In Puchenau, einer Gemeinde im malerischen Urfahr-Umgebung, brodelt es! Die Diskussion um den Ausbau des Radwegs zwischen Puchenau und Ottensheim hat die Gemüter erhitzt. Die Grünen und die Radlobby OÖ setzen sich vehement dafür ein, die Strecke sicherer und attraktiver zu gestalten. Ein Blick auf die Fakten zeigt, dass der Donauradweg (R1) von Passau bis Wien in den warmen Monaten von Mai bis September stark frequentiert ist – und das nicht ohne Grund! Leider gilt der Abschnitt zwischen Ottensheim und Puchenau als unattraktiv und vor allem gefährlich.

Die Radroute schlängelt sich seit Jahrzehnten nördlich der Rohrbacher Straße (B127), doch über 20 Ein- und Ausfahrten in diesem Bereich haben bereits zu schweren Unfällen geführt – einige sogar mit tödlichem Ausgang. Günther Gaisbauer, der Grün-Gemeinderat von Puchenau, hat einen konkreten Vorschlag: Ein 3,5 Meter breiter Rad- und Fußweg am Treppelweg könnte hier Abhilfe schaffen. Er verweist auf den gut ausgebauten Radweg zwischen Puchenau und Alt-Urfahr als positives Beispiel. Seit der Eröffnung im August 2018 haben mehr als 2,4 Millionen Radfahrer diesen Weg genutzt. Im Juni zählen wir etwa 1.890 Radfahrten pro Tag, mit Spitzenwerten von 130 bis 150 Fahrten pro Stunde am späten Nachmittag. Auch Wanderer, Spaziergeher und Jogger sind oft anzutreffen, und das bei schönem Licht, denn der Weg ist gut beleuchtet.

Widerstand und Bedenken

Trotz dieser positiven Zahlen gibt es Widerstand. Bürgermeister Fritz Geyrhofer von der ÖVP äußert Bedenken, dass nicht alle Gartenstädter Radfahrer in der Golfplatzstraße willkommen heißen würden. Zwei negative Schreiben zum Ausbau sind bei ihm eingegangen. Zudem hat die Naturschutzabteilung des Landes den Ausbau abgelehnt, da es sich um ein Europaschutzgebiet (Eferdinger Becken) handelt. Auch die ÖBB spielt nicht mit, da die Mühlkreisbahn elektrifiziert wird. Geyrhofer hält die Diskussion um den Ausbau für Energieverschwendung und fordert Expertenmeinungen. Das Land Oberösterreich hat momentan andere Radhauptrouten auf dem Schirm.

In der Zwischenzeit gibt es jedoch noch eine andere Herausforderung für Radfahrer auf dem Donauradweg. Die Doppelschleuse Kachlet in Passau wird voraussichtlich bis 2039 wegen dringend notwendiger Sanierungsarbeiten gesperrt. Die Schleuse, die seit 1927 in Betrieb ist, besteht aus drei Bauwerken: Wehr, Schleusenanlage und Kraftwerk. Diese Arbeiten, die nach einer europaweiten Ausschreibung vergeben wurden, bringen natürlich auch unweigerlich Beeinträchtigungen für den Baustellenverkehr mit sich. Eine Umleitung über die Franz-Josef-Strauß-Brücke wird eingerichtet, damit Radfahrer und Fußgänger nicht auf der Strecke bleiben.

Es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation in Puchenau entwickeln wird. Wird der Druck auf die Behörden größer, um endlich einen sicheren Radweg zu schaffen? Oder wird das Thema aufgrund der bestehenden Widerstände im Sand verlaufen? Die Meinungen der Puchenauer Gartenstadtbewohner scheinen sich zu wandeln, doch ob das ausreicht, um Veränderungen herbeizuführen, ist fraglich. Die Situation bleibt spannend – für Radfahrer, Anwohner und die Verantwortlichen gleichermaßen.

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