Am Samstagnachmittag, genau um 13:15 Uhr, wurde die idyllische Kulisse rund um den Kreuzkogel bei Admont von einem plötzlichen Gewitter erschüttert. Zwei Bergsteiger, eine 28-jährige Tschechin und ihr 29-jähriger Begleiter, waren gerade kurz davor, den Gipfel zu erreichen, als das Unglück passierte. Sie hatten sich um 11:00 Uhr von der Kaiserau über die Klinkehütte und den Admonter Kalbling auf den Weg gemacht. Eine Tour, die normalerweise mit atemberaubenden Ausblicken und frischer Bergluft belohnt wird, verwandelte sich in einen Albtraum. Denn unweit von ihnen schlug ein Blitz ein – die 28-Jährige wurde durch den gewaltigen Schlag zu Boden geworfen und verlor kurzzeitig das Bewusstsein.
Ihr Begleiter, in einem wahren Akt der Entschlossenheit, setzte sofort einen Notruf ab. Inmitten der widrigen Wetterbedingungen und mit dem Wissen, dass jede Sekunde zählte, gelang es den Einsatzkräften schließlich, zum Unfallort vorzudringen. Bergrettungssanitäter wurden per Polizeihubschrauber eingeflogen, während rund 20 weitere Helfer zu Fuß den Weg auf sich nahmen. Die schwer verletzte Frau wurde schließlich mit einem Rettungshubschrauber ins LKH Rottenmann gebracht. Ihr Begleiter wurde ebenfalls zur weiteren Abklärung ins Krankenhaus transportiert. Beide wurden nach ihrer Ankunft stationär aufgenommen.
Erste Hilfe am Berg: Ein unverzichtbares Wissen
Unfälle in den Bergen können, wie diese tragische Geschichte zeigt, jederzeit passieren. Daher ist es unerlässlich, dass jeder Bergsteiger über grundlegende Erste-Hilfe-Kenntnisse verfügt. Das Rote Kreuz bietet regelmäßig Erste-Hilfe-Kurse an, die als solide Grundlage für die Hilfe bei Unfällen am Berg dienen. Auch die Sektionen des Deutschen Alpenvereins (DAV) vermitteln Notfallhilfe in speziellen Kursen. Besonders wichtig sind die Auffrischungen, denn Wissen kann verblassen. Ein gut ausgestattetes Erste-Hilfe-Set sollte in jedem Rucksack sein – schließlich kann man nie wissen, wann man es benötigt.
Ein typisches Erste-Hilfe-Set umfasst Wundschnellverbände, elastische Binden, Tape, Einmalhandschuhe, Verbandpäckchen und sogar eine Rettungsdecke. Wer oft in den Bergen unterwegs ist, sollte auch eine Zeckenzange einpacken. All diese Utensilien können im Ernstfall entscheidend sein. Bei einem Bergunfall hat die Erste Hilfe oberste Priorität. Ruhe bewahren und überlegt handeln – das klingt einfach, kann aber in der Realität eine echte Herausforderung sein.
Verhalten im Notfall
Ein Bergunfall ist nicht nur eine körperliche Herausforderung, sondern auch eine mentale Probe. Es gilt, die Situation zu beurteilen: Wo ist der Unfallort? Welche Gefahren gibt es? Das Absetzen eines Notrufs ist essenziell – die Notrufnummer 112 sollte man sich gut einprägen. Dabei sind präzise Informationen wichtig: Wo genau befindet sich der Verletzte? Was ist geschehen? Und wie viele Personen sind betroffen? Geduld ist gefragt, denn manchmal muss man auf Rückfragen warten.
Ein kleiner Tipp: Das Handy sollte eingeschaltet bleiben und nicht mehr für andere Gespräche verwendet werden. Wer helfen möchte, kann auch die einfliegenden Rettungshubschrauber auf sich aufmerksam machen – sei es durch das Schwenken einer Rettungsdecke oder durch Signale mit den Händen. Das sind kleine, aber lebenswichtige Details, die im Notfall den Unterschied machen können.
Unfälle im Gebirge sind zwar ein ernstes Thema, aber in der Gemeinschaft der Bergsteiger gibt es auch viele helfende Hände. Jeder kann Erste Hilfe leisten, und das Wissen darum sollte für jeden, der die Berge liebt, selbstverständlich sein. Denn auch wenn wir uns in der Natur frei und unbeschwert fühlen, ist es wichtig, auf alle Eventualitäten vorbereitet zu sein.
Die Geschehnisse rund um den Kreuzkogel erinnern uns daran, dass die Berge sowohl Freude als auch Herausforderungen bereithalten. Wer sich gut vorbereitet und die richtigen Kenntnisse hat, kann in kritischen Momenten einen Unterschied machen. Und vielleicht ist es genau das, was uns als Bergsteiger ausmacht – die Bereitschaft, nicht nur für uns selbst, sondern auch für andere da zu sein.