Heute, am 7. Mai 2026, stehen wir in Schärding vor einer Herausforderung, die uns alle betrifft: die Finanzbildung unserer Kinder. Martin Doblinger, der Marktbereichsleiter-Stv. OÖ West und Bayern der Sparkasse OÖ, macht sich leidenschaftlich für dieses Thema stark. Er bringt es auf den Punkt – die Defizite in der Finanzbildung sind erschreckend. Ein Schüler war überzeugt, dass bei einem Kredit nur die Zinsen zu zahlen seien und nicht die geliehene Summe. Da fragt man sich, was da schief läuft und wo die Wurzel des Problems liegt.
Doblinger ist überzeugt, dass wir frühzeitig die Grundlagen der finanziellen Bildung legen müssen. Die Sparkasse OÖ hat bereits einen Schritt in diese Richtung gemacht. Mit dem Financial Life Park in Linz wurde ein Ort geschaffen, an dem Schulgruppen praxisnah lernen können, was es heißt, mit Geld umzugehen. „Ich wünsche mir ein Schulfach für Finanzbildung“, sagt er und unterstreicht die Notwendigkeit von qualifizierten Lehrern in diesem Bereich. Warum nicht schon in der Volksschule anfangen, den Umgang mit Geld zu lehren?
Der Umgang mit Geld von klein auf
Doblinger hat in seiner eigenen Familie einen interessanten Ansatz gewählt. Er gibt seinem zehnjährigen Sohn zwei Euro pro Woche und seiner 13-jährigen Tochter 20 Euro pro Monat als Taschengeld. Beide Kinder haben bereits mit zehn Jahren ihr eigenes Konto. „Man sollte den Kindern die Freiheit geben, selbst zu entscheiden, wie sie ihr Taschengeld ausgeben“, findet er. Das klingt nach einem soliden Plan, um die Kids frühzeitig in die Welt der Finanzen einzuführen.
Ein weiterer Tipp von Doblinger: Geldgeschenke für Kinder sollten in deren Vorsorge investiert werden. Das ist nicht nur vorausschauend, sondern zeigt auch, dass man von klein auf lernt, für die Zukunft zu sparen. In einer Zeit, in der digitale Zahlungsmethoden und Kryptowährungen immer mehr in den Vordergrund rücken, bleibt Doblinger realistisch. Er glaubt fest daran, dass Bargeld auch in der Zukunft seine Daseinsberechtigung hat und sieht Kryptowährungen als hochspekulativ an. Aktien hingegen, die haben für ihn einen klaren Wert.
Interaktive Finanzbildung im FLiP
Der Erste Financial Life Park, kurz FLiP, ist ein weiteres spannendes Projekt, das sich der Finanzbildung widmet. Hier gibt es interaktive Touren, die nicht nur informativ sind, sondern auch Spaß machen. Die Programme sind auf verschiedene Altersgruppen angepasst und fördern die finanzielle Selbstverantwortung. Die Teilnehmer können spielerisch mit finanziellen Entscheidungen experimentieren. Das Ziel ist es, die Kompetenzen im Umgang mit Geld zu stärken und wirtschaftliche Zusammenhänge zu verdeutlichen. Wer würde nicht gerne in einem solchen Umfeld lernen?
FLiP ist kein Marketing-Tool, sondern ein echtes Zentrum für Finanzwissen, das die Ernsthaftigkeit der Thematik unterstreicht. Die Materialien werden auf vielfältige Weise geteilt und legen Wert auf Transparenz und Verständlichkeit. Es ist erfreulich zu sehen, dass solche Initiativen nicht nur für Kinder, sondern auch für Jugendliche gedacht sind. Wer hätte gedacht, dass es sogar einen Preis für die besten Ideen von Kindern und Jugendlichen zum Umgang mit Geld gibt? Zusammen mit der ERSTE Stiftung und der Johannes Kepler Universität Linz wird der Kardea!-Preis vergeben. Das zeigt, dass der Umgang mit Geld nicht nur wichtig, sondern auch kreativ gestaltet werden kann.
In einer Welt, die ständig im Wandel ist, bleibt die finanzielle Bildung ein zentraler Punkt. Wir alle müssen uns dafür einsetzen, dass unsere Kinder auf eine sichere und kluge Weise mit Geld umgehen können. Schließlich ist das Wissen um den Umgang mit Geld ein essentielles Lebenswerkzeug, das sie auf ihrem Lebensweg brauchen werden.