In Kapfenberg, genau gesagt am 12. Mai 2026, fand das Stadt.Gespräch.Wirtschaft auf der Burg Oberkapfenberg statt. Ein Event, das es in sich hatte! Anja Benesch von KLAR! StadtLandSee übernahm die Rolle der Moderatorin und brachte gleich mal die Wichtigkeit des Dialogs über den Klimawandel auf den Tisch. Wie wirkt sich das Wetter auf unsere Unternehmen und Industrien aus? Diese Frage schwirrte im Raum, als die Auswirkungen von Hitze, Starkregen und längeren Trockenperioden diskutiert wurden. Die Unternehmer lauschten, wie sich all diese Veränderungen auf ihre Betriebe, Lieferketten und Standorte auswirken können.
Die Veranstaltung war nicht nur eine trockene Vorlesung – es gab auch praktische Einblicke! Ein Beispiel, das den Anwesenden die Augen öffnete, war die Geschichte von PENGG KABEL, einem Unternehmen, das im Sommer 2024 mit Hochwasser zu kämpfen hatte. Patrick Hirtl-Stelzer, der Standortleiter, berichtete von den verheerenden Hochwasserereignissen am 17. Juli. Trotz guter Vorbereitung und Überlegungen zu einem Hochwasserplan wurde das Unternehmen von der Natur überrollt. Der Thörlbach hatte sich verklausiert und es kam zu einem Stromausfall – ganze drei Monate lang. Glücklicherweise konnten fünf Mitarbeiter rechtzeitig in Sicherheit gebracht werden, doch der Schaden war enorm: fast ein Jahr Produktionsausfall und die Infrastruktur musste auf Vordermann gebracht werden. Da reden wir von Schäden in Millionenhöhe!
Ein starkes Miteinander trotz Widrigkeiten
Ein Lichtblick war die positive Abwicklung mit der Versicherung und der beeindruckende Zusammenhalt im Team. Das Unternehmen hat aus der Krise gelernt und einen umfassenden Notfallplan entwickelt, der unter anderem Pegelstands- und Videoüberwachung umfasst. Jährliche Schulungen für die Mitarbeiter zur Notfallvorbereitung sind mittlerweile ein fixer Bestandteil des Arbeitsalltags geworden. Das ist keine Selbstverständlichkeit, und zeigt, wie wichtig es ist, auf solche Krisen vorbereitet zu sein.
Ein weiterer Aspekt, der zur Sprache kam, waren die Beratungs- und Fördermöglichkeiten, die die Wirtschaftsinitiative Nachhaltige Steiermark bietet. Ein wichtiges Thema, vor allem wenn man bedenkt, dass Klimaveränderungen in Österreich doppelt so schnell voranschreiten wie im globalen Durchschnitt. Bürgermeister Matthäus Bachernegg unterstrich die hohe Priorität, die das Thema Klimaanpassung für Kapfenberg hat. Das Ziel ist klar: die Stadt möchte sich als „grünste Industriestadt Österreichs“ positionieren. Im Rahmen des KLAR!-Programms des Klima- und Energiefonds wird an der Anpassung an den Klimawandel gearbeitet – ein Programm, das bereits 93 Regionen mit 743 Gemeinden und rund 2,2 Millionen Einwohnern umfasst.
Die wirtschaftlichen Dimensionen des Klimawandels
Ein Blick über die Grenzen nach Deutschland zeigt, dass die Folgen des Klimawandels nicht nur ein lokales Problem sind. Im Jahr 2025 erlebte Deutschland erneut einen extremen Sommer, der durch den Klimawandel beeinflusst war. Diese Entwicklungen verursachen bereits heute wirtschaftliche Schäden in Milliardenhöhe. Prognosen schätzen, dass bis 2050 die Kosten zwischen 280 und 900 Milliarden Euro liegen könnten – je nach Szenario. Nahezu alle Unternehmen sind betroffen – sei es direkt oder indirekt.
Wetterextreme wie Hitzewellen, Dürren und Starkregen nehmen zu. Die Bodenschichten sind vielerorts ausgetrocknet und auch die Wälder leiden unter Trockenheit und Schädlingen. Diese Zustände bringen nicht nur Herausforderungen, sondern auch Chancen mit sich. Unternehmen sollten sich proaktiv mit den Auswirkungen ihrer Geschäftsmodelle auf das Klima auseinandersetzen und Notfallpläne entwickeln. Nachhaltige Technologien und erneuerbare Energien könnten die Lösung sein, um die Herausforderungen des Klimawandels zu meistern und gleichzeitig neue Marktchancen zu nutzen.
In der heutigen Zeit ist es wichtiger denn je, dass Unternehmen nachhaltige Lieferketten aufbauen und ihre Mitarbeiter im klimafreundlichen Verhalten schulen. Die Anpassung an den Klimawandel betrifft nicht nur die großen Player, sondern jeden einzelnen Betrieb – von der Landwirtschaft bis zum Gesundheitswesen. Es bleibt spannend zu sehen, wie sich die Dinge entwickeln und welche Maßnahmen die Unternehmen ergreifen werden, um sich gegen die unberechenbaren Launen der Natur zu wappnen.