In der kleinen, aber feinen Stadt Ried im Innkreis hat sich etwas zusammengebraut. Am 1. Juli 2026 fand der Auftakt der Veranstaltungsreihe „R(i)eden wir darüber“ statt, organisiert von Frau in der Wirtschaft Ried. Ein spannendes Format, das Unternehmerinnen der Region eine Plattform bietet – zweimal jährlich sollen sie im Mittelpunkt stehen. Doris Dim-Knoglinger, eine der treibenden Kräfte in der Buchhandelslandschaft, sprach über die Herausforderungen, denen der stationäre Handel gegenübersteht. Denn mit dem Druck der Online-Konkurrenz ist die Lage nicht einfach. Da wird einem schon mal angst und bange, wenn man an die Verkaufszahlen denkt, die in den letzten Jahren gesunken sind. Besonders betroffen sind Ratgeber und Wissensbücher – durch Künstliche Intelligenz und Suchmaschinen haben sie stark an Attraktivität verloren.

Dim-Knoglinger, die auch einen Onlineshop betreibt, sieht die Notwendigkeit, den stationären Handel zu stärken. Es ist eine schwierige Balance – Online-Riesen wie Amazon, Temu und Zalando machen mittlerweile 41 Prozent des Online-Umsatzes in Österreich aus. Da müssen sich die lokalen Händler etwas einfallen lassen! Ab dem 1. August wird die Buchhandlung von Dim-Knoglinger ihre Öffnungszeiten halbieren: Dienstags und freitags ganztägig, donnerstags und samstags nur halbtags. Ein mutiger Schritt, den Bürgermeister Bernhard Zwielehner lobt und der zeigt, dass in Ried auch mal neue Wege gegangen werden. Die Papierhandlung bleibt jedoch unverändert geöffnet. Und für alle, die nach Ladenschluss noch Lust auf Bücher haben, gibt’s das Angebot „Buchgenuss nach Ladenschluss“ für Gruppen oder Familien.

Die Herausforderungen des stationären Handels

Die Zahlen sprechen eine klare Sprache: Während der Onlinehandel zwischen 2019 und 2022 um satte 31,2 Prozent wuchs, legte der stationäre Einzelhandel nur um 3 Prozent zu. Das lässt einem schon das Herz schwer werden. E-Commerce hat mittlerweile Umsätze von über 80 Milliarden Euro erreicht, und trotzdem hält der stationäre Handel einen Marktanteil von 87 Prozent. Wer sich fragt, wie das zusammengeht, sollte sich die Stärken beider Vertriebskanäle genauer anschauen. Der Onlinehandel bietet Bequemlichkeit und Flexibilität – man kann rund um die Uhr shoppen und die Produktauswahl ist schier endlos. Doch der stationäre Handel hat auch seine Vorzüge: Persönliche Beratung, sofortige Verfügbarkeit von Produkten und die Möglichkeit, in unmittelbarem Kontakt mit dem Verkäufer zu stehen. Da gibt’s nichts, was das Online-Erlebnis ersetzen könnte!

Die Herausforderungen sind dabei mannigfaltig. Die Kosten, der Standort und der Konkurrenzdruck sind nur einige Punkte, die stationäre Händler im Hinterkopf haben müssen. Ein durchdachter Multi-Channel-Ansatz könnte hier helfen – die Kombination von Online- und Offline-Angeboten könnte die Kundenbindung stärken und die Effizienz steigern. Außerdem ist die Rieder Innenstadt ein Ort mit einem besonderen Branchenmix, auch wenn es hier und da Leerstände gibt. Christoph Wiesner, der Bezirksstellenleiter der Wirtschaftskammer, betont die Notwendigkeit von Innovation im stationären Handel. Das ist es, was die Stadt Ried braucht: neue Ideen, die frischen Wind bringen und die Unternehmerinnen und Unternehmer in der Region unterstützen.

Die Zukunft des Handels in Ried

Und wie sieht die Zukunft aus? Hybride Ansätze scheinen der Schlüssel zu sein. Die Kunden erwarten heute schnelle Lieferungen, bequeme Zahlungsmöglichkeiten und ein intuitives Einkaufserlebnis. Da muss der stationäre Handel umdenken und sich anpassen. Interaktive Technologien und erlebnisorientierte Konzepte könnten helfen, sich vom Online-Handel abzuheben. Vielleicht sollten Rieder Händler auch darüber nachdenken, Gastronomieangebote in ihren Geschäften zu integrieren – ein Kaffee hier, ein Stück Kuchen dort, das zieht die Leute an! Schließlich ist der stationäre Handel nicht nur ein Ort zum Kaufen, sondern auch zum Verweilen und Genießen.

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In einer Zeit, in der die Umweltauswirkungen des E-Commerce immer mehr in den Fokus rücken, könnte der stationäre Handel durch geringere Retouren und weniger Verpackungsmaterial punkten. Die Zukunft des Handels wird spannend – und Ried hat das Potenzial, dabei ganz vorne mitzumischen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Stadt die Rahmenbedingungen für Unternehmerinnen verbessert, etwa durch einen Ausbau der Kinderbetreuung. Denn wie Katharina Anna Ecker, die Bezirksvorsitzende, treffend bemerkte, tragen Unternehmerinnen eine große Verantwortung und müssen flexibel bleiben. So könnte der stationäre Handel auch in den kommenden Jahren eine wichtige Rolle spielen – für die lokale Wirtschaft und die Gemeinschaft. Das wird sich zeigen, denn wie sagt man so schön: Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!

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