Der FC Blau-Weiß Linz hat es schwer. Der Abstieg aus der ADMIRAL Bundesliga ist ein herber Rückschlag, doch Trainer Michael Köllner zeigt sich unerschütterlich. Seine Übernahme zu Jahresbeginn hat die Mannschaft merklich verändert. Körperlich fitter, motivierter und mit mehr Biss auf dem Platz – das sind die Fortschritte, die er mit seinem Team erzielt hat. Die starken Auftritte in der heimischen Arena im Frühjahr haben viele überrascht. Wer hätte gedacht, dass Blau-Weiß in der Rückrunde eine bessere Bilanz als einige direkte Konkurrenten vorweisen kann? So gesehen könnte man sich fragen: Hätte es eine Köllner-Tabelle gegeben, wäre der Abstieg wohl ausgeblieben.

Doch das ist nur Theorie. Mit dem Abstieg läuft Köllners Vertrag nun aus, ein Umstand, der für alle Beteiligten schmerzlich ist. Sportdirektor Christoph Schösswendter hat jedoch signalisiert, dass eine weitere Zusammenarbeit denkbar ist. „Köllner hat die Mannschaft sportlich gut aufgestellt“, sagt er. Es bleibt abzuwarten, ob und wie eine Vertragsverlängerung zustande kommt. Die entscheidenden Gespräche stehen noch aus, und Köllner selbst ist momentan mehr mit der Analyse der Situation beschäftigt. „Ich kann im Moment nicht an solche Themen denken“, gesteht er. Der Druck des Abstiegs lastet schwer auf seinen Schultern.

Ein Trainervertrag im Fokus

Verträge im Sport sind oft ein heiß diskutiertes Thema. Sie unterliegen zwar dem normalen Arbeitsrecht, aber die Bedingungen sind nicht immer die gleichen wie in anderen Berufen. Unbefristete Verträge sind eher die Regel, während befristete Verträge eine Ausnahme darstellen. Wenn man sich die Situation von Köllner anschaut, wird deutlich, dass eine Befristung nur unter bestimmten Umständen zulässig ist. Es muss ein sachlicher Grund vorliegen, etwa ein vorübergehender betrieblicher Bedarf oder die Eigenart der Arbeitsleistung. Ein interessantes Detail: Das Bundesarbeitsgericht hat festgestellt, dass Trainer nach einer gewissen Zeit möglicherweise nicht mehr die Fähigkeit besitzen, ihre Spieler zu Höchstleistungen zu motivieren. Ein Punkt, den Köllner sicherlich im Hinterkopf hat, während er über seine Zukunft nachdenkt.

Obwohl die rechtlichen Rahmenbedingungen klar sind, zeigt die aktuelle Situation auch, wie fragil das System im Profisport ist. Köllner ist sichtlich betroffen vom Abstieg und bedauert, dass seine Spieler für ihre harte Arbeit im Frühjahr nicht belohnt wurden. Die Frage bleibt, ob es eine Lösung gibt, die sowohl für den Trainer als auch für den Verein sinnvoll ist. Vielleicht wird eine Klärung bald erfolgen, doch bis dahin bleibt die Unsicherheit.