Am 8. März 2026, dem internationalen Weltfrauentag, wird im Jagglerhof in Ramingstein eine besondere Abendveranstaltung des Soroptimist International Club Lungau/Tamsweg stattfinden. Die Veranstaltung beginnt um 18 Uhr und bietet den Teilnehmerinnen und Teilnehmern die Gelegenheit, sich auf vielfältige Weise mit dem Thema Frauenrollen und -bilder auseinanderzusetzen.
Im Rahmen der Feierlichkeiten wird ein Sektempfang angeboten, gefolgt von einem Theaterprojekt mit dem Titel „Ich bin viele – Frauenbilder, Frauenrollen“, das von der erfahrenen Theaterpädagogin Rosemarie Rösler geleitet wird. Ziel dieses Projekts ist es, die Vielfalt von Frauenrollen und -bildern zu erkunden und sowohl historische als auch zeitgenössische Frauenfiguren vorzustellen. Unter den Figuren, die in diesem Kontext zur Sprache kommen, finden sich beeindruckende Persönlichkeiten wie Mileva Maric, Francois Gilot und Coco Chanel, sowie Charaktere aus der Nibelungensaga. Ein weiterer Höhepunkt des Abends wird die „Riki Ruhs Santner Preisverleihung“ sein, die zu Ehren der Gründerin des Clubs im Jahr 2000 verliehen wird. Kulinarisch wird die Veranstaltung durch kleine Häppchen abgerundet, die den Gästen ein genussvolles Erlebnis bieten.
Filmvorführung und Aufklärung über FGM
Zusätzlich zu den Feierlichkeiten in Ramingstein bietet der Soroptimist International Club Überlingen eine Filmvorführung an, die ebenfalls am Weltfrauentag, jedoch schon im Jahr 2020 stattfand. Der Film „In Search“ der kenianischen Regisseurin Beryl Magoko behandelt das hochaktuelle und ernste Thema der weiblichen Genitalverstümmelung (FGM). In diesem aufschlussreichen Werk erzählt Magoko ihre eigene Geschichte, in der sie sich FGM gegen den Willen ihrer Mutter unterwarf, aus Unkenntnis und im Glauben an eine weibliche Initiation. Der Film informiert über die Mechanismen der FGM-Praxis und die patriarchalen Traditionen, die damit verbunden sind. Frauen im Film brechen das Schweigen über FGM und kämpfen für ihre Rechte, während junge Frauen aktiv gegen diese Tradition vorgehen und nach chirurgischer Rekonstruktionshilfe suchen.
Die Initiative, diesen Film zu zeigen, wird von Medienvertretern, darunter das ZDF Magazin „Aspekte“, sowie von Terre des Femmes unterstützt. Das Ziel dieser Veranstaltung ist es, das Bewusstsein für FGM zu schärfen und sowohl Mädchen zu schützen als auch jungen Männern die Augen zu öffnen, sowohl in Afrika als auch in Europa.
Kontext und Bedeutung von FGM
Die Thematik der weiblichen Genitalverstümmelung stellt eine schwerwiegende Menschenrechtsverletzung dar, die weltweit über 230 Millionen Frauen in 31 Ländern betrifft, wie UNICEF berichtet. FGM umfasst das Abschneiden oder Verletzen von Teilen des weiblichen Genitals und verstößt gegen das Recht auf körperliche und psychische Unversehrtheit. Diese Praxis ist nicht nur mit der Kinderrechtskonvention unvereinbar, sondern gilt auch als Kindesmisshandlung. Organisationen wie TERRE DES FEMMES setzen sich zusammen mit Betroffenen und Aktivisten für die Aufklärung und die Unterbindung von FGM ein. Es ist von zentraler Bedeutung, dass solche Themen in der Gesellschaft angesprochen werden, um das Bewusstsein zu schärfen und Veränderungen zu bewirken.
Die Veranstaltungen am Weltfrauentag bieten somit nicht nur einen Raum für Feierlichkeiten und Anerkennung, sondern auch eine Plattform für wichtige gesellschaftliche Themen, die nicht in Vergessenheit geraten dürfen.