Heute ist der 22.07.2026 und die Lage für die Landwirtschaft in Salzburg-Umgebung ist angespannt. Die anhaltende Trockenheit hat nicht nur Auswirkungen auf die Heuernte, sondern auch auf die gesamte Tierfütterung im Winter. In Obertrum kämpft die Familie Dürager, die einen Bio-Milchviehbetrieb mit 90 Kühen auf 100 Hektar bewirtschaftet, mit akuter Futterknappheit. „Beim ersten Schnitt in diesem Jahr ist uns ungefähr ein Drittel vom Heu abgegangen“, berichtet Harald Dürager. Das klingt nicht nur frustrierend, sondern ist auch eine ernsthafte Bedrohung für die Tiere, die im Winter gut versorgt sein müssen.

Die Trockenheit ist wie ein ungebetener Gast, der sich nicht verabschieden will. Prognosen deuten auf unterdurchschnittliche Erträge hin, und die Landwirte müssen sich auf magere Folgeschnitte einstellen. Heu ist schließlich das Lebenselixier für die Tiere, besonders wenn der Schnee draußen liegt und die Weiden unzugänglich sind. Doch das Heu, das sie heuer ernten können, hat nicht nur weniger Menge, sondern oft auch eine schlechtere Qualität – die Gräser wachsen langsamer, der Proteingehalt sinkt, und es gibt mehr verholzte Stängel. Das macht die Situation für die Viehhalter noch prekärer.

Schwierige Entscheidungen für die Landwirte

Die Futterknappheit zwingt viele Landwirte zu schwierigen Entscheidungen: Soll ich externes Heu kaufen oder vielleicht sogar Kühe verkaufen? Eine Frage, die niemand gerne beantworten möchte. Besonders im Flachgau und im Salzburger Zentralraum sind die Erträge um bis zu 50% geringer als gewohnt. Und als wäre das nicht genug, steigen die Preise für Kraftfutter und Stroh. Existenzängste machen sich breit, während die Erlöse für Milch und Fleisch stagnieren. Josef Braunwieser, Vizepräsident der Salzburger Landwirtschaftskammer, hat in seinen 30 Jahren als Landwirt noch nie so komplizierte Bedingungen erlebt und unterstützt die Forderung nach mehr Flexibilität bei den gesetzlichen Auflagen zum Artenschutz.

Die Dürre betrifft nicht nur die Flachgauer. Auch die Bergbauern in höheren Lagen blicken voller Hoffnung auf den Himmel, während ihre Kollegen in den Tälern mit ausgetrockneten Böden und ernsten Zukunftsängsten kämpfen. Ein Vorschlag, das Umbruchverbot aufzuweichen, könnte zumindest einen Teil der Futterversorgung langfristig sichern. Doch der Zukauf von Heu wird durch die Trockenheit in der Umgebung erschwert und verursacht hohe Kosten. Und das Problem ist nicht neu – auch die Vorjahre waren bereits von Trockenheit geprägt, sodass die Lagerbestände vielerorts erschöpft sind.

Die Suche nach Lösungen

Die Zukunft sieht eher trübe aus. Agrarwissenschaftler fordern Anpassungsstrategien, wie den Anbau trockenresistenter Futterpflanzen oder eine verbesserte Bewässerungsinfrastruktur. Aber diese Maßnahmen erfordern Zeit und Investitionen. Die Politik ist gefordert, durch Förderprogramme eine klimafitte Landwirtschaft zu unterstützen. Nur so können Landwirte in Salzburg und ganz Österreich verlässliche Perspektiven für ihre Betriebe schaffen. Es besteht die Gefahr, dass wir in eine Spirale aus sinkenden Erträgen, steigenden Kosten und einer wachsenden Abhängigkeit von Futtermittelimporten geraten. Das ist nicht nur eine Herausforderung für die Landwirte, sondern für die gesamte Gesellschaft, die auf eine nachhaltige und regionale Lebensmittelversorgung angewiesen ist.

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Die Hoffnung bleibt, dass der Regen in den kommenden Monaten die Situation entschärfen kann. Denn ohne ausreichend Futter sind nicht nur die Kühe in Gefahr, sondern auch die Existenz vieler Betriebe. Die Landwirte schauen gebannt in den Himmel – auf dass der Regen bald kommt!

Weitere Informationen finden Sie auf salzburg.orf.at.

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