Am 21. Mai 2026 feierte die PRO-GE, die größte Arbeitergewerkschaft Österreichs, eine ganz besondere Ehrung im Museum Arbeitswelt in Steyr. Hier wurden langjährige Mitglieder für ihre Treue geehrt – und das ist eine Tradition, die tief in der Kultur der Gewerkschaft verwurzelt ist. 72 Mitglieder konnten für 25 Jahre, 63 für 40 Jahre, 45 für 50 Jahre, 14 für 60 Jahre, 12 für 65 Jahre, 8 für 70 Jahre und einer für stolze 75 Jahre Mitgliedschaft gefeiert werden. Wow, das sind Lebensgeschichten! Ein Kollege, der für seine 75 Jahre geehrt werden sollte, konnte leider nicht anwesend sein. Aber die anderen… die strahlten förmlich vor Stolz.
Der Bezirksvorsitzende Andreas Brich sprach in seiner Ansprache über die tiefgreifenden Veränderungen in der Arbeitswelt, insbesondere in der Automotive Branche in Steyr. Er machte deutlich, wie wichtig eine funktionierende Arbeitnehmervertretung ist – schließlich geht es hier um die Sicherung von Arbeitsplätzen in einer Zeit, in der sich so viel verändert. Ein Thema, das uns alle betrifft!
Ein Blick auf die Herausforderungen
Bundesgeschäftsführer Stefan Guggenberger hielt eine eindringliche Rede, die auf das Motto „Demagogen und sonstige Zauberkünstler“ hörte. Dabei wies er auf drei laufende Verhandlungsrunden in der Chemie-, Papier- sowie Elektro- und Elektronikindustrie hin. Er kritisierte die kurzfristige Denkweise von Geschäftsführern und deren negativen Auswirkungen auf die langfristigen Unternehmensstrategien. „Halt, nicht zu schnell denken!“, könnte man sagen. Außerdem äußerte er sich besorgt über die aktuellen Entwicklungen im Pensions- und Gesundheitssystem und warnte vor den Folgen des Kaputtsparens. Die Rolle starker Gewerkschaften sei hier von entscheidender Bedeutung, um einen finanziellen und solidarischen Ausgleich zu schaffen.
Die PRO-GE, gegründet 2009 aus der Fusion der Gewerkschaft Metall-Textil-Nahrung und der Gewerkschaft der Chemiearbeiter, hat sich seither zu einer starken Stimme für die Beschäftigten entwickelt. Mit über 230.000 Mitgliedern in Österreich und der Vertretung von Branchen wie Metall, Textil, Chemie und Agrar, ist sie ein unverzichtbarer Bestandteil des Arbeitsmarktes. Die Gewerkschaft verhandelt etwa 140 Kollektivverträge und sorgt dafür, dass die Arbeitnehmer in Österreich nicht im Regen stehen gelassen werden.
Die Bedeutung der Gewerkschaften
Man muss sich das mal vorstellen: Rund 98 Prozent der Beschäftigten in Österreich sind durch Kollektivverträge abgesichert. Das ist kein Zufall, sondern das Ergebnis harter Arbeit und Verhandlungen. Gewerkschaften wie die PRO-GE sind für die Sicherung von Einkommen und Rechten von Millionen Beschäftigten verantwortlich. Sie haben Urlaubs- und Weihnachtsgeld durchkämpft – und das sind nur zwei Beispiele. In Österreich ist die Mitgliedschaft in Gewerkschaften freiwillig, und dennoch sind über 1,2 Millionen Menschen, also etwa 32,1 Prozent der Arbeitnehmenden, Teil dieser starken Gemeinschaft.
Die PRO-GE bietet ihren Mitgliedern nicht nur rechtlichen Beistand, sondern auch Weiterbildungskurse, Unterstützung im Notfall und sogar vergünstigte Urlaubsangebote. Das zeigt, wie wichtig die Gewerkschaft für die Menschen in ihrem Arbeitsalltag ist. Ein sicherer Arbeitsplatz, faire Bedingungen und eine starke Vertretung – darauf kommt es an. Und das wird auch in Steyr eindrucksvoll unter Beweis gestellt.