Am 20. Juni wird der Stelzerhof am Burgstallkogel in Großklein zum Schauplatz eines ganz besonderen Festes: dem dritten Pride-Hoffest, organisiert vom Verein Queer Süd. Martin Zirngast-Fahrenberger und sein Mann, Bürgermeister Christoph Zirngast, laden alle ein, die Lust auf ein gemütliches Beisammensein haben. Und dabei ist es ganz egal, ob man Teil der queeren Community ist oder nicht – hier sind alle willkommen, die einfach mal miteinander ins Gespräch kommen möchten!

Das Hoffest wird ab 15 Uhr starten und verspricht regionale Köstlichkeiten wie Kistenfleisch, veganen Nudelsalat und selbstgemachten Apfelstrudel. Was es nicht geben wird? Ein großes Bühnenprogramm, Infostände oder Live-Musik. Stattdessen liegt der Fokus auf der Gemeinschaft und den persönlichen Begegnungen. Die Organisatoren haben das Format im Vergleich zu den Pride Days 2022 bewusst verändert, um der Zielgruppe gerecht zu werden und einen Raum für ungezwungene Gespräche zu schaffen.

Pride Month: Ein Zeichen der Vielfalt

Der Pride Month, der jedes Jahr im Juni gefeiert wird, steht ganz im Zeichen der sexuellen und geschlechtlichen Vielfalt. Ursprünglich ins Leben gerufen, um auf Diskriminierung aufmerksam zu machen, hat sich dieser Monat zu einer Zeit der Feier etabliert. Der Ursprung dieses Movements geht zurück auf die Unruhen, die am 28. Juni 1969 nach einer Polizeirazzia im „Stonewall Inn“ in New York ausbrachen. Diese Ereignisse gelten als Beginn der schwul-lesbischen Emanzipation.

In Deutschland identifizieren sich etwa 11 % der Bevölkerung als Teil der LGBTIQ-Community – das sind Lesben, Schwule, Bisexuelle, Trans-, Inter- und queere Menschen. Doch trotz dieser Vielfalt sind Diskriminierung und Angriffe auf die Community nach wie vor ein ernstes Problem. Im Jahr 2023 wurden in Deutschland 1.785 Straftaten wegen sexueller Orientierung und geschlechtsbezogener Diversität registriert, was einen dramatischen Anstieg seit 2010 darstellt.

Ein Hoffest mit Herz

Das Hoffest in Großklein soll vor allem eines: eine Atmosphäre schaffen, in der Menschen ungezwungen aufeinander zugehen können. „Einen Raum für unkomplizierte Begegnungen bieten“ – das ist das Motto. In den vergangenen Jahren haben bis zu 120 Gäste an dem Fest teilgenommen, und viele davon kamen aus Graz und der umliegenden Region. Es ist eine Gelegenheit, die Vielfalt zu feiern und gleichzeitig die Herausforderungen, mit denen die LGBTIQ-Community konfrontiert ist, nicht aus den Augen zu verlieren.

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Die Zahlen sind alarmierend: 2023 wurden 17.007 Fälle von Hasskriminalität erfasst, wobei sich 1.785 Straftaten gegen LGBTIQ* richteten. Diese Zunahme wird oft mit der Sichtbarkeit der Community und der Bereitschaft zur Anzeige solcher Taten in Verbindung gebracht. Dennoch geben viele Betroffene an, dass sie Vorfälle von Hass oder Gewalt nicht melden, sei es, weil sie die Taten als nicht ernst genug erachten oder Angst vor Reaktionen haben.

Das BKA setzt sich intensiv für die Vielfalt und gegen Diskriminierung und Gewalt ein. Anlässlich des Internationalen Tages gegen Homo-, Bi-, Inter- und Transphobie wurde beispielsweise die Regenbogenflagge gehisst, um ein Zeichen zu setzen. Das Hoffest am Stelzerhof könnte also nicht nur ein gemütliches Beisammensein sein, sondern auch ein kleiner Schritt in Richtung mehr Akzeptanz und Offenheit.

In diesem Sinne: Auf ein fröhliches Fest am 20. Juni, wo das Dorfbewusstsein und die bunte Vielfalt der Menschen in Großklein aufeinandertreffen! Es wird sicher ein Tag voller Gespräche, Leckereien und vor allem einer Menge guter Laune!

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