Wirtschaft im Stresstest: Hochsteiermark an der Grenze zur Stagnation
Die wirtschaftliche Stimmung in der Hochsteiermark bleibt angespannt. Zur Jahresmitte zeigt das aktuelle Wirtschaftsbarometer der Wirtschaftskammer Steiermark, dass die Konjunktur an der Schwelle zur Stagnation steht. Es ist kaum zu fassen, aber fast die Hälfte der befragten Unternehmen – genau 47,8 Prozent – bewertet die aktuelle Wirtschaftslage schlechter als noch vor einem Jahr. Nur ein verschwindend geringer Teil von 0,3 Prozent sieht Licht am Ende des Tunnels. Der Saldenwert der Wirtschaftslage liegt bei minus 47,4 Prozentpunkten. Das ist schon ein ganz schön herber Schlag!
Die Aussichten für die kommenden Monate sind alles andere als rosig. Mit einem Saldo von minus 37,9 Prozentpunkten im negativen Bereich sind die Erwartungen alles andere als optimistisch. Regionalstellenobmann Thomas Marichhofer äußert sich besorgt und betont, dass eine rasche Erholung nicht in Sicht ist. Belastungsfaktoren wie internationale Konflikte, anhaltende Unsicherheiten und gestiegene Energiekosten setzen den Unternehmen zusätzlich zu. Umsatz, Auftragslage, Investitionen und Beschäftigung sind im Minus. Ein Lichtblick? Das Preisniveau hat immerhin einen positiven Saldenwert. Es sieht jedoch so aus, als würden viele Unternehmen mit sinkenden Umsätzen und einer rückläufigen Auftragslage rechnen.
Wirtschaftliche Herausforderungen und politische Forderungen
Marichhofer fordert von der Politik dringend Maßnahmen zur Stärkung des Wirtschaftsstandorts. Dazu zählen Entlastungen bei den Arbeits- und Energiekosten. Außerdem verlangt er einen Verzicht auf neue Steuern und Abgaben sowie Deregulierung und Reformen am Arbeitsmarkt. Besonders wichtig sind auch Verbesserungen in der Verkehrsinfrastruktur. Wenn man sich die bürokratischen Hürden anschaut, wird schnell klar: Der Abbau dieser soll Investitionen ankurbeln. Konkrete Vorschläge zur Beschleunigung von Genehmigungsverfahren wurden bereits von der Wirtschaftskammer, der Industriellenvereinigung und der Universität Graz der Politik vorgelegt. Man könnte sagen, die Zeit drängt!
Betrachtet man die größeren Zusammenhänge, stellt sich die Frage, wie sich die Hochsteiermark im Vergleich zu anderen Regionen schlägt. Das Bruttoregionalprodukt (BRP), das als BIP auf regionaler Ebene fungiert, zeigt, dass die Steiermark mit einem BRP von 63.924 Millionen Euro auf dem vierten Platz in Österreich liegt. Das ist zwar nicht schlecht, aber die realen Zuwächse stagnieren mit nur +0,1%. Im Vergleich dazu hat Wien das höchste BRP mit 124.867 Millionen Euro, was +4,1% entspricht. Die Steiermark könnte also durchaus etwas mehr Schwung gebrauchen.
Ein Blick auf die regionalen Volkswirtschaften
Die regionalen Volkswirtschaftlichen Gesamtrechnungen (RGR), die jährlich im Dezember veröffentlicht werden, bieten interessante Daten für Vergleiche zwischen den österreichischen Regionen. Diese Rechnungen basieren auf den Konzepten des Europäischen Systems Volkswirtschaftlicher Gesamtrechnungen und veröffentlichen wichtige Aggregate wie Bruttowertschöpfung, Erwerbstätigkeit, Arbeitnehmerentgelt und Bruttoanlageinvestitionen. All diese Zahlen sind nach NUTS-Regionen gegliedert, wobei NUTS-2-Regionen den österreichischen Bundesländern entsprechen.
Ein weiterer spannender Punkt sind die Entwicklungen beim Herzlauf Steiermark, wo kürzlich 2.860 Läuferinnen und Läufer teilnahmen, darunter 2.135 Kinder beim Kidsrun4Kids. Das zeigt, dass trotz der angespannten wirtschaftlichen Lage die Gemeinschaft zusammenhält und aktiv bleibt – ein kleiner Lichtblick in einer Zeit, in der es oft schwerfällt, positiv zu denken. Man könnte sagen, das Herz der Steiermark schlägt weiter, auch wenn die wirtschaftliche Lage noch etwas wackelig ist.
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