In der Nacht auf Montag, um 1.10 Uhr, wurde die Bergrettung alarmiert, weil eine Wanderin auf der Voisthalerhütte am Hochschwab einen medizinischen Notfall hatte. Ein unheimlich nervenaufreibender Moment, wenn man sich das vorstellt. Die Rettung per Hubschrauber war leider nicht möglich, da die Windverhältnisse alles andere als ideal waren. Aber keine Sorge, die Bergretter ließen sich nicht entmutigen. 14 tapfere Mitglieder der Bergrettungen aus Thörl, Kapfenberg und Turnau machten sich auf, um der in Not geratenen Frau zu helfen.

Ein Bergrettungsarzt war ebenfalls Teil des Einsatzteams und sprang sofort in die Bresche. Es gab keine Zeit zu verlieren. Nach einer medizinischen Erstversorgung wurde die Frau in einer Gebirgstrage transportiert – und das nicht gerade in den besten Bedingungen. Der Weg zur Talstation der Materialseilbahn war sicherlich ein Kraftakt für alle Beteiligten. Um 6.30 Uhr konnte die Frau schließlich an das Rote Kreuz Bruck-Mürzzuschlag übergeben werden, das sie zur weiteren Behandlung ins Krankenhaus brachte.

Nicht der erste Einsatz in dieser Woche

Es war bereits der dritte Einsatz in der vergangenen Woche für die Bergrettungen in Bruck an der Mur und Kapfenberg. Dabei ging es nicht nur um medizinische Notfälle, sondern auch um einen Sturz am Susannensteig. Das zeigt, wie fordernd die Berge sein können. Dank eines neuen MED-Alarmierungssystems war es möglich, gezielt Notfallsanitäter der Bergrettung zu alarmieren. Dieses System hat sich bei den Einsätzen als äußerst effektiv erwiesen. Man fragt sich, wie oft dieses System in Zukunft noch helfen wird.

Die Zunahme an Einsätzen ist kein Einzelfall. Im Jahr 2024 gerieten laut Berichten 3500 Personen in den Bergen in eine Notlage – fast ein Drittel davon waren unverletzt. Diese Entwicklung hängt offensichtlich mit der steigenden Zahl an Berggängern zusammen, die besonders seit der Pandemie zugenommen hat. Ernst Gabriel, ein Rettungschef bei einer Bündner Sektion des SAC, berichtet von vielen Fällen, in denen Menschen sich verirrten oder einfach erschöpft waren.

Die Herausforderungen für Bergretter

Es gibt immer wieder Berichte über schlecht ausgerüstete Berggänger, die mit Turnschuhen in die Berge aufbrechen – ein echtes Risiko! Letztes Jahr mussten die Spezialisten des SAC zusammen mit der Rega 1175 Mal unverletzte Personen aus Notlagen befreien. Das ist schon eine beeindruckende Zahl. Alice Vollenweider, Präsidentin der Alpinen Rettung Graubünden, sieht die Zunahme der Einsätze allerdings auch positiv, da weniger Todesfälle beim Bergwandern verzeichnet wurden. Ein Lichtblick in einem ansonsten oft dunklen Kapitel.

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Das alles zeigt, dass die Berge zwar wunderschön sind, aber auch ihre Tücken haben. Man sollte nie die eigenen Grenzen und die Natur unterschätzen. Die Bergretter machen dabei einen unglaublichen Job, auch wenn Einsätze für unverletzte Personen oft weniger belastend sind als solche für Schwerverletzte oder gar Verstorbene. Es bleibt zu hoffen, dass die Wanderer aus diesen Erfahrungen lernen und ihre Touren besser vorbereiten. Schließlich sind die Berge nicht nur ein Ort der Erholung, sondern können auch schnell zur Herausforderung werden.

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