In Tamsweg, wo die Luft nach frischen Almwiesen riecht und die Berge im Hintergrund stolz aufragen, gibt es einen Grund zur Freude: Assunta Gappmaier, die 28-jährige Buchbinderin aus der Region, wurde kürzlich bei der Best-of-Talent-Gala in Wien ausgezeichnet. Sie ist nicht nur die beste junge Buchbinderin Österreichs, sondern hat auch die Herzen der Anwesenden im Sturm erobert. Bei der Feier in der Wirtschaftskammer Österreich (WKÖ) bekam sie die Ehrung als Jahrgangsbeste ihres Fachs überreicht – ein Moment, der ihr sicherlich für immer in Erinnerung bleiben wird.

Im Vorjahr hat Assunta den österreichweiten Lehrlingswettbewerb gewonnen und sich dann auch bei einem internationalen Wettkampf in Bern durchgesetzt. Ein beeindruckender Erfolg, denn bei diesem Wettbewerb wurden 55 Einbände bewertet und sie landete auf dem ersten Platz in der Kategorie der fortgeschrittenen Lehrjahre. Ihre Ausbildung absolvierte sie bei der Buchbinderei Bernhard Sanders in Innsbruck, wo sie nicht nur das Handwerk, sondern auch die Leidenschaft für die Gestaltung und Genauigkeit entdeckte. „Manchmal kommt es auf Bruchteile von Millimetern an“, sagt sie und lächelt dabei. Ihre akribische Vorbereitungszeit – sie baute sogar einen Prototypen und perfektionierte ihn – hat sich definitiv ausgezahlt.

Ein inspirierender Weg

Wie es so oft im Leben ist, hatte Assunta anfangs mit ihren Ängsten zu kämpfen. Sie beschreibt sich selbst als „nicht typischen Wettbewerbstyp“, und der Gedanke an den Vergleich mit anderen machte ihr zu schaffen. Doch ihr Chef, Bernhard Sanders, war eine große Unterstützung. Er motivierte sie, ihre Ängste zu überwinden, was ihr half, über sich hinauszuwachsen. „In einem mobbingfreien Umfeld kann man viel erreichen“, betont er und zeigt damit, wie wichtig ein positives Arbeitsklima für junge Talente ist.

Die Gala selbst war ein Fest der Talente. Neben Assunta wurde auch Nicole Eggarter aus Mariapfarr für ihre Leistungen im Lehrberuf „Fußpflege“ ausgezeichnet. Bei der Übergabe der Trophäen und Urkunden waren hochrangige Persönlichkeiten anwesend, darunter Wirtschaftsminister Wolfgang Hattmannsdorfer und WKÖ-Vizepräsidentin Bettina Dorfer-Pauschenwein. Es war ein Abend voller Anerkennung, an dem auch Familienministerin Claudia Bauer per Videobotschaft gratulierte und die Erfolge der jungen Talente würdigte.

Der Weg zur Meisterqualifikation

Jetzt, da ihre Ausbildung abgeschlossen ist, hat Assunta große Pläne. Sie möchte die Meisterqualifikation erreichen und könnte damit ein Vorbild für viele junge Menschen in der Region werden. Mit ihrem Kunstgeschichte-Studium in Wien bringt sie zudem eine kreative Note in ihr Handwerk ein. Die Kombination aus Tradition und innovativem Denken ist genau das, was die Branche braucht. Ihre Begeisterung für das Handwerk spiegelt sich in ihren Arbeiten wider und lässt sie in einem neuen Licht erstrahlen.

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Die Veranstaltung in Wien hat nicht nur Assunta Gappmaier, sondern auch viele andere junge Talente gewürdigt, die mit Mut, Leidenschaft und Engagement ihren Weg gehen. „Die Lehre ist entscheidend für die persönliche und berufliche Entwicklung“, wusste Renate Scheichelbauer-Schuster, Obfrau der Bundessparte Gewerbe und Handwerk, zu berichten. Und so bleibt zu hoffen, dass viele junge Menschen in Österreich den Weg ins Handwerk finden und wie Assunta ihre Träume verwirklichen.