In den letzten Jahren hat sich die Situation für Gewaltopfer in Österreich erheblich verändert. Besonders in Linz wurde mit der zentralen Gewaltambulanz im KUK ein wichtiger Schritt zur Unterstützung von Betroffenen gemacht. Seit Jänner steht diese Einrichtung bereit, um Menschen, die unter häuslicher und körperlicher Gewalt leiden, sofort zu helfen. Und das ist nur ein Teil des Ganzen. Die Ambulanz ist die vierte ihrer Art in Österreich, und die Zahlen sprechen Bände: Im Vorjahr wurden am KUK 570 Gewaltopfer dokumentiert. Bis März 2023 waren es bereits rund 150.

Die Betroffenen sind eine bunte Mischung aus Frauen, Männern und Kindern – im Vorjahr waren etwa 70 von ihnen minderjährig. Die häufigsten Gründe für die Inanspruchnahme dieser Hilfe sind häusliche und körperliche Gewalt. Das medizinische und forensische Team arbeitet Hand in Hand, um Verletzungen zu dokumentieren und Beweise zu sichern. Hier wird nicht nur behandelt, sondern auch wertvolle Unterstützung geleistet. Denn die Arbeit mit Gewaltopfern erfordert viel Feingefühl und Teamgeist.

Wachsende Zahlen und steigender Bedarf

Im Bezirk Ried ist die Lage ähnlich besorgniserregend. Das Gewaltschutzzentrum Oberösterreich hat im Jahr 2024 bereits 112 Betroffene betreut. Die Polizei meldete 70 Betretungs- und Annäherungsverbote an das Zentrum. Dabei handelt es sich vornehmlich um Frauen, die unter häuslicher Gewalt und zunehmend auch unter psychischer und digitaler Gewalt leiden. Das Frauennetzwerk3 hat bis Ende August 2025 einen Anstieg der Beratungen im Innviertel auf 1.493 verzeichnet. Das sind immerhin 30 Prozent mehr im Vergleich zum Vorjahr. Im Bezirk Ried wurden 2024 insgesamt 618 Beratungsgespräche durchgeführt, ein Plus von 20 Prozent.

In etwa 30 Prozent dieser Gespräche wurde Gewalt thematisiert, wobei psychische Gewalt am häufigsten vorkam. Die Situation ist alarmierend. Das Frauenhaus Ried ist ständig ausgelastet, die sechs Wohneinheiten und die Notunterkunft sind meist belegt. Die Erreichbarkeit rund um die Uhr und Beratungen in mehreren Sprachen zeigen, dass hier wirklich versucht wird, den Frauen zu helfen. Und falls es zu akuter Gewalt kommt, ist es wichtig, sofort die Polizei zu rufen. Sie kann rechtliche Maßnahmen ergreifen und die Betroffenen schützen.

Unterstützung und Anlaufstellen

Gewaltschutzzentren und Interventionsstellen bieten in jedem Bundesland spezialisierte Hilfe an. Sie sind Anlaufstellen für Menschen, die nach polizeilichen Interventionen Unterstützung benötigen. Die Erstellung von Sicherheitskonzepten für die Opfer steht dabei an oberster Stelle. Rechtliche Beratung und psychosoziale Betreuung gehören zum Angebot, und die Vertraulichkeit der Hilfe ist garantiert. Auch ohne polizeiliche Intervention können Betroffene diese Zentren aufsuchen und Unterstützung anfordern.

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Für Frauen und Kinder in familiären Gewaltsituationen stehen zahlreiche Frauenhäuser und Notunterkünfte zur Verfügung. Diese Einrichtungen werden von Frauen geleitet, was für viele Betroffene ein wichtiges Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit bringt. Die Hilfe erfolgt unbürokratisch und sofort, die Anonymität der Frauen bleibt gewahrt. Hier können Frauen so lange bleiben, wie sie es brauchen – und sie haben das Recht, ihre Kinder zu sehen und über das gemeinsame Vermögen zu verfügen, auch wenn sie sich von ihrem Partner trennen.

Gesellschaftliche Verantwortung

Gewalt gegen Frauen ist ein Thema, das uns alle angeht. Es betrifft nicht nur die Betroffenen, sondern auch die Gesellschaft als Ganzes. Die Erhebung „Geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen und andere Formen von interpersoneller Gewalt“ aus dem Jahr 2021 hat eindrucksvoll gezeigt, wie häufig Frauen aufgrund ihres Geschlechts Opfer von Gewalt werden. Stalking, sexuelle Belästigung am Arbeitsplatz und Gewalt in der Kindheit sind nur einige der Themen, die dringend angesprochen werden müssen.

Die Europäische Kommission plant umfassende Maßnahmen gegen geschlechtsbezogene Gewalt in ihrer „Strategie für die Gleichstellung der Geschlechter 2020–2025“. Ein wichtiger Schritt in die richtige Richtung, der hoffentlich viele Veränderungen mit sich bringen wird. In Österreich gibt es bereits zahlreiche Initiativen, die darauf abzielen, die Situation von Gewaltopfern zu verbessern und ihnen die Unterstützung zu geben, die sie dringend benötigen.