In Villeneuve-lès-Avignon, im malerischen Südfrankreich, hat die 41-jährige Anglerin Ludivine ein wahres Prachtexemplar aus der Rhône gezogen. Nach einem spannenden, zweistündigen Kampf gelang es ihr, einen 2,40 Meter langen Wels, geschätzt fast 100 Kilo schwer, zu fangen – den größten Fisch, den sie jemals gefangen hat. „Man weiß nie, wer zuerst aufgibt – der Fisch oder wir“, bemerkte Ludivine nach diesem nervenaufreibenden Erlebnis. Ihr Erfolgsgeheimnis? Entspannt bleiben und nicht verkrampfen, auch wenn der Kampf mit einem der größten Süßwasserfische Europas anstrengend sein kann.
Die Faszination für Welse ist in den letzten Jahren stark gewachsen, was nicht zuletzt an den günstigen Bedingungen für das Wachstum dieser beeindruckenden Fische liegt. So berichtet man etwa von einem Wels-Kadaver, der in Dreieich-Sprendlingen (Hessen) gefunden wurde und eine Länge von 2,60 Metern aufwies. Ludivine hingegen verfolgt die „no kill“-Philosophie und ließ ihren Fang nach dem Foto wieder frei, was zeigt, dass sie sich um den Fortbestand der Art sorgt. In der Vergangenheit wurden die ältesten Welse bis zu 80 Jahre alt und konnten fast drei Meter lang werden.
Ein neuer Rekord im Anglersport
Gerade als die Fanggeschichten in der Region für Aufsehen sorgten, wurde in Polen ein neuer Weltrekord aufgestellt. Am 19. Oktober wurde ein 2,92 Meter langer Wels gefangen – ein schier unglaublicher Fang, der während des Mikado-Cups, eines Anglerwettbewerbs, erzielt wurde. Dieser Wettbewerb, bei dem Angler in Zweierteams mit künstlichen Ködern fischen, brachte die beiden Angler Krzysztof Pyra (30) und Adrian Gontarz (20) den absoluten Rekord. Pyra äußerte seine Freude und Fassungslosigkeit über diesen Fang und hofft, dass sie den Weltrekord gebrochen haben.
Die Welse in Europa profitieren zunehmend von den steigenden Wassertemperaturen, die durch den Klimawandel verursacht werden. Dies führt dazu, dass der Aktivitätszeitraum der Welse von April bis Oktober verlängert wird, was wiederum mehr Fressen und schnelleres Wachstum zur Folge hat. Rekordmeldungen über Welse nehmen in dieser Zeit zu, und es ist spannend zu beobachten, wie sich die Entwicklung in den kommenden Jahren gestalten wird. Der bisherige Weltrekord von 285 cm, gefangen im italienischen Po vor zwei Jahren, wurde erst kürzlich von einem deutschen Angler mit einem 281 cm langen Wels egalisiert – ein Zeichen dafür, dass die Welse immer größer werden.
Der Fang von Ludivine und die Rekordmeldung aus Polen zeigen eindrucksvoll, wie lebendig und aufregend der Anglersport ist. Ob in den Gewässern Frankreichs oder in den Tiefen Polens – die Faszination für diese Giganten der Süßwasserwelt bleibt ungebrochen und lädt Angler überall dazu ein, ihr Glück zu versuchen.