In Oberösterreich gibt es Grund zur Freude: Die HBLW Wels und das BRG Traun haben mit einer neuen Ausbildung zum Rettungssanitäter für Schüler frischen Wind in die Region gebracht. Sieben Jugendliche haben kürzlich die Ausbildung erfolgreich abgeschlossen und sind nun bereit, im Rettungsdienst zu helfen. Das Projekt, das 2024 ins Leben gerufen wurde, ist eine Kooperation zwischen dem Oberösterreichischen Roten Kreuz und der Bildungsdirektion Oberösterreich. Es zielt darauf ab, jungen Menschen nicht nur eine Qualifikation im Rettungsdienst zu bieten, sondern auch ihr soziales Engagement zu stärken.
Rotkreuz-Präsident Gottfried Hirz betont die Wichtigkeit der schnellen Einsatzzeit von durchschnittlich 11,1 Minuten – ein Faktor, der im Notfall über Leben und Tod entscheiden kann. Die Ausbildung selbst ist umfassend und erstreckt sich über 260 Stunden, wobei mindestens 100 Stunden Theorie und 160 Stunden praktische Ausbildung an Rotkreuz-Ortsstellen stattfinden. Hierbei wird die Integration in den Arbeitsalltag gefördert, was für die angehenden Sanitäter von großer Bedeutung ist.
Einblicke in den Rettungsdienst
Der Initiator und Lehrer Philipp Hofmeister hebt hervor, dass viele Absolventen sich aktiv im Rettungsdienst oder in Gesundheitsberufen engagieren. Die Gesundheitslandesrätin Christine Haberlander unterstreicht die Relevanz des Projekts als Brücke zwischen Schule und Praxis. Teilnehmerin Anja Hemetsberger berichtet von einem realistischen Einblick in den Alltag im Rettungsdienst und dem Gefühl an Sicherheit, das sie durch die Ausbildung gewonnen hat. Diese Ausbildung fördert nicht nur das Fachwissen, sondern auch Teamfähigkeit, Verantwortungsbewusstsein und Stressresistenz.
Ein weiterer Aspekt, den Gottfried Hirz anspricht, ist der Wunsch nach einer Gesetzesänderung, die es ermöglichen würde, die theoretische Ausbildung bereits ab 16 Jahren anzubieten. Angesichts des steigenden Bedarfs an engagierten jungen Menschen im Rettungsdienst ist dies ein wichtiger Schritt, um den Nachwuchs zu sichern.
Ausbildungsangebote im Bezirk Rohrbach
Für Interessierte gibt es im Bezirk Rohrbach im Jahr 2026 gleich mehrere Gelegenheiten, die Ausbildung zum Rettungssanitäter zu beginnen. So wird die Rettungssanitäterausbildung dreimal im Jahr angeboten: Im Rahmen eines berufsbegleitenden Frühjahrs- und Herbstkurses sowie einer Sommerakademie, die zu Beginn der Sommerferien stattfindet. Der theoretische Teil der Ausbildung umfasst unter anderem Erste Hilfe, Hygiene, rechtliche Grundlagen, Anatomie und Notfälle – alles essenziell für die Arbeit im Rettungsdienst.
Die praktischen Einheiten können ab der Zwischenprüfung beginnen, und die zweite Hälfte der 160 Praktikumsstunden wird nach der theoretischen Abschlussprüfung absolviert. Nach dem Praktikum steht die kommissionelle Abschlussprüfung an. Die Ausbildung ist nicht nur ein sinnvoller Zeitvertreib, sondern auch eine wertvolle Berufsausbildung, die zahlreiche Weiterbildungsmöglichkeiten eröffnet, beispielsweise in den Bereichen Einsatzlenker, Leitstellendisponent oder Notfallsanitäter.
Wer neugierig auf die Ausbildung ist, kann sich an jeder Rotkreuz-Ortsstelle informieren und möglicherweise einen Schnupperdienst absolvieren. Das Rote Kreuz freut sich über jeden engagierten jungen Menschen, der Teil des Rettungsdienstes werden möchte.