Es tut sich etwas im Bezirk Deutschlandsberg! Die Feuerwehr zeigt sich in frischem Licht, und dabei spielen Frauen eine zunehmend zentrale Rolle. In der Serie “Früher war alles besser” von MeinBezirk wird das Feuerwehrwesen im Bezirk genauer unter die Lupe genommen. Die Veränderungen über die Jahre hinweg sind bemerkenswert. So ist der Bereichsfeuerwehrkommandant OBR Josef Gaich bereits seit 45 Jahren aktiv und hat somit ein eindrucksvolles Stück Feuerwehrgeschichte live miterlebt. Die technischen Entwicklungen der letzten Jahre haben die Einsätze erheblich erleichtert und die Sicherheit der Teams verbessert.
Aktuell sind etwa 3.800 Mitglieder in den Feuerwehren des Bezirks engagiert, darunter schätzungsweise 400 Jugendliche und 400 Senioren. Ein besonders erfreulicher Trend ist der Anstieg der weiblichen Mitglieder in den heimischen Feuerwehren: Heute sind über 400 Frauen aktiv, davon etwa 100 Mädchen in der Feuerwehrjugend. Ungefähr die Hälfte dieser Frauen ist unter 35 Jahre alt, und das ist ein bedeutender Fortschritt im Vergleich zu den 50 Frauen vor rund 30 Jahren. Besonders prägnant wird der Trend durch die niedrigere Altersgrenze für den Eintritt in die Feuerwehr, die vor 12 Jahren auf 10 Jahre gesenkt wurde und zu einem Anstieg der Jugendförderung um ca. 30 % führte.
Frauen im Feuerwehrdienst
Die Bedeutung der Frauen im Feuerwehrdienst wird auch durch die Erfahrungen von Alina Hohensinger deutlich, die seit 2019 Teil der Freiwilligen Feuerwehr Stainz ist. Hohensinger, welche zuvor auch bei der Betriebsfeuerwehr Magna Powertrain tätig war, hebt die Stärken von Frauen im Feuerwehrdienst hervor und betont, dass sich die Akzeptanz in den letzten Jahren erheblich gewandelt hat. In der Feuerwehr Stainz sind derzeit 15 Mädchen und Frauen aktiv. Hohensinger ist außerdem Mitglied des „SvE-Teams“, welches für die Stressverarbeitung nach Einsätzen zuständig ist. Ihre Passion und ihr Engagement sind Vorbilder für viele junge Feuerwehrangehörige.
Auf internationaler Ebene hat sich ebenfalls Einiges getan. Laut der CTIF-Website sind Frauen und Mädchen in den letzten Jahren mit beeindruckenden Zuwachsraten in die Feuerwehren eingetreten. So waren im Jahr 2023 rund 77 % der Neuaufnahmen weiblich, während der Frauenanteil in der Feuerwehr insgesamt bei etwa 9,5 % liegt. Besonders beeindruckend ist, dass in der Feuerwehrjugend 30 % der Mitglieder weiblich sind.
Weiblicher Zuwachs und Vorbilder
Die positiven Entwicklungen in der Feuerwehr werden auch von Robert Mayer, Feuerwehrpräsident, gewürdigt. Er betont, dass der Zuwachs an Frauen in der Feuerwehr seit 2008 um 170 % gestiegen ist. Das sind erfreuliche Nachrichten, die auf eine breite Akzeptanz der weiblichen Mitglieder in der Branche hindeuten. In Österreich gibt es mittlerweile 4.774 Feuerwehren, die von 35 Kommandantinnen sowie 54 Stellvertreterinnen geleitet werden. Es gibt sogar 93 Feuerwehrfrauen in höheren Funktionen, was eine ermutigende Entwicklung darstellt.
Ein herausragendes Beispiel ist Monika Haberl, die im Herbst 2023 als erste KHD-Kommandantin Österreichs vorgeschlagen wurde. Ihre Ernennung zur Kommandantin und die anschließende Beförderung zur Abschnittsbrandinspektorin sind klare Zeichen dafür, dass Frauen in Führungspositionen auf dem Vormarsch sind.
Zusammengefasst zeigt sich die Feuerwehr im Bezirk Deutschlandsberg und auch im restlichen Österreich als ein Ort des Wandels, an dem Frauen nicht nur willkommen sind, sondern auch als wertvolle Unterstützerinnen und Führungspersönlichkeiten geschätzt werden. Das Feuerwehrwesen bereichert sich selbst durch diesen frischen Wind und das Engagement von Frauen, die neue Perspektiven und Fähigkeiten einbringen.
Für mehr Informationen über die aktuellen Entwicklungen schauen Sie auf die Webseiten von Mein Bezirk, CTIF und Bundesfeuerwehrverband.