Am 5. Mai 2026 trafen sich in der kasachischen Hauptstadt Astana Österreichs Außenministerin Beate Meinl-Reisinger und Innenminister Gerhard Karner. Die beiden Politiker hatten sich viel vorgenommen. So standen Themen auf der Agenda, die uns alle betreffen: die Bekämpfung illegaler Migration, organisierte Kriminalität, Terrorismus und Extremismus. Man könnte sagen, sie haben gleich mehrere Eisen im Feuer, um die Sicherheit sowohl in Österreich als auch auf internationaler Ebene zu stärken.
Der Austausch mit dem kasachischen Innenminister Jerschan Sädenow war dabei besonders aufschlussreich. Es gab nicht nur einen regen Informationsaustausch über die Herausforderungen, die uns alle betreffen, sondern auch eine Einigung, die die Zusammenarbeit in diesen kritischen Bereichen vertiefen soll. Ein bilaterales Rückübernahmeabkommen trat vor wenigen Tagen in Kraft. Das könnte man als einen kleinen Schritt in die richtige Richtung sehen – immer mit dem Ziel, dass Menschen, die illegal in ein Land eingereist sind, auch wieder in ihre Heimat zurückgeführt werden können.
Kooperation auf internationaler Ebene
Karner betonte die Wichtigkeit der inneren Sicherheit und die gemeinsame Front im Kampf gegen islamistischen Extremismus und andere bedrohliche Phänomene. Auch wenn die Zahl der Asylanträge aus Kasachstan in Österreich derzeit niedrig ist, zeigt die strukturierte Zusammenarbeit, wie wichtig es ist, gemeinsam gegen die globalen Herausforderungen vorzugehen. Meinl-Reisinger hob in diesem Zusammenhang die Notwendigkeit der internationalen Kooperation hervor. Denn die Bekämpfung grenzüberschreitender Kriminalität kann nur im Schulterschluss mit anderen Nationen erfolgreich sein.
Ein Blick über die Grenzen hinaus zeigt, dass die Bedrohungslage in Europa nicht unterschätzt werden darf. Laut der Bedrohungseinschätzung von Europol aus dem Jahr 2025 hat sich die organisierte Kriminalität stark verändert. Insbesondere während der Covid-19-Pandemie haben sich die kriminellen Aktivitäten auf digitale Kanäle verlagert. Es ist eine neue Art des Verbrechens, die sich in transnationalen Netzwerken zeigt und die gesamte EU betrifft. Von Drogenhandel bis hin zu Menschenhandel – die Herausforderungen sind vielfältig und verlangen nach einem koordinierten Vorgehen.
Die Rolle von digitalen Kanälen
Die Covid-19-Pandemie hat zwar kurzfristig die illegalen Handelsströme unterbrochen, aber sie hat auch neue Wege für die organisierte Kriminalität eröffnet. Kriminelle Netzwerke nutzen digitale Plattformen, um ihre Dienste anzubieten – sozusagen „crime as a service“. Ein erschreckender Trend, der zeigt, dass die Grenzen zwischen Realität und virtueller Welt zunehmend verschwimmen. Die Märkte für Drogen und andere illegale Güter haben sich ins Internet verlagert, und Geldwäsche wird vermehrt über Kryptowährungen abgewickelt. Wer hätte gedacht, dass die digitale Revolution auch die Verbrecherwelt so stark beeinflusst?
Es ist also kein Wunder, dass die EU-Sicherheitsstrategie 2025 die organisierte Kriminalität als zentrale Bedrohung identifiziert. Staaten nutzen diese kriminellen Gruppen sogar als Werkzeuge für geopolitische Machenschaften. Das zeigt, wie komplex und vielschichtig das Problem ist – und dass es einer besseren internationalen Zusammenarbeit bedarf, um diese Herausforderungen zu meistern.
In Anbetracht all dieser Faktoren ist die Zusammenarbeit zwischen Österreich und Kasachstan ein wichtiger Schritt, um den Bedrohungen, die uns alle angehen, entschlossen entgegenzutreten. Denn in einer Welt, in der sich die Gefahren ständig weiterentwickeln, kann man nicht genug für die Sicherheit der Bürger tun. Und so bleibt zu hoffen, dass die besprochenen Maßnahmen nicht nur auf dem Papier stehen, sondern auch in die Tat umgesetzt werden.