In der Sonderschule Krieglach, einer Einrichtung für Kinder ohne Lautsprache, wird die Kommunikation großgeschrieben. Dank der großzügigen Unterstützung des Soroptimist International Club Bruck an der Mur und des Lions Club Mürztal können die Schüler nun von einer wertvollen Prozessbegleitung profitieren. Diese Initiative stellt sicher, dass die Kinder mit den notwendigen Hilfsmitteln und Techniken ausgestattet werden, um sich besser ausdrücken zu können. Die Schulleiterin Eva Gruber hat dabei einen klaren Fokus auf Unterstützte Kommunikation gelegt und arbeitet eng mit Carina Bloder von Lifetool zusammen, die alle zwei Monate in die Schule kommt, um mit den Kindern, Lehrern und Eltern zu arbeiten.
Die Finanzierung für diese wichtige Unterstützung beläuft sich auf 2.800 Euro pro Schuljahr, wovon die Hälfte bereits durch den Soroptimist International Club gedeckt wurde. Der Lions Club Mürztal hat zusätzlich mit 500 Euro zur Finanzierung beigetragen. Dies zeigt einmal mehr, wie wichtig lokale Gemeinschaften und Engagement sind, um Kindern mit besonderen Bedürfnissen zu helfen. Bloder vermittelt den Kindern, sich mithilfe von Symbolsprache oder technischen Hilfsmitteln auszudrücken, und trägt somit dazu bei, ihre Kommunikationsfähigkeiten zu stärken.
Ein Menschenrecht, das noch unzureichend umgesetzt ist
Obwohl Kommunikation bereits 1948 als Menschenrecht anerkannt wurde, gibt es in Österreich keinen gesetzlichen Anspruch auf Hilfsmittel wie Kommunikationsgeräte. Diese Lücke ist nicht nur besorgniserregend, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, die Bedürfnisse von Menschen mit Unterstützter Kommunikation ernst zu nehmen. Lifetool fordert seit Jahren einen Rechtsanspruch auf assistierende Technologien und Kommunikation, um die Lebensqualität betroffener Personen zu verbessern.
In einem erweiterten Kontext sind die Herausforderungen, mit denen Menschen, die auf alternative Kommunikationsformen angewiesen sind, konfrontiert sind, nicht nur auf den Bildungsbereich beschränkt. Auch im medizinischen Kontext treten häufig Missverständnisse und Unsicherheiten auf. Kathrin Klapper, wissenschaftliche Mitarbeiterin und Dozentin an der Universität zu Köln, weist darauf hin, dass oft über die betroffenen Personen gesprochen wird, anstatt mit ihnen. Es ist von großer Bedeutung, dass Mediziner alternative Kommunikationsformen als gleichwertig anerkennen und den Patienten die Zeit und den Raum geben, ihre Fragen und Antworten zu formulieren.
Auf Augenhöhe kommunizieren
Ein respektvoller Umgang und die Anerkennung der Kompetenzen der Patienten sind essentielle Schritte in der medizinischen Versorgung. Klapper fordert eine Begegnung auf Augenhöhe, die Offenheit und Vertrauen fördert. Ziel sollte es sein, weit über Diagnosen hinauszudenken und ein respektvolles Menschenbild zu etablieren, das die Entscheidungsfähigkeit der Patienten anerkennt.
Mit der Unterstützung lokaler Initiativen wie dem Soroptimist International Club und dem Lions Club Mürztal wird ein wichtiger Grundstein gelegt, um die Kommunikation und die Bedürfnisse der Kinder in der Sonderschule Krieglach zu fördern. Es bleibt zu hoffen, dass diese positiven Impulse bald auch in anderen Lebensbereichen, wie der medizinischen Versorgung, Früchte tragen werden.