In der Neuen Mittelschule 1 in Wels wurde kürzlich ein Thema behandelt, das für einige Eltern offenbar nicht ganz nach ihrem Geschmack war. Im Deutschunterricht lasen die Schüler einen Text über den Ramadan, den Fastenmonat der Muslime. Die Erstklässler, im Alter von 10 bis 11 Jahren, wurden anschließend mit acht Fragen zu diesem bedeutenden religiösen Ereignis konfrontiert. Das sorgte für ein bisschen Aufregung. Einige Eltern äußerten Bedenken und meinten, dass solche Themen besser im Religionsunterricht behandelt werden sollten. Komisch, dass man darüber diskutieren muss, oder? Eine Mutter fand sogar, dass muslimische Kinder im Vorteil seien, da sie mit dem Thema vertrauter sind – im Vergleich zu katholischen Kindern, die über Ostern befragt werden. Ein bisschen Geschmackssache, könnte man sagen.
Die Lehrerin, die das Thema behandelt hat, erhielt zwar insgesamt positives Feedback, doch die Wahl des Themas wurde als unpassend angesehen. Das zeigt, wie sensibel solche Fragen in unserer Gesellschaft sind. Die Schuldirektorin Gisela Steinwendtner war telefonisch nicht erreichbar, und die Bildungsreferentin Christine Haberlander (ÖVP) wollte sich nicht äußern. Sie verwies lediglich auf die Bildungsdirektion, was irgendwie nicht wirklich hilfreich war.
Ramadan und seine Bedeutung
Wenn wir über den Ramadan sprechen, sprechen wir nicht nur von einem Fastenmonat. Es ist eine der fünf Säulen des Islams und ein Ausdruck der Dankbarkeit gegenüber Gott. Er dauert 30 Tage und beginnt jährlich etwa elf Tage früher – ein bisschen wie ein sich ständig verschiebendes Fest. Im Jahr 2027 zum Beispiel beginnt er am 8. Februar. Während dieser Zeit stehen Familie, Gemeinschaft und persönliche Glaubensreflexion im Mittelpunkt. Am Ende des Ramadan findet das Zuckerfest, auch bekannt als das Fest des Fastenbrechens, statt. Das klingt nach einer bunten Feier, nicht wahr?
In Schulen können Fragen zum Ramadan aufkommen, von der Unterstützung fastender Jugendlicher bis hin zur Vermeidung von Konflikten. Alioune Niang von der Ufuq-Fachstelle hat darauf hingewiesen, dass Lehrkräfte vor Herausforderungen stehen, wie Konzentrationsmangel und Leistungsabfälle bei Schülern während des Ramadans. Um Lehrer zu unterstützen, wurde das Kartenset „Wie, schon wieder Ramadan!?“ entwickelt, das Hintergrundinformationen und praktische Tipps bietet. Das Poster dazu zeigt im Comic-Stil Szenen aus dem Schulalltag und sorgt dafür, dass die Themen auf eine lockere Art behandelt werden. Wer hätte gedacht, dass Unterricht so spannend sein kann?
Orientierung für Schulen und Lehrkräfte
Zusätzlich gibt es eine Handreichung für den schulischen Alltag, die Orientierung im Umgang mit fastenden Schülern bieten soll. Sie richtet sich an Schulen, Lehrkräfte, pädagogisches Personal und Eltern. Themen wie die Bedeutung des Fastens, gesundheitliche Aspekte, und der Umgang mit religiösen Feiertagen werden behandelt. Ziel ist es, den Bildungs- und Erziehungsauftrag der Schule zu erfüllen und dabei die Religionsfreiheit zu respektieren. Ein Dialog und gegenseitiger Respekt sind unerlässlich, um ein harmonisches Zusammenleben zu fördern.
Die vollständige Handreichung steht als PDF zum Download bereit. So kann jede Schule ihre Planung anpassen und den Bedürfnissen von fastenden Schülern Rechnung tragen. Das könnte zum Beispiel durch Anpassungen im Sportunterricht oder durch gemeinsame Iftar-Essen geschehen. Respekt und Verständnis für religiöse Vielfalt – das ist das Ziel. Die Ufuq-Fachstelle bietet auch Beratungen und Workshops an, um Lehrkräfte und Jugendliche in dieser Zeit zu unterstützen. Eine sehr wertvolle Initiative, die zeigt, dass Schulen mehr tun können, als nur Wissen zu vermitteln. Es geht auch um Miteinander und Verständnis.