Klangvolle Heimat: Eine Hommage an Hedwig Haudum im Mühlviertel
Am Samstag, den 20. Juni 2026, fand eine ganz besondere Veranstaltung im Vorstadtwirt in St. Veit im Mühlkreis statt. Die Präsentation der neuen CD „Oh du Hoamat, schöns Mühlviertel“ zog zahlreiche Besucher an, die sich von den Klängen der Musik verzaubern ließen. In der Luft lag ein Hauch von Heimat – und das nicht ohne Grund, denn im Mittelpunkt stand das musikalische Erbe von Hedwig Haudum, einer Mühlviertler Liedermacherin und Mundartdichterin, die zwischen 1920 und 1990 lebte. Ihre Lieder sind tief in der Region verwurzelt und spiegeln die Seele des Mühlviertels wider.
Das Gesangsquartett Haudum-Ganglberger, bestehend aus Petra Schartner (Sopran), Roswitha Schano (Alt), Konrad Ganglberger (Tenor und Gitarre) und David Clemens Haudum (Bass und Akkordeon), sorgte für die musikalische Gestaltung des Nachmittags. Begleitet wurden sie von einem Bläser-Ensemble aus Bad Leonfelden und dem Kirchenchor St. Veit – eine harmonische Kombination, die das Publikum mit auf eine Reise durch die Klangwelt von Haudum nahm. Dr. Franz Gumpenberger führte charmant durch das Programm und hob die immense Bedeutung von Haudums Schaffen hervor. Es war wirklich spannend zu hören, wie sie über hundert Volkslieder in Mühlviertler Mundart komponierte, vor allem in den letzten zwei Jahrzehnten ihres Lebens.
Ein musikalisches Erbe
Die neue CD umfasst 32 sorgfältig ausgewählte Lieder, die traditionell und bodenständig neu eingespielt wurden. Aufnahmen mit zwei bis vier Singstimmen, begleitet von Akkordeon und Gitarre, bringen die Lieder in einem frischen Gewand zurück ins Bewusstsein der Menschen. Es ist ein Projekt, das nicht nur das kulturelle Erbe von Hedwig Haudum lebendig hält, sondern auch den Zugang zu regionalem Liedgut für ein breites Publikum fördert. Vor zehn Jahren wurde bereits ein Liederbuch mit rund 60 ihrer Kompositionen veröffentlicht, und nun können die Zuhörer sich an dieser neuen musikalischen Reise erfreuen.
Die Atmosphäre im Vorstadtwirt war einfach magisch. Die Menschen hörten aufmerksam zu, schlossen die Augen und ließen sich von den Melodien entführen. Als das letzte Lied erklang, brandete ein langanhaltender Applaus auf – ein deutliches Zeichen der Wertschätzung für die Mitwirkenden, die mit viel Herzblut und Engagement dabei waren. Die Veranstaltung war nicht nur eine Hommage an Haudum, sondern auch ein wunderschöner Nachmittag, an dem die lokale Kultur im Mittelpunkt stand.
Ein Teil der Mühlviertler Kultur
Die Veranstaltung ist Teil einer größeren Tradition, die die Mühlviertler Kultureinrichtungen pflegen. Diese Orte erzählen Geschichten über das Leben und die Lebensweisen der Bewohner. Von traditionellem Handwerk wie der Imkerei, Färberei und Puppenhandwerk bis hin zu Fachmuseen, die sich der Keramikherstellung und Musikkunst widmen, gibt es in der Region viel zu entdecken. So finden sich das Schlossmuseum in Freistadt, das Puppenhausmuseum in St. Thomas am Blasenstein und das Mostmuseum in St. Marienkirchen unter den zahlreichen Einrichtungen, die das kulturelle Erbe lebendig halten.
In dieser bunten Palette an kulturellen Angeboten zeigt sich, wie wichtig die Heimatverbundenheit und das Brauchtum für die Menschen hier sind. Es ist nicht nur ein Rückblick auf die Vergangenheit, sondern auch ein Blick in die Zukunft, in der regionale Kultur und Traditionen weiterhin gefeiert und bewahrt werden. Und genau das wurde am Samstag in St. Veit eindrucksvoll unter Beweis gestellt.
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