Heute ist der 5. Juni 2026 und in Kirchdorf an der Krems wird die Vorfreude auf eine ganz besondere Aktion spürbar. Am 12. Juni ist es nämlich soweit: Das OÖ. Rote Kreuz wird zusammen mit der Team Österreich Tafel eine österreichweite Warensammelaktion ins Leben rufen. Ein wichtiges Unterfangen, das ganz im Zeichen der Unterstützung für armutsgefährdete Menschen steht. Da kommt schon eine gewisse Aufregung auf! Immerhin kauften im vergangenen Jahr etwa 75.000 Menschen in den 23 Rotkreuz-Märkten in Oberösterreich ein. Das zeigt, wie wichtig diese Initiative ist.
Besonders beeindruckend ist das Engagement von Freiwilligen wie Friederike Öllinger, die sich seit zehn Jahren im Rotkreuz-Markt Kremsmünster für andere einsetzt. Mit 80 Jahren bringt sie nicht nur Erfahrung, sondern auch eine enorme Portion Herzblut mit. Bei der bevorstehenden Warensammelaktion werden Rotkreuz-Mitarbeitende vor rund 100 Lebensmittelgeschäften in Oberösterreich stehen und um Unterstützung bitten. Kunden werden dazu angehalten, ein zusätzliches Produkt zu kaufen und für die Rotkreuz-Märkte zu spenden. Besonders benötigt werden haltbare Lebensmittel und Produkte des täglichen Bedarfs – Öl, Nudeln, Mehl, Zucker, Konserven und Hygieneartikel sind dabei ganz oben auf der Liste.
Ein wichtiges Netzwerk
Ebenfalls aktiv ist Heidi Felbermayr, 62 Jahre alt, die ebenfalls freiwillig mit armutsgefährdeten Menschen arbeitet. Ihre Erfahrungen sind wertvoll und zeigen, wie wichtig es ist, gemeinsam zu handeln. Seit 2009 betreibt das OÖ. Rote Kreuz die Rotkreuz-Märkte, die Menschen mit geringem Einkommen vergünstigte Lebensmittel und Waren anbieten. Jährlich werden dabei rund 740 Tonnen Lebensmittel vor der Mülltonne gerettet. Ein echter Gewinn für alle Beteiligten!
Doch das Rote Kreuz ist nicht allein. Auch in Deutschland gibt es ähnliche Initiativen, die Menschen in schwierigen sozialen Lebenslagen unterstützen. Das Deutsche Rote Kreuz (DRK) verfolgt das Ziel, Menschen zu helfen, aus der Armutsspirale auszubrechen und Selbständigkeit zu erreichen. Von Kleiderkammern über Tafeln bis hin zu Projekten in der Wohnungs- und Obdachlosenhilfe – die Liste der Angebote ist lang. Auch Sucht- und Selbsthilfeangebote sowie Schuldner- und Insolvenzberatung gehören dazu. Das DRK engagiert sich auf Bundesebene für vulnerable Gruppen und analysiert Bedarfe, um passende Lösungen zu entwickeln.
Gemeinsam gegen Armut
Die Zusammenarbeit mit anderen Spitzenverbänden der freien Wohlfahrtspflege ist ein weiterer Schritt, um gesellschaftlichen Herausforderungen zu begegnen. Öffentlichkeitsarbeit zur Aufklärung über die strukturellen Bedingungen von Armut und Suchtproblematiken ist dabei von zentraler Bedeutung. Politisches Engagement für verbesserte Versorgungsstrukturen und ein effektiver Kampf gegen Armut sind essenziell, um nachhaltige Veränderungen zu bewirken.
Die Rotkreuz-Märkte in Oberösterreich sind somit nicht nur ein Ort der Versorgung, sondern auch ein Zeichen der Solidarität. Sie unterstützen Familien, Alleinerziehende und Senioren und zeigen, dass man gemeinsam stark ist. Die bevorstehende Warensammelaktion ist eine wunderbare Gelegenheit, dies zu zeigen und aktiv zu helfen. Denn letztendlich kann Armut jede und jeden treffen.