In Linz tut sich einiges – und das ist nicht nur ein leeres Geschwätz! Die Stadt hat sich das ehrgeizige Ziel gesetzt, zur Welt-Wettbürohauptstadt zu avancieren. Nach dem Titel der Kulturhauptstadt und der Auszeichnung als UNESCO City of Media Arts steht das Glücksspiel nun ganz oben auf der Agenda. An prominenten Lagen wie der Landstraße und der Hauptstraße Urfahr eröffnen neue Wettbüros und die Stadtpolitik? Nun ja, die zeigt sich eher passiv. Handlungsoptionen sieht man keine – ein bisschen wie ein Schachspieler, der nicht mehr weiß, wie er den König schützen soll.

Die letzten fünf Monate sind für den Linzer City Manager Jürgen Landerl-Brameshuber eher mau gelaufen. Von sichtbaren Aktivitäten oder Erfolgen – Fehlanzeige! Während die Wettbüros in Anzahl und Standorten wachsen, bleibt die Stadt in ihrer Regulierungsarbeit zurückhaltend. Natürlich könnte sie Wünsche oder Vorgaben für diese Betriebe formulieren, um dem ganzen Treiben einen gewissen Rahmen zu verleihen. Immerhin regelt die Betriebsanlagengenehmigung die Bedingungen für den Betrieb, einschließlich Öffnungszeiten und Lärmschutz – doch wo bleibt hier die Initiative?

Profit und Verantwortung

Die Wettbüros haben zweifellos ihren Reiz: Sie bieten günstige Getränke und Speisen an – ideal, um die Kunden länger im Schach zu halten! Und hier kommt die Stadt Linz ins Spiel: Sie profitiert finanziell von diesen Einrichtungen, während sie gleichzeitig gegen die Gefahren des Glücksspiels ankämpft. Ein bisschen wie der Wolf im Schafspelz. Die Novelle des Oö. Lustbarkeitsabgabegesetzes, die am 14. November 2025 in Kraft treten soll, sieht eine Erhöhung der Höchstsätze für Spielapparate und Wettterminals vor. Das Ziel? Ein bisschen mehr Ordnung ins Spiel zu bringen.

Aber das ist noch nicht alles. Der Entwurf zur Novelle des Lustbarkeitsabgabegesetzes ist aktuell in Begutachtung und könnte für Linz eine saftige finanzielle Aufbesserung bringen. Die Höchstbeträge für Wettterminals, die seit 2016 unverändert sind, sollen angehoben werden – von 250 Euro auf 350 Euro. Das bedeutet ein monatliches Mehraufkommen von 19.600 Euro und jährlich 235.200 Euro. Bei den Spielapparaten, die zurzeit 105 in Betrieb haben, wird die Besteuerung ebenfalls angepasst. Ein bisschen mehr Geld in die Kassen der Stadt kann ja nicht schaden!

Ein Blick über die Grenze

Wenn wir schon von Regulierungen sprechen, dann lohnt sich ein Blick nach Deutschland. Das Glücksspielrecht hat sich in den letzten Jahren dort stark verändert. Der Staatsvertrag über das Glücksspiel, der am 1. Juli 2021 in Kraft trat, hat die Regeln für alle Arten von Glücksspielen harmonisiert. Die Gemeinsame Glücksspielbehörde der Länder (GGL) sorgt dafür, dass alles seine Ordnung hat, indem sie Lizenzen erteilt und die Einhaltung der Anforderungen überwacht. Wetten, virtuelle Spielautomaten, Online-Poker – alles ist geregelt und kontrolliert.

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In Linz hingegen bleibt es spannend: Die Stadt könnte durch eine klarere Regulierungsstrategie nicht nur die Wünsche der Bürger berücksichtigen, sondern auch den Anwohnern mehr Schutz bieten. Schließlich braucht es nicht viel, um aus einer wachsenden Zahl von Wettbüros ein ordentliches Glücksspielumfeld zu schaffen. Vielleicht ist es an der Zeit, dass die Stadt nicht nur zusieht, sondern auch aktiv wird. Denn am Ende des Tages wollen wir doch alle ein lebendiges, aber auch sicheres Linz.