Im Bezirk Perg, genauer gesagt in St. Thomas am Blasenstein, hat das Rote Kreuz vor nunmehr zehn Jahren ein „First-Responder“-Team ins Leben gerufen. Dieses engagierte Team hat sich zum Ziel gesetzt, die medizinische Erstversorgung in ländlichen Gebieten zu verbessern und damit die Zeit zwischen Notfall und rettender Hilfe zu verkürzen. Bis heute haben die Helfer bereits in 170 Einsätzen bei akuten Erkrankungen, Unfällen und anderen medizinischen Notfällen wertvolle Hilfe geleistet.
Die beeindruckenden Zahlen sprechen für sich: Das versorgungsfreie Intervall konnte in St. Thomas am Blasenstein auf die Hälfte reduziert werden. Dies ist besonders wichtig, da jede Minute zählt, wenn es um die schnelle und qualifizierte medizinische Versorgung geht. Das Team besteht aus zwölf ausgebildeten Rettungs- und Notfallsanitätern, die im Notfall von der zentralen Rettungsleitstelle alarmiert werden. Jeder Helfer ist mit einer persönlichen Notfallausrüstung ausgestattet, die durch Sponsoren aus der örtlichen Wirtschaft und der Marktgemeinde finanziert wird.
Ein Netzwerk der Hilfe
Ein besonderes Merkmal des „First-Responder“-Systems ist die neue Alarmierungsform, die es den Helfern ermöglicht, oberösterreichweit Einsätze im Umkreis von fünf Kilometern zu übernehmen. Die St. Thomas-Helfer haben bereits mehrmals außerhalb ihrer Gemeindegrenzen tatkräftig eingegriffen. Aber das ist nicht alles: Im Bezirk Perg gibt es auch in den Gemeinden Rechberg, St. Georgen am Walde und Klam weitere „First-Responder“-Teams, die bereit sind, im Notfall schnell zur Stelle zu sein.
First Responder sind dabei nicht nur freiwillige Helfer, sondern auch eine wertvolle Ergänzung zu den regulären Rettungsdiensten. Sie überbrücken die Zeit bis zum Eintreffen des Rettungswagens oder Notarztteams und sind oft schneller am Einsatzort, was entscheidend für die Patientenversorgung sein kann. Internationale Leitlinien empfehlen seit 2021, bei vermutetem präklinischen Herz-Kreislaufstillstand Ersthelfer über Smartphone-App oder Textnachricht zu alarmieren, um sofort mit lebensrettenden Maßnahmen beginnen zu können.
Lebensrettende Maßnahmen
Besonders im Falle eines Herz-Kreislaufstillstands sind schnelle Reaktionen gefragt. Innerhalb von nur 3-5 Minuten können irreversible Schäden im Gehirn entstehen, wenn keine Herzdruckmassage durchgeführt wird. In Deutschland erleiden jährlich etwa 120.000 Menschen einen plötzlichen Herz-Kreislaufstillstand außerhalb von Krankenhäusern, wobei die Überlebensrate nur bei etwa 11% liegt. In ländlichen Gebieten, wo die ersten Rettungskräfte oft später eintreffen, ist die Rolle der First Responder von unschätzbarem Wert. Diese qualifizierten Helfer, zu denen auch Pflegekräfte, Rettungsdienstmitarbeiter und Medizinstudierende gehören, können oft mehrere Minuten vor dem regulären Rettungsdienst eintreffen.
Die Techniken zur Alarmierung und Ortung von registrierten Ersthelfern über Smartphones sind seit einigen Jahren verfügbar und bieten eine vielversprechende Möglichkeit, die Überlebensraten bei Notfällen weiter zu erhöhen. Die Gesellschaft für Rettungs- und Notfallmedizin engagiert sich aktiv für die Etablierung solcher Systeme, um die Rettungskette zu verbessern und die wertvolle Zeit bis zur medizinischen Versorgung zu minimieren.
Mit einem starken Netzwerk von engagierten Freiwilligen und einer effektiven Alarmierungstechnik sind die „First-Responder“-Teams in Perg ein Beispiel dafür, wie gemeinschaftliches Engagement und moderne Technologie Hand in Hand gehen, um Leben zu retten.