Am Samstag, dem 13. Juni 2026, öffnete das offene Atelier in Steyr seine Türen und bot den Besuchern die einzigartige Gelegenheit, die Werke des Wiener Künstlers Wilhelm Singer hautnah zu erleben. In einem kreativen Mix aus Malerei, Skulptur, Installation, Film und Klang lädt Singer zu einer tiefgründigen Auseinandersetzung mit den Themen Erinnerung, Wahrnehmung und den Spuren von Veränderung ein. Wer hätte gedacht, dass Kunst so viele Facetten haben kann? Hier wird nicht nur geschaut, sondern auch gefühlt und gedacht!

Besonders ins Auge fallen Singers Werke, die unter dem Titel „Zeitweise Unsichtbarkeit – sedimentierte Körperzustände / verpuppt“ stehen. Diese Figuren wirken wie Hüllen oder verdichtete Körperformen und stellen die Verpuppung als Endzustand dar – nicht als bloßen Übergang. Die Betrachterinnen und Betrachter haben die Möglichkeit, die Figuren aus verschiedenen Perspektiven zu betrachten, und so ihre eigene Wahrnehmung zu hinterfragen. Ein faszinierender Ansatz, der die Grenzen des Gewöhnlichen sprengt!

Kunst als Erinnerungslandschaft

In der Malerei widmet sich Singer ebenfalls den Themen Erinnerung und Wahrnehmung. Seine großformatigen Bilder, die mit dunklen Farbfeldern, Lichtspuren und sichtbaren Arbeitsspuren aufwarten, lassen den Betrachter in eine innere Landschaft eintauchen – ein Raum aus Eindrücken, Erlebnissen und tiefen Gefühlen. Vertraute Emotionen werden wachgerufen, und man fragt sich unweigerlich: Was bleibt uns von unseren Erinnerungen? Und wie prägen sie unsere Identität?

Doch das ist noch nicht alles! Singers Werk ist nicht nur auf die visuelle Ebene beschränkt, sondern wird durch ergänzende Medien wie Filme, Hörstücke und Texte bereichert. Diese Auseinandersetzungen mit Familie, Herkunft und Erinnerung werfen Fragen nach Identität und Zugehörigkeit auf. Persönliche Erzählungen entfalten sich und lassen einen tief in die Gedankenwelt des Künstlers eintauchen. Man könnte fast sagen, es ist wie ein Gespräch mit einem alten Freund – man erfährt viel über ihn und sich selbst zugleich.

„Am Wegrand – Fragmente verborgener Figuren“

In einem weiteren spannenden Projekt mit dem Titel „Am Wegrand – Fragmente verborgener Figuren“ nutzt Singer Textfragmente, um familiäre Bedingtheiten zu thematisieren. Klangkonzentrationen werden als Reflexionsprozesse eingesetzt und schaffen Gedächtnislandschaften, die abstrakte Figuren expressiv auf Leinwand abbilden. Diese Arbeiten, die auch traumhafte Sequenzen und Arbeitscollagen umfassen, werden über Video projiziert und ziehen die Besucher in ihren Bann. Man kann sich kaum dem Zauber entziehen!

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Die ethische Dimension der Kunst wird durch historische Artefakte wie ein Tonbandgerät und einen Gitarrenverstärker aus den 1970er-Jahren sowie einem Ford Modell A aus den 1920er-Jahren verstärkt. Diese Objekte erzählen Geschichten, die über die Zeit hinaus reichen und den Willen zur Erinnerung verkörpern. Kommunikation mit verstorbenen Familienmitgliedern und Identitätsarbeit stehen im Zentrum. Es ist, als ob die Vergangenheit mit der Gegenwart verwoben wird und uns zum Nachdenken anregt.

Die Rolle des Körpers in der Kunst

In der heutigen Kunst wird der Körper oft als Träger sozialer Codierungen dargestellt. Es sind keine idealisierten Darstellungen, sondern verletzliche, reale Körper, die Geschichten erzählen – Geschichten von Narben, Schwangerschaft, Behinderung oder Alterung. Hier wird die Frage aufgeworfen, was als sichtbar gilt und was als abweichend markiert wird. Der Körper, in Verbindung mit Raum und Kontext, wird zum Ausdrucksmittel, das Identität sprachlich verhandelt.

Manchmal fragt man sich, wie viel von uns durch Sprache sichtbar wird. Bei Singers Arbeiten wird deutlich, dass Erinnerungen durch Archivmaterial, Familienfotos oder Erzählstrukturen lebendig werden. So entsteht eine Verbindung zwischen dem Persönlichen und dem Politischen. Kunst hat die Kraft, uns in unserer eigenen Zeit und unserem sozialen Kontext zu verorten. Und genau das geschieht in Steyr, wo Kunst nicht nur betrachtet, sondern auch erlebt wird.

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