Der Flughafen Linz-Hörsching steht vor einer herausfordernden Zeit, da Turkish Airlines zum Ende März ihre Frachtflugzeuge abziehen wird. Dies hat zur Folge, dass bis zu einem Viertel der wöchentlichen Frachtflüge am Standort Linz verloren geht. Die damit verbundenen geringeren Einnahmen aus Landeentgelten sind ein weiterer Grund zur Besorgnis, obwohl genaue Beträge bislang nicht genannt wurden. Interessanterweise bleibt das Frachtvolumen jedoch erhalten; die Waren werden weiterhin per Luftfracht nach Linz gebracht und dort für den Weitertransport vorbereitet.
Die Güter, die zuvor direkt nach Istanbul geflogen wurden, müssen künftig per Lastwagen zu anderen Drehkreuzen transportiert werden. In der Übergangszeit bis Juni erfolgt der Weitertransport nach Wien, ab Juli dann nach Budapest, wo die Frachtflugzeuge von Turkish Airlines eingesetzt werden. Bereits jetzt werden rund 70 Prozent der Linzer Luftfracht per Lkw zu anderen Flughäfen weitergeleitet. In diesem Zusammenhang ist es wichtig zu erwähnen, dass der Flughafen plant, Gespräche mit Turkish Airlines zu führen, um die Frachtverbindungen im kommenden Winterflugplan zurückzugewinnen. Positiv anzumerken ist, dass die Verbindung mit DHL stabil bleibt; diese Fluggesellschaft fliegt weiterhin zwölfmal pro Woche von und nach Linz.
Herausforderungen und Perspektiven
Das Frachtgeschäft ist das zweitwichtigste Geschäftsfeld des Linzer Flughafens. Im Jahr 2025 wurden 47.865 Tonnen Fracht umgeschlagen, was einen Rückgang von 9,5 Prozent im Vergleich zu 2024 darstellt. Zudem betrug die geflogene Frachtmenge 15.215 Tonnen, was 31,7 Prozent des gesamten Frachtaufkommens ausmacht. Der Linzer Flughafen bleibt dennoch ein bedeutender Logistikumschlagplatz in Oberösterreich.
Allerdings steht der Flughafen Linz-Hörsching vor möglichen Rückschlägen im Geschäftsbetrieb. Das Passagieraufkommen gilt als schwierig, während das Frachtgeschäft bisher stabil war. Turkish Airlines verhandelt derzeit über eine Verlegung ihrer Frachtflüge von Linz nach Wien-Schwechat. Aktuell werden vier Flüge pro Woche zwischen Linz und Istanbul angeboten, und der Wegfall dieser Flüge würde Linz als Frachtumschlagplatz erheblich schwächen. Nach einer möglichen Verlagerung bliebe nur noch DHL Express als Frachtanbieter in Linz, was die lokale Wirtschaft vor zusätzliche Herausforderungen stellen könnte.
Ein Blick auf den globalen Luftfrachtmarkt
Die Luftfracht ist ein weniger saisonabhängiges Geschäft und spielt eine wichtige Rolle für die finanzielle Stabilität des Flughafens. Dies gilt besonders in einem Markt, der sich derzeit im Wandel befindet. Laut Statista wird für 2024 eine Steigerung der Transportleistung im weltweiten Luftfrachtverkehr um 11,3 % gegenüber 2023 prognostiziert. Dennoch ist der Rückgang im Frachtgeschäft in Linz ein Zeichen für die Normalisierung der Warenströme nach dem pandemiebedingten Hoch.
Die weltweite Luftfracht hat ihre Höhen und Tiefen erlebt, mit einem Rekordjahr für den Luftfrachtverkehr im Jahr 2021. Der Transport ist in der Regel teurer als Land- und Seetransport, weshalb hauptsächlich hochwertige und zeitsensible Waren per Flugzeug befördert werden. Der Mengenanteil an weltweit beförderten Gütern ist zwar klein, jedoch ist der wertmäßige Anteil relativ hoch. Dies zeigt, wie wichtig eine klare Zukunftsstrategie für den Linzer Flughafen ist, um in einem zunehmend kompetitiven Markt bestehen zu können.
Insgesamt steht der Linzer Flughafen vor großen Herausforderungen, doch mit strategischen Maßnahmen und der Rückgewinnung von Frachtkunden könnte er seine Position als wichtiger Logistikumschlagplatz in Oberösterreich behaupten. Die kommenden Monate werden entscheidend sein, um die Weichen für eine positive Entwicklung zu stellen.