In Ried im Innkreis gab es am vergangenen Freitag ordentlich was zu feiern. Der LASK hat sich sensationell ins ÖFB-Cup-Finale katapultiert, nachdem sie Ried nach einer packenden Verlängerung mit 2:1 besiegt haben. Die Emotionen kochten hoch, und nicht nur auf dem Spielfeld. Trainer Didi Kühbauer, der sich bekanntlich nicht für eine Handshake-Geste mit Rieds Trainer Maximilian Senft entscheiden konnte, ließ keinen Zweifel daran, dass er die Spielweise der Rieder kritisieren musste. Das Spiel war geprägt von vielen Unterbrechungen, und Kühbauer schüttelte dabei mit dem Kopf, als er über die Taktik seines Gegenübers sprach.
Das Finale, das am 1. Mai gegen Altach stattfinden wird, wird für den LASK besonders bedeutsam. Schließlich ist es der erste große Titel, den der Verein seit 1965 anstrebt – damals gab es das begehrte Double. Kühbauer, der im Vorjahr mit dem WAC im Cup-Finale erfolgreich war, hat sich als Nachfolger von Joao Sacramento schnell in die Herzen seiner Spieler geschlichen. Als ob das nicht genug wäre, hat Sasa Kalajdzic, der in den letzten Runden durch seine Tore glänzte, auch noch etwas zu sagen: Er äußerte sich zu den Jubelszenen der LASK-Spieler und sprach von Beleidigungen, die er abbekommen hat. Was für ein Drama!
Auf ins Finale!
Der LASK wird als Favorit ins Finale gehen. Kalajdzic, der nach drei Kreuzbandrissen und über 500 Tagen ohne Spielpraxis endlich wieder durchstartet, möchte sich mit einem Titel für die WM empfehlen. „Wir wollen die positive Energie aus dem Cup-Erfolg mitnehmen“, sagt Kühbauer und macht damit klar, dass der Fokus bereits auf dem kommenden Gegner liegt. Es wird spannend zu sehen, wie sich die Mannschaft auf den Platz präsentiert, nachdem sie bereits in der Liga gegen Rapid antreten wird.
Die Diskussion über Rieds Spielweise wird wohl auch in den nächsten Tagen nicht abreißen. Senft sieht sich als Underdog und verteidigt seine Taktik vehement, während Rieds Torhüter Andreas Leitner sich in den Disput zwischen den Trainern einmischt. Die Gemüter sind erhitzt – und das nicht nur auf dem Spielfeld. So viel Konkurrenzkampf macht das Ganze nur noch interessanter.
ÖFB-Cup: Ein traditionsreicher Wettbewerb
Der UNIQA ÖFB-Cup, der seit seiner Erstaustragung im Jahr 1919 ein fester Bestandteil des österreichischen Fußballs ist, bringt immer wieder spannende Geschichten hervor. Der Wettbewerb, der im K.-o.-System ausgetragen wird und 64 Teams in der Hauptrunde versammelt, hat in der Vergangenheit zahlreiche unvergessliche Momente geschaffen. Während FK Austria Wien Rekordsieger mit 27 Titeln ist, träumt der LASK von seinem zweiten Cupsieg – und Kühbauer könnte der erste Trainer seit Vaclav Halama sein, der den Pokal hintereinander mit zwei verschiedenen Mannschaften gewinnt.
Das Finale wird für den LASK eine große Gelegenheit sein, sich in die Geschichtsbücher einzutragen. Und wer weiß, vielleicht schlägt die Stunde von Kalajdzic, der sich nach seinen Verletzungen wieder zurückkämpfen konnte und nun bereit ist, das Stadion zu rocken. Am 1. Mai wird sich zeigen, ob der LASK seinen Traum verwirklichen kann. Die Vorfreude ist auf jeden Fall groß!