Der geheimnisvolle Wels: Vom heimlichen Jäger zum Sorgenkind der heimischen Gewässer
Heute ist der 23.06.2026 und in Wels-Land gibt es viel Gesprächsstoff, vor allem wenn es um den geheimnisvollen Wels geht. Ja, genau der, der in den letzten Jahren nicht nur in den heimischen Gewässern, sondern vor allem im Bodensee für Aufregung sorgt. Der große Süßwasserfisch hat sich rasant ausgebreitet, und Fischern sowie Wissenschaftlern wird ganz schön mulmig dabei. Man könnte fast sagen, der Wels hat sich zur neuen Ikone der heimischen Flüsse entwickelt – und das nicht gerade zur Freude aller.
Die massive Ausbreitung dieser Raubfische ist kein Zufall. Der Wels, der größte einheimische Süßwasserfisch, profitiert von den wärmer werdenden Gewässern, die durch den Klimawandel entstehen. Besonders im Neckar, im Rhein und im Bodensee hat sich der Wels in den letzten Jahrzehnten regelrecht ausgebreitet. Der Anstieg der gefangenen Welse im Bodensee spricht Bände: Von 4,5 Tonnen im Jahr 2020 ist die Menge bis 2024 auf fast 8 Tonnen gestiegen. Man muss sich vorstellen, 1990 waren es gerade mal rund 100 Kilogramm pro Jahr! Das sind gewaltige Zuwächse.
Ein unerwarteter Spitzenjäger
Welse sind nicht nur groß, sie wachsen auch schnell und können bis zu 3 Meter lang und bis zu 150 Kilogramm schwer werden. In diesem Zusammenhang ist es kaum verwunderlich, dass sie als Spitzenjäger unter den Fischen gelten. Diese Raubfische haben ein Gespür für ihre Beute – von kleinen Fischen bis hin zu bedrohten Wanderfischen wie Lachsen. In der Kinzig im Ortenaukreis warten sie an Fischpässen und attackieren die wandernden Lachse. Das führt zu erheblichen Verlusten und Verletzungen bei den Lachsen. Die Forscher sind besorgt, denn ab einer Körperlänge von etwa einem Meter haben Welse keine natürlichen Feinde mehr. Der Kampf um das Überleben der heimischen Fischarten ist also in vollem Gange.
Auf der anderen Seite hat die Forschung in den letzten Jahren erstaunliche Fortschritte gemacht. Welse zeigen ein neues Verhalten im Bodensee, das von Forschenden der Fischereiforschungsstelle Baden-Württemberg und der Technischen Universität München entdeckt wurde. Mit Hilfe von Spezial-Sensoren – ja, tatsächlich, diese Welse sind jetzt mit Technik ausgestattet – wurde herausgefunden, dass sie ihren Auftrieb im Wasser präzise steuern können. Diese Sensoren messen Wasserdruck und Temperatur und helfen dabei, das Verhalten der Welse besser zu verstehen. Komischerweise passt sich der Wels besser an seine Umgebung an, als man ursprünglich dachte. Sie meiden starke Druckunterschiede und bewegen sich mit minimalem Energieaufwand. Im Sommer halten sie sich in den warmen Flachwasserbereichen auf, während sie im Winter in kühlere Tiefen abtauchen. Das ist eine clevere Strategie!
Regulierungsmaßnahmen und Ausblick
Die Behörden haben bereits Maßnahmen ergriffen, um den Welsbestand zu regulieren. An sogenannten „Hotspots“ werden gezielt Welse aus dem Rhein und Neckar gefangen. Über den Fang von Welsen gibt es keine Schonzeit oder Mindestmaße, was es den Erwerbsfischern ermöglicht, effizienter zu fangen. Es gibt sogar Ausnahmegenehmigungen für Berufsfischer, die es ihnen erlauben, intensiver auf die Welse loszugehen. Aktuell sieht Brinker, ein Fachmann auf diesem Gebiet, keine akuten Probleme mit dem Wels, aber ein Ende der Ausbreitung ist nicht in Sicht. Die Wassertemperaturen steigen weiter – im Bodensee von 11-12 Grad im Jahr 1990 auf 13-14 Grad im Jahr 2024. Ein Teufelskreis, könnte man sagen.
Die Entwicklung des Welses in Baden-Württemberg ist ein Zeichen für die Veränderungen in unseren Gewässern. In wärmeren Regionen, wie der iberischen Halbinsel, hat der Wels bereits große Schäden an heimischen Fischarten angerichtet. Auch wenn Angriffe auf Menschen als unrealistisch gelten, gibt es Berichte über Vorfälle in Bayern. Man muss also wachsam sein. Die Welse breiten sich nicht nur in den heimischen Gewässern aus, sondern auch in anderen Regionen. Die Forscher erwarten, dass sie in den nächsten Jahren auch in den Flüssen Baden-Württembergs häufiger anzutreffen sind. Das klingt nach einer aufregenden, wenn auch herausfordernden Zeit für die heimischen Gewässer.
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