Heute ist der 26.04.2026 und in Linz weht ein frischer Wind durch das Nordico Stadtmuseum. Hier erwartet die Besucher die fesselnde Ausstellung „Made in Linz“, die mit 115 Produkten aus der Linzer Region aufwartet. Kuratiert von Michaela Nagl und Andrea Bina, hat die Schau das Ziel, die spannende Geschichte des Konsumverhaltens und der Industrieentwicklung in Linz aufzuzeigen. Von der einstigen Kolonialwarenhandlung, die bis 1913 in Betrieb war, bis hin zu den modernen Entwicklungen, wird der Besucher auf eine Zeitreise durch die Veränderungen am Arbeitsmarkt und in der Wirtschaft mitgenommen.
Die Ausstellung ist nicht nur ein Schaufenster für lokale Produkte, sondern auch ein Spiegelbild der unternehmerischen Entscheidungen, die über die Jahrzehnte hinweg getroffen wurden. Ein Beispiel dafür ist die Keli-Limonade, die seit 1923 Erfrischung bietet, und der PEZ-Spender, dessen industrielle Herstellung seit 1927 ein Teil der Linzer Identität ist. Diese Produkte sind nicht nur Nostalgie, sie repräsentieren auch die grundlegenden Veränderungen in unserem Einkaufsverhalten – von den kleinen Greißlern hin zu den großen Supermärkten, die ab den 1950er-Jahren immer mehr an Bedeutung gewannen.
Ein Blick auf die wirtschaftliche Entwicklung
Die erste Konsum-Filiale in Linz öffnete 1950 ihre Türen mit dem einprägsamen Slogan „Selbstbedienung spart Zeit“. Solche Entwicklungen haben die Art und Weise, wie wir einkaufen, nachhaltig beeinflusst. Auch die lokale Wirtschaft hat sich gewandelt; etwa der letzte Linzer Antiquar, Peter Steinberg, schloss Ende 2023 sein Geschäft, während der Online-Versand an Bedeutung gewinnt. Diese Veränderungen regen zur kritischen Auseinandersetzung mit unserem Konsumverhalten an, wie auch Kulturstadträtin Doris Lang-Mayerhofer betont. Sie hebt hervor, wie wichtig der regionale Kauf für die Stadt Linz ist.
Ein weiterer zentraler Punkt der Ausstellung ist die Transformation Linz’ von einer Industrie- zu einer Kulturstadt. Ehemalige Industrieflächen wurden zu Orten der Kunst und Innovation umgewandelt, was die Dynamik und Kreativität der Stadt unterstreicht. Das Start-up „qapture GmbH“, gegründet im Jahr 2020, zeigt, wie analoge Objekte in digitale Form transformiert werden können und bietet einen spannenden Ausblick auf die Zukunft des Konsums.
Begleitprogramm und Ausblick
Das begleitende Programm zur Ausstellung beinhaltet Workshops und Exkursionen, zum Beispiel in die Linzer Bierbrauerei, und bietet so eine interaktive Möglichkeit, mehr über die lokale Wirtschaft zu erfahren. Auch die Kooperation mit dem „afo architekturforum oberösterreich“ zu einer Ausstellung über Arbeit und Stadtentwicklung trägt zur umfassenden Betrachtung der Thematik bei. Die „Made in Linz“-Ausstellung ist somit nicht nur ein Fest für die Sinne, sondern auch eine Einladung zur Reflexion über die eigene Rolle im Konsumprozess und die Zukunft unserer Stadt.
Insgesamt ist die Ausstellung ein wichtiger Schritt, um das Bewusstsein für lokale Produkte und deren Bedeutung für die Gemeinschaft zu schärfen. Linz zeigt, dass es auch in einer schnelllebigen Welt möglich ist, kulturelle Identität und wirtschaftliche Entwicklung miteinander zu verknüpfen. Ein Besuch im Nordico Stadtmuseum lohnt sich also nicht nur wegen der interessanten Exponate, sondern auch, um Teil dieser spannenden Diskussion zu sein.