Die Zeit des Almauftriebs hat begonnen! In den österreichischen Alpen wird es jetzt wieder lebendig, wenn Schafe, Ziegen und Rinder auf die Almen ziehen. Es ist nicht nur ein wunderschöner Anblick, sondern auch eine tief verwurzelte Tradition, die mit Segnungen verbunden ist. Diese Zeremonien haben einen klaren Zweck: Sie sollen die Tiere vor Krankheiten, Unfällen und Unwettern schützen. Ein Segen ist dabei nur der Anfang. Um echten Schutz zu gewährleisten, sind moderne Herdenschutzmaßnahmen unerlässlich.
Eine aktuelle Studie der Veterinärmedizinischen Universität Wien hat gezeigt, dass Herdenschutz für Schafe und Ziegen in den Alpen durchaus realisierbar ist. Die Untersuchung hat alle österreichischen Almen mit Schaf- und Ziegenhaltung unter die Lupe genommen. Und das Ergebnis? Es gibt ausreichend Flächen, die durch verschiedene Schutzmaßnahmen wie Behirtung, Nachtpferch, Herdenschutzhunde oder sogar Elektrozäune gesichert werden können. Ein eigens entwickelter Algorithmus hilft dabei, die passenden Herdenschutzmaßnahmen für jede Alm zu berechnen. Dabei werden Faktoren wie Hangneigung, Vegetation und Weidekapazitäten berücksichtigt. Das klingt doch vielversprechend, oder?
Schutz durch Verantwortung
Ein großer Teil der Schafe und Ziegen könnte bereits geschützt werden – die Kapazitäten dafür sind vorhanden! Doch die Verlagerung von Tieren auf nicht schützbare Almen bringt Herausforderungen mit sich. Verträge, Weiderechte und sogar die Akzeptanz der Almbauern spielen eine Rolle. Die Logistik des Transports und die Biosicherheit sind zusätzliche Punkte, die nicht zu kurz kommen dürfen. Hier ist die Unterstützung der Regierung gefragt! Finanziell müssen Zäune, Behirtung und Herdenschutzhunde gefördert werden. Auch Beratungs- und Koordinationsprogramme wären hilfreich.
Die Verantwortung für Weidetiere während des Almauftriebs ist von enormer Bedeutung. Hirten vor Ort ermöglichen die frühzeitige Erkennung von Krankheiten und Verletzungen. Aber Herdenschutz bringt auch zusätzliche Arbeit und Kosten mit sich. Momentan gibt es nur eine teilweise Förderung dieser Maßnahmen in Österreich. Das ist nicht ideal, denn die Almbäuerinnen und Almbauern brauchen mehr Unterstützung!
Öffentliche Unterstützung für Herdenschutz
Eine Umfrage des österreichischen Umweltdachverbandes und Bio Austria zeigt erfreuliche Nachrichten: Die Bevölkerung befürwortet Maßnahmen zum Schutz von Weidetieren und auch die finanzielle Unterstützung für Almwirte. Im Rahmen des Projektes LIFEstockProtect wurde diese Umfrage durchgeführt, und die Ergebnisse sind eindeutig. 90 Prozent der Befragten halten Herdenschutzmaßnahmen für wichtig. Auch die Unterstützung für Landwirte, die solche Maßnahmen umsetzen, steht bei 85 Prozent hoch im Kurs.
Besonders interessant ist die Akzeptanz von Herdenschutzhunden. 91 Prozent der Bevölkerung stehen diesen Tieren positiv gegenüber. Das zeigt, dass die Menschen in Österreich die Almen nicht nur als Teil unserer Kultur, sondern auch als wichtige Akteure für Biodiversität und regionale Lebensmittelversorgung sehen. 69 Prozent bewerten die Bedeutung dieser Almen als „sehr wichtig“ – und das ist doch ein starkes Zeichen!
Die Unterstützung für Herdenschutz ist nicht nur eine Frage des Tierschutzes, sondern auch der Nachhaltigkeit und der Zukunft der Almwirtschaft. Es braucht eine kooperative Politik, die Landwirte unterstützt und gleichzeitig den Schutz unserer Weidetiere gewährleistet. Wenn wir alle zusammenarbeiten, können wir die Almen, die unsere Landschaft prägen, auch für kommende Generationen bewahren.