Heute, am 22. Mai 2026, war die Mitgliederversammlung des Vereins Sozialzentrum in Vöcklabruck ein bedeutender Moment für die gesamte Gemeinschaft. Der Wechsel an der Spitze des Vereins war nicht nur eine Frage der neuen Gesichter, sondern auch ein Zeichen des Wandels, das in der Luft lag. Hans Übleis und Gerlinde Meyer, die beiden langjährigen Vorstandsmitglieder, haben nach vielen Jahren der engagierten Arbeit nicht mehr zur Wahl angetreten. Übleis, der seit 1988 unermüdlich im Vorstand tätig war und seit 2021 das Amt des Obmanns innehatte, hinterlässt ein bemerkenswertes Erbe. Und auch Gerlinde Meyer, die seit 2009 als Obmann-Stellvertreterin die Geschicke des Vereins mitlenkte, wird in den Herzen der Mitglieder weiterleben.
Mit einem herzlichen Dankeschön wurden beide im Beisein von Generaloberin Sr. Angelika Garstenauer und Bürgermeister Peter Schobesberger verabschiedet. Die neue Obfrau, Margit Mayrhauser-Huß, die gemeinsam mit Günter Cerny und Hiltburg Thönessen als Stellvertreter das Ruder übernehmen wird, betonte in ihrer Ansprache die Notwendigkeit, auf gesellschaftliche Veränderungen zu reagieren. Sie blickt optimistisch in die Zukunft und verspricht, dass der Verein auch weiterhin Menschen in schwierigen Lebenssituationen rasch und unbürokratisch unterstützen wird.
Ein Vermächtnis der Solidarität
Unter der Obmannschaft von Hans Übleis wurden mehrere bedeutende Projekte ins Leben gerufen. Dazu zählt die Eröffnung eines neuen Mosaik-Standorts mit Notschlafstelle und Beratungszentrum in der Gmundner Straße sowie das Tageszentrum im Schwibbogen. Das Angebot „Housing first“ ist ein weiteres wichtiges Element in der Philosophie des Vereins, das darauf abzielt, Menschen ein Dach über dem Kopf zu geben. Besonders hervorzuheben ist das Leitmotiv des Vereins: „Wahrnehmen statt wegschauen“. Es ist ein Aufruf an alle, nicht wegzuschauen, sondern aktiv zu helfen.
Die Herausforderungen, die sich im letzten Jahr stellten, waren nicht zu unterschätzen. Die neuen Standorte für Mosaik und die Einrichtung „Impuls“ in der Salzburger Straße 18/1 waren große Projekte, die viel Engagement erforderten. Doch die Mitglieder des Vereins haben gezeigt, dass sie auch in schwierigen Zeiten zusammenstehen und innovative Lösungen finden können.
Die Zukunft des Sozialzentrums
Margit Mayrhauser-Huß und ihr Team sind fest entschlossen, die Arbeit für Menschen in Not weiterzuführen. Künftig wird ein neues Tageszentrum für von Armut und Wohnungslosigkeit betroffene Personen geplant, ein Schritt, der die Hilfsangebote in Vöcklabruck weiter ausbauen soll. „Wir müssen auf die sich ständig ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen reagieren“, so Mayrhauser-Huß. Hier zeigt sich die Weitsicht, die die neue Obfrau mitbringt.
In einer Welt, in der soziale Ungleichheit und Armut oft unsichtbar bleiben, ist die Arbeit des Sozialzentrums von zentraler Bedeutung. Ähnlich wie das Deutsche Rote Kreuz, das sich für Menschen in schwierigen Lebenslagen einsetzt, sieht auch der Verein Sozialzentrum seine Aufgabe darin, Menschen zu helfen, aus der Armutsspirale auszubrechen und Selbständigkeit zu erreichen. Angebote wie Kleiderkammern, Tafeln und Projekte in der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe sind notwendig, um langfristige Perspektiven zu schaffen.
Die Verabschiedung der scheidenden Vorstandsmitglieder Karl Gruber und Martin Sattleder war ein weiterer emotionaler Moment der Versammlung. Mit einem herzlichen Dankeschön wurden auch sie für ihre Verdienste gewürdigt. Die neuen Vorstandsmitglieder, darunter Margit Mayrhauser-Huß und Manfred Binder, stehen nun bereit, das Erbe ihrer Vorgänger fortzuführen und die Vision des Sozialzentrums lebendig zu halten.