Traun im Schwimm-Dilemma: Neubau oder Sanierung des Hallenbads?
Es brodelt in Traun! Die Diskussion um die Zukunft des Badezentrums hat an Fahrt aufgenommen. Der Gemeinderat hat einstimmig für die Vorbereitung eines Neubaus gestimmt, und schon sind die Wogen hochgegangen. Altbürgermeister Harald Seidl und die Bürgerinitiative „Unser Traun“ sind sich einig: Sie haben eine klare Botschaft – eine umfassende Sanierung des bestehenden Hallenbads ist der richtige Weg. Was könnte wohl die Konsequenz einer jahrelangen Schließung für die Vereine, Schulen und nicht zuletzt die Beschäftigten sein? Die Sorgen sind greifbar.
Das Hallenbad, ein Relikt aus über 50 Jahren, hat in der Vergangenheit schon einige Veränderungen durchgemacht, unter anderem wurde 1998 ein Wellnessbereich und eine Kunsteislaufhalle hinzugefügt. Doch in den letzten Jahren gab es immer wieder Einschränkungen: 2020 wurde der Sauna- und Wellnessbereich geschlossen, die Sole-Gradieranlage stand zwischenzeitlich still und seit Mitte Juni 2023 ist das Lehrschwimmbecken aufgrund baulicher Mängel gesperrt. Die Stadt plant sogar, den Betrieb des Hallenbads bis Juli 2027 einzustellen. Was für ein Schock für die Schwimm- und Eissportvereine, die sich nun auf das Ende des Badebetriebs einstellen müssen!
Kritik an Neubauplänen
Die Bürgerinitiative hat die Neubaupläne und die damit veranschlagten Kosten von rund 25 Millionen Euro scharf kritisiert. Zum Vergleich: Die Sanierung des Linzer Hallenbads soll nur etwa 5 Millionen Euro kosten. Da stellt sich die Frage: Warum so viel Geld in einen Neubau stecken, wenn eine Sanierung doch so viel günstiger wäre? Seidl und die Initiative fordern eine umfassende Prüfung aller Sanierungsmöglichkeiten, bevor eine endgültige Entscheidung über den Neubau getroffen wird. Ein Gutachten zur Situation des Hallenbads fehlt bislang – ein Punkt, der immer wieder für Unruhe sorgt.
Die Kritiker befürchten, dass ein Neubau nicht nur mehrere Jahre in Anspruch nehmen könnte, sondern auch gravierende Folgen für die Bürger und das Vereinsleben in Traun hätte. Seidl appelliert an die Stadtpolitik, das Wohl der Bevölkerung und der Vereine in den Vordergrund zu stellen. Ein zukunftsorientiertes Handeln ist dringend notwendig, um nachhaltige Schäden zu vermeiden.
Ein Blick auf die Fördermöglichkeiten
Übrigens, das Thema Schwimmbäder ist nicht nur lokal von Bedeutung. Am 19. Juni 2026 endete das Interessenbekundungsverfahren für den Projektaufruf 2026 im Rahmen des Bundesprogramms „Sanierung kommunaler Sportstätten“. Hier wurden insgesamt 942 Projektskizzen eingereicht, mit einem beantragten Gesamtfördervolumen von etwa 3,2 Milliarden Euro. Das zeigt, dass auch auf höherer Ebene ein großes Interesse an der Sanierung von Schwimmbädern besteht.
Für das Bundesprogramm „Sanierung kommunaler Sportstätten“ wurden im Bundeshaushalt 2026 Programmmittel in Höhe von 583 Millionen Euro bereitgestellt, wovon 250 Millionen Euro speziell für die Sanierung von kommunalen Schwimmbädern vorgesehen sind. Vielleicht könnte das auch für Traun eine Chance sein, wenn sich die Stadtpolitik für die Sanierung des bestehenden Hallenbads stark macht.
Eine spannende Zeit steht Traun bevor, und es bleibt abzuwarten, wie sich die Situation weiterentwickeln wird. Ein Neubau oder doch die Sanierung des bestehenden Bades? Die Entscheidung könnte weitreichende Folgen für die gesamte Gemeinde haben.
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