Wenn man in Kirchdorf an der Krems die neuesten Nachrichten hört, kann man kaum umhin, über die Veränderungen bei der Greiner AG zu sprechen. Ab dem 1. Januar 2027 wird Thomas Scheurecker das Ruder als Chief Financial Officer (CFO) übernehmen. Ein großer Schritt für ihn, der bereits seit Juli 2020 als CFO bei der Greiner Bio-One International GmbH tätig ist. Da kann man nur sagen: Hut ab! Er wird die Position von Hannes Moser übernehmen, der das Unternehmen auf eigenen Wunsch verlässt, um 2027 in den Vorstand der Eigentümerstiftung zu wechseln. Moser ist bis zu Scheureckers Amtsantritt weiterhin im Amt. Da stellt sich die Frage: Was wird sich ändern?

Scheurecker bringt eine beeindruckende Erfahrung von über 18 Jahren in der finanziellen Unternehmenssteuerung mit. Zuvor war er Head of Group Controlling bei der Greiner AG und hat auch bei Bosch Rexroth in Österreich leitende Finanzfunktionen innegehabt. Das klingt nach einer soliden Basis für seine neue Rolle. Die CEO der Greiner AG, Saori Dubourg, die ihren Vertrag ebenfalls um eine weitere Periode verlängert hat, wird sicherlich froh sein, einen so erfahrenen CFO an ihrer Seite zu wissen.

Langfristige Vision und Kontinuität

Der Aufsichtsrat der Greiner AG hat die Ernennung von Scheurecker mit dem klaren Ziel der Kontinuität in der Unternehmensführung und einer langfristigen Weiterentwicklung getroffen. In einer Zeit, in der viele Unternehmen unter dem Druck kurzfristiger Quartalslogiken leiden, setzt Greiner auf Stabilität und nachhaltige Entscheidungen. Moser selbst sieht sich als Enterprise Leader, der Entwicklungen antizipiert und strategische Diskussionen mit CEO und COO führt. Das ist nicht nur eine Frage des Geschäfts, sondern auch eine Philosophie, die tief im Unternehmen verwurzelt ist.

Greiner, ein Familienunternehmen, das 1868 gegründet wurde und mittlerweile über 10.200 Mitarbeiter:innen an 105 Standorten in 28 Ländern beschäftigt, strebt danach, „enkelfit“ zu sein. Das bedeutet, dass Entscheidungen immer mit einem langfristigen Fokus getroffen werden, der weit über das eigene Berufsleben hinausgeht. Das ist eine ganz andere Herangehensweise als bei kapitalmarktorientierten Firmen, die oft nur den nächsten Quartalsbericht im Blick haben.

Transformation und Innovation

Die Herausforderungen, die ein CFO heutzutage meistern muss, sind immens. Während der Finanzkrise 2008 erlebte Moser, wie herkömmliche CFO-Instrumente nicht ausreichten, um mit einem plötzlichen Rückgang der Aufträge um 50-60 % umzugehen. Diese Erfahrungen haben sicherlich dazu geführt, dass er und sein Team die Finanzfunktion in der Greiner AG weiter transformiert haben. Der Fokus liegt nun auf der Standardisierung und Modernisierung von Prozessen, was notwendig ist, um die Effizienz zu steigern. Auch die Integration neuer Berufsbilder, wie etwa Data Analysts, ist Teil dieser Transformation.

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Ein weiteres großes Projekt steht in den Startlöchern: die Umstellung auf S/4HANA, die eine einheitliche Prozess- und Datenbasis schaffen soll. Man fragt sich, wie das alles unter einen Hut gebracht werden kann, vor allem, wenn die Greiner Gruppe aus etwa 119 Unternehmen besteht. Ein klassischer Rollout wäre einfach unrealistisch.

Die Entscheidungen, die Scheurecker und sein Vorgänger Moser treffen müssen, werden nicht nur die Gegenwart, sondern auch die Zukunft des Unternehmens prägen. Man könnte fast sagen, dass es um die Verantwortung für kommende Generationen geht. In diesem Sinne wird die anstehende Übergabe von Moser an Scheurecker mehr sein als ein bloßer Stabwechsel – es ist ein Schritt in eine neue Ära für die Greiner AG.

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