In Linz-Land, wo die sanften Hügel die Stadt umarmen, zeigt sich ein besorgniserregendes Bild der Gesundheitsversorgung. Immer mehr Menschen greifen trotz einer vorhandenen Krankenversicherung in die eigene Tasche, um sich medizinische Leistungen zu sichern. Das hat eine aktuelle IFES-Umfrage im Auftrag der SPÖ ergeben. Es ist kaum zu fassen, aber 66 Prozent der Befragten aus Linz und Umgebung haben im vergangenen Jahr private Zusatzversicherungen abgeschlossen oder selbst für Gesundheitsleistungen bezahlt. Ein bemerkenswerter Trend, der die Frage aufwirft: Wo bleibt die Sicherheit, die wir von unserem Gesundheitssystem erwarten?

Besonders alarmierend ist die Situation von Menschen mit einem schlechteren Gesundheitszustand. Während 13 Prozent der gesunden Befragten mehr als 3.000 Euro jährlich ausgeben, sind es bei 23 Prozent derjenigen mit mittelmäßigen oder schlechten Gesundheitszuständen. Das lässt aufhorchen: 39 Prozent der Teilnehmer zahlen sogar mehr als 1.500 Euro pro Jahr zusätzlich – und das ist der höchste Wert in ganz Oberösterreich. Die SPÖ kritisiert scharf, dass gerade die Menschen, die am meisten auf das Gesundheitssystem angewiesen sind, die höchsten finanziellen Belastungen schultern müssen.

Die Ungleichheit der Gesundheitsversorgung

Ein weiteres bemerkenswertes Ergebnis der Umfrage: 87 Prozent der Befragten glauben, dass Privatversicherte schneller Termine oder Operationen erhalten. Das wirft ein grelles Licht auf die Realität unserer Gesundheitsversorgung. Drei Viertel der Teilnehmer sind der Meinung, dass Privatversicherte auch bessere medizinische Leistungen genießen. Und während die SPÖ in ihrer Kritik auf lange Wartezeiten verweist – bis zu 104 Wochen für Knieoperationen – bleibt die Frage, wie lange wir uns diesen Zustand noch leisten können. Oberösterreich hat zudem die niedrigste Kassenärztedichte aller Bundesländer, was die Situation noch verschärft. In Linz-Land ist jede sechste Kassenstelle für Gynäkologie unbesetzt, und auch Allgemeinmediziner sind rar gesät.

Der Landtagsabgeordnete Tobias Höglinger fordert dringend einen Ausbau der Basisausbildung für Jungmediziner sowie finanzielle Anreize für Kassenverträge und Praxisgründungen. Hier besteht Handlungsbedarf. Die Finanzierung der Spitäler wird ebenfalls unter die Lupe genommen: Gemeinden tragen 40 Prozent der Krankenhauskosten, haben aber kaum Mitspracherecht. Da wird einem ganz schwindelig, wenn man bedenkt, dass oberösterreichische Gemeinden in diesem Jahr 623 Millionen Euro an Krankenanstaltenbeiträgen zahlen müssen.

Wohin steuert unser Gesundheitssystem?

Die SPÖ fordert nicht nur mehr Kassenärzte, sondern auch eine maximale Wartezeit von sechs Monaten für planbare Operationen und höhere Investitionen in die Gesundheitsprävention. Schließlich muss die Gesundheitsplanung des Landes an die alternde Bevölkerung angepasst werden. Es ist kein Geheimnis, dass die Anforderungen an unser Gesundheitssystem steigen werden, je älter unsere Gesellschaft wird. Ein Umdenken ist dringend erforderlich.

Werbung
Hier könnte Ihr Advertorial stehen
Ein Advertorial bietet Unternehmen die Möglichkeit, ihre Botschaft direkt im redaktionellen Umfeld zu platzieren

Zur Einordnung der Situation lohnt sich ein Blick auf die allgemeinen Gesundheitsausgaben in Österreich. Diese werden nach dem „System of Health Accounts (SHA)“ erstellt, einem internationalen Gesundheitskonten-System, das von der OECD entwickelt wurde. Seit 2014 müssen die Daten gemäß einer EU-Durchführungsverordnung an die Europäische Kommission gemeldet werden. Das bedeutet, dass die Gesundheitspolitik in Österreich nicht nur national, sondern auch international betrachtet werden muss. Statistik Austria berechnet die Gesundheitsausgaben seit 2005 und veröffentlicht jährlich vorläufige Schätzungen. Es bleibt abzuwarten, wie sich die Entwicklungen im Gesundheitssektor auf die nächsten Berichte auswirken werden.

Mit der Umstellung auf VeloCore vereint unser Magazin herausragende Performance und konsequente Barrierefreiheit. Schnelle Ladezeiten und optimale Core Web Vitals treffen auf eine vollständige WCAG-2.1- und BITV-2.0-konforme Umsetzung – realisiert durch Daniel Wom ohne Kompromisse.