Man könnte sagen, die Luft in Leogang ist heute besonders frisch, vielleicht liegt es an der Aufregung, die die Eröffnung der Sonderausstellung „Meisterwerke der Möbelkunst – Salzburg 1450–1500“ im Bergbau- und Gotikmuseum mit sich bringt. Am 15. Mai 2026 fiel der Startschuss zu dieser einzigartigen Schau, und ich kann mir gut vorstellen, wie die Besucher heute durch die Ausstellungsräume schlendern und sich von den Meisterwerken des Lungauer Künstlers Petrus Pistator verzaubern lassen. Diese Gastausstellung des Salzburg Museums ist eine wahre Zeitreise in die Welt der gotischen Möbelkunst.
Martin Hochleitner, der Direktor des Salzburg Museums, ließ es sich nicht nehmen, die Gäste bei der Eröffnung herzlich zu begrüßen und ihnen einen Einblick in die aktuellen Gastspiele zu gewähren. Die Vorfreude war spürbar, schließlich ist das Salzburg Museum seit 2023 wegen Umbauarbeiten geschlossen. So kommt die Ausstellung in Leogang für viele wie gerufen, um die Kunst und Handwerkskunst vergangener Jahrhunderte wieder aufleben zu lassen.
Ein Blick in die gotische Möbelkunst
Kurator Peter Husty hat sich mächtig ins Zeug gelegt, um die Besonderheiten der gotischen Möbelkunst zu präsentieren. Bei der Eröffnung gab es nicht nur faszinierende Erklärungen, sondern auch spannende Einblicke von Holzrestauratorin Veronika Lauber, die uns die Herausforderungen bei der Restaurierung der Exponate näherbrachte. Diese Möbelstücke erzählen Geschichten – Geschichten von Handwerk, Leidenschaft und Geschichte.
Ein Highlight der Ausstellung wird sicherlich der Reliquienschrein aus der Bürgerspitalskirche in Salzburg sein, der auch als „Heiliges Grab“ bekannt ist. Er gilt als eines der bedeutendsten spätgotischen Möbel in Salzburg und beeindruckt durch seine aufwendigen, vergoldeten Schnitzereien und figürlichen Reliefs. Jüngste Forschungen zeigen, dass viele Truhen und Schränke aus dem Salzburger Lungau ähnliche Ornamentik aufweisen. Das ist doch spannend, oder? Diese Verbindung zur regionalen Kunstgeschichte bringt einen weiteren Tiefgang in die Ausstellung.
Ein Fest für die Sinne
Bis zum 31. Oktober 2026 haben wir nun die Gelegenheit, in die faszinierende Welt dieser historischen Möbel einzutauchen. Die Ausstellung wird bedeutende spätgotische Möbel aus musealem und privatem Besitz rund um den Reliquienschrein zeigen. So wird dokumentiert, wie hoch die Qualität der Salzburger Stücke war und woher sie stammen. Es ist bemerkenswert, wie das Handwerk damals und heute miteinander verknüpft ist. Man mag sich gar nicht vorstellen, wie viel Arbeit in diesen Möbeln steckt, die uns heute so selbstverständlich erscheinen.
Die Eröffnung ist nicht nur ein Anlass zum Feiern, sondern auch ein wichtiger Schritt, um die Kultur und Geschichte unserer Region lebendig zu halten. Ich bin gespannt, wie die Ausstellung bei den Besuchern ankommt und welche Geschichten sie mit nach Hause nehmen. Vielleicht wird der ein oder andere beim Anblick der kunstvollen Möbelstücke inspiriert, selbst kreativer zu werden oder sich mehr für die Kunstgeschichte zu interessieren.
Leogang hat mit dieser Ausstellung ein echtes Schmuckstück bekommen und wir können uns alle freuen, dass wir Teil davon sein dürfen. Wer hätte gedacht, dass die gotische Möbelkunst so lebendig und zugänglich sein kann? Einfach genial! Also, auf ins Bergbau- und Gotikmuseum und eintauchen in eine andere Zeit!