In Linz-Dornach gibt es gerade eine spannende Diskussion über die Geschwindigkeitsbegrenzungen auf der Linzer Stadtautobahn. Anwohner klagen über die hohe Geschwindigkeit, die dort herrscht, und die Linzer Grünen fordern eine Reduzierung auf Tempo 80. Dabei gilt auf der Autobahn durchgehend Tempo 80, an einigen Stellen sogar Tempo 100. Doch ab der Abfahrt Dornach bis zur Abfahrt Auhof/Universität ist Tempo 130 erlaubt, was die Fahrzeuge förmlich dazu einlädt, auf die Tube zu drücken. Und das hat seine Konsequenzen, vor allem für die Anwohner, die unter dem Lärm und der Gefahr leiden.
Wie der grüne Gemeinderat Helge Langer feststellt, gibt es hier eine Lücke in der Tempolimit-Logik. Tempo 80 statt der erlaubten 130 km/h könnte nicht nur die Lärmbelastung reduzieren, sondern auch um etwa 25% weniger Treibstoffverbrauch und CO2-Emissionen zur Folge haben. Und das ist in Zeiten des Klimawandels eine Überlegung wert! Laut Langer würde eine solche Maßnahme auch keine baulichen Eingriffe erfordern und würde der Stadt keine Kosten verursachen. Es bräuchte lediglich eine Verlängerung der bestehenden Verordnung um etwa einen Kilometer. Heute wird im Gemeinderat eine Resolution zur Verlängerung der Geschwindigkeitsbeschränkung zur Abstimmung gebracht.
Umwelt und Tempo
Die Umweltdiskussion ist nicht neu. Eine Eurobarometer-Umfrage aus dem Jahr 2011 zeigt, dass satte 68% der EU-Bürger:innen niedrigere Geschwindigkeiten befürworten, um Emissionen zu reduzieren. Auch in der Schweiz hat sich die Akzeptanz von Tempolimits über die Jahre erhöht. Dort gilt seit 1985 ein Tempolimit von 80 km/h auf Freilandstraßen – und das, obwohl 1987 noch 40% der Autofahrer:innen dagegen waren. 2005 waren es dann bereits 86% für ein Tempolimit. Aktuelle Untersuchungen zeigen, dass in Österreich 47% der Bevölkerung für und 47% gegen reduzierte Tempolimits sind. Ein echtes Kopf-an-Kopf-Rennen!
Die Diskussion um Tempolimits ist also nicht nur eine lokale Angelegenheit, sondern hat auch ein europäisches Echo. Eine Studie der Bundesanstalt für Straßen- und Verkehrswesen (BASt), die im September 2024 in Auftrag gegeben wurde, untersucht das CO2-Einsparungspotenzial eines generellen Tempolimits auf Autobahnen. Die Ergebnisse sind aufschlussreich: Ein Tempolimit von 130 km/h könnte jährlich zwischen 1,3 und 2 Millionen Tonnen CO2 einsparen. Und das nur, wenn sich die Autofahrer daran halten. Bei einer technischen Begrenzung wären sogar bis zu 4,2 Millionen Tonnen CO2-Einsparung möglich.
Die Debatte geht weiter
Die mittlere Geschwindigkeit auf den untersuchten Autobahnabschnitten lag 2024 bei etwa 114,9 km/h, was nur 2,1 km/h niedriger ist als 2014. Es zeigt sich also, dass der Trend nicht unbedingt in Richtung langsamerer Fahrweise geht. Dabei ist es klar: Je schneller die Fahrzeuge fahren, desto höher der Energiebedarf und die CO2-Emissionen, ganz zu schweigen vom Luftwiderstand. Die konsequente Kontrolle von Geschwindigkeitsbeschränkungen wird hier entscheidend sein. Die Frage bleibt, wie viel Verkehrssicherheit und Verkehrsfluss bei all diesen Überlegungen berücksichtigt werden können.
In Linz-Dornach wird heute also ein wegweisender Schritt diskutiert, der möglicherweise nicht nur die Anwohner entlastet, sondern auch einen kleinen Beitrag zum Klimaschutz leisten könnte. Die Anwohner hoffen auf ein positives Ergebnis im Gemeinderat, während die Autofahrer vielleicht ein wenig langsamer fahren müssen. Ein bisschen Geduld und Rücksichtnahme könnte hier wirklich Wunder wirken.