Es war ein besonderer Tag in der Region Steyr-Land, als Bischof Manfred Scheuer die begehrten Florian- und Severin-Medaillen an engagierte Christen überreichte. Diese Auszeichnungen sind nicht einfach nur Schmuckstücke; sie stehen für ein ganzes Leben voller Hingabe, Leidenschaft und Nächstenliebe im Dienste der Kirche und der Gemeinschaft. In einer feierlichen Zeremonie wurden die Medaillen an vier bemerkenswerte Persönlichkeiten verliehen, die mit ihrem unermüdlichen Einsatz das Leben in ihren Pfarreien bereichert haben.

Insgesamt gingen die Medaillen nach Steyr (2), Ternberg (1) und Waldneukirchen (1). Die Florian-Medaille würdigt überregionales Engagement, während die Severin-Medaille für lokale Verdienste vergeben wird. Die Auszeichnung bekommen nur jene, die mindestens zehn Jahre lang außergewöhnliche Leistungen in pastoralen oder kirchlich verbundenen Bereichen erbracht haben. Ein echter Grund zur Freude!

Die Preisträger im Detail

Die Florian-Medaille erhielt Johanna Eisner, die seit 1982 in Steyr lebt und ursprünglich aus Osttirol stammt. Ihr Engagement in der Pfarre Christkindl ist beeindruckend. Sie hat nicht nur die Kirchenpflege und Liturgie maßgeblich geprägt, sondern auch die kfb OÖ beeinflusst. Besonders erwähnenswert ist ihre Organisation der ersten gemeinsamen Weltgebetstags-Feier katholischer und evangelischer Frauen in Steyr im Jahr 1983. Ihr Theologiestudium, das sie 2013 in Linz abschloss, rundet ihr Engagement ab.

Die Severin-Medaille wurde auch an Heinrich Brugger verliehen, der seit 1973 in Steyr lebt. Er ist ein echtes Urgestein der Stadt! Beruflich war er bei Strabag, EKW und OKA tätig, doch seine wahre Leidenschaft gilt der Suchtkrankenhilfe „Blaues Kreuz“, bei der er seit den 1960er-Jahren aktiv ist. Als Gründungsmitglied des Vereins „Gemeinsam für Gerechtigkeit“ hat er sich besonders für die Ministranten-Pastoral engagiert und war 20 Jahre lang Leiter des Christkindler Kulturtreffs. Unglaublich, was er alles auf die Beine gestellt hat!

Ein weiteres Herz der Gemeinschaft

Die Severin-Medaille erhielt ebenfalls Hermann Infanger, der seine Wurzeln in Maria Neustift hat und seit 2010 in Ternberg lebt. Der gelernte Elektriker hat nicht nur in der Straßenmeisterei gearbeitet, sondern auch die Wallfahrt nach Maria Neustift in Kleinraming 20 Jahre lang geleitet. Seit seinem Umzug hat er sich in der Pfarre Ternberg engagiert, indem er unter anderem die Seilwinde für den Adventkranz baute und das Kirchendach reparierte. Sein Engagement erstreckt sich sogar auf die Feuerwehr und das Rote Kreuz!

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Schließlich wurde auch Marianne Damböck geehrt, die seit 1972 in Waldneukirchen lebt. Nach dem Tod ihres Mannes übernahm sie die Tischlerei und Bestattung. Sie wurde 2007 in den Pfarrgemeinderat gewählt und war das Gesicht der Pfarre. Seit 2013 leitet sie das Katholische Bildungswerk und organisiert zahlreiche Veranstaltungen. Zudem ist sie Vorbeterin bei Totenwachen und gestaltet Hausabholungen Verstorbener mit christlichen Riten. Ein wahrer Fels in der Brandung!

Engagement über die Kirchenmauern hinaus

Das Engagement dieser Menschen ist nicht nur für die Kirche von Bedeutung. Die evangelische und katholische Kirche zählt in Deutschland rund 43 Millionen Mitglieder und hat einen enormen Einfluss auf die Gesellschaft. Mit 1,3 Millionen Menschen, die in kirchlichen Wohlfahrtsverbänden arbeiten, und 4,9 Millionen, die sich ehrenamtlich engagieren, zeigen sich die vielfältigen Handlungsfelder des kirchlichen Engagements. Ob Integration von Migranten, Einsatz für globale Gerechtigkeit oder Umweltschutz – die Kirchen sind in vielen Bereichen aktiv und spielen eine zentrale Rolle in der Gestaltung einer gerechten und solidarischen Gesellschaft.

In Zeiten, in denen die Gesellschaft oft auseinander driftet, bieten kirchliche Gemeinschaften Resonanzräume für „Glaube, Hoffnung und Liebe“. Solche Werte sind gerade in unserer heutigen Zeit von großer Bedeutung. Das Engagement der Kirchen stärkt nicht nur die demokratische Gesellschaft, sondern wirkt auch Extremismus entgegen. Umso wichtiger ist es, die Rahmenbedingungen für dieses Engagement zeitgemäß zu gestalten, damit auch zukünftige Generationen von der Nächstenliebe und dem gesellschaftlichen Zusammenhalt profitieren können.