus der Zukunft
Bertram Gangl stellte beim Festakt ein neues Konzept zur Remobilisation vor, das die hervorragende Zusammenarbeit zwischen Innerer Medizin, Chirurgie und dem Notarztstützpunkt des Roten Kreuzes betont. Die gute Führung der Tageseinrichtungen für die Kinder der Mitarbeitenden trägt dazu bei, dass es im MKH keine Mitarbeiterprobleme gibt. Dies ist ein wichtiger Aspekt, der die Qualität der Arbeit und das Engagement des Teams hervorhebt.
Erika Thümel eröffnete zudem eine Dauerausstellung im Krankenhaus, die die Geschichte und die Entwicklung des MKH dokumentiert. Am folgenden Tag fand ein Tag der offenen Tür statt, der von über 200 Schülerinnen und Schülern sowie vielen Interessierten besucht wurde. Dies zeigt das große Interesse an der Geschichte und der Zukunft des Marienkrankenhauses, das weiterhin eine tragende Säule der medizinischen Versorgung in der Region bleibt.