Heute ist der 26.05.2026 und wir blicken auf eine bemerkenswerte Reise zurück, die die Familie Bimminger aus Steinbach unternommen hat. Von April 2022 bis April 2023 reisten Johannes Bimminger, Michaela Hummer und ihr Sohn Leo, der damals gerade mal sechs Jahre alt war, durch den Osten – ein Abenteuer, das sie durch neun Länder führte. Die Route erstreckte sich über den Balkan, die Türkei, den Iran, den Irak und die Arabische Halbinsel. Ein aufregender Trip, der mit einem Toyota Landcruiser Pick-up und einer selbstgebauten Wohnkabine mit gerade einmal 4,5 Quadratmetern Wohnfläche realisiert wurde.
Fast immer im Auto übernachtend, verbrachte die Familie nur 28 Nächte in Unterkünften. Das klingt vielleicht etwas rustikal, doch sie fanden ihren Rhythmus schnell. Kochen und Duschen im Freien wurde zur Normalität, und die Natur wurde zum ständigen Begleiter. Das Besondere? In den muslimisch geprägten Ländern erfuhren sie eine außergewöhnliche Gastfreundschaft. Spontane Einladungen von Fremden, gemeinsame Essen und Übernachtungsmöglichkeiten machten ihre Reise zu einem unvergesslichen Erlebnis.
Ein Gefühl von Sicherheit und Lebensfreude
„Wir haben uns am sichersten gefühlt, wo viele Angst haben“, so Bimminger. Diese Aussage mag überraschen, doch die Familie fühlte sich trotz der angespannten politischen Situationen in Ländern wie dem Iran wohl. Sie erlebten einen Widerspruch zwischen Lebensfreude und der politischen Realität – etwas, das oft in den Medien nicht zur Sprache kommt. Hier war es nicht nur die Kultur, die sie faszinierte, sondern auch die Menschen, die trotz schwieriger Umstände ein sicheres, gutes und friedliches Leben anstrebten.
Die Entscheidung, diese Reise zu unternehmen, fiel nicht einfach. Doch die Familie hatte sich gut vorbereitet, informierte sich über verschiedene Quellen, darunter auch westliche Medien, und stellte häufig fest, dass deren Darstellungen nicht immer der Realität entsprachen. Zweifel? Fehlanzeige! Ihre Entschlossenheit, respektvoll und flexibel mit den bereisten Ländern umzugehen, war der Schlüssel zu ihrem Erfolg. Nach 397 Tagen on the road fühlten sie sich enger verbunden als je zuvor – eine Erfahrung, die sie tief geprägt hat.
Ein Abenteuer für die ganze Familie
Ein weiteres spannendes Detail: Leo, der während der Reise keine schulischen Verpflichtungen hatte, konnte seine Kindheit in vollen Zügen genießen. Die Familie gab ihre Jobs auf, um diesen Traum zu verwirklichen, und kehrte später zurück, als das Abenteuer zu Ende ging. Die Rückkehr in den Alltag war sicher eine Herausforderung, nachdem sie so viel Freiheit erlebt hatten. Doch die Erinnerungen an die Reise, die Begegnungen und die erlebte Gastfreundschaft bleiben spürbar.
Das, was die Familie Bimminger mit nach Hause nahm, war mehr als nur ein Koffer voller Souvenirs. Es war die Erkenntnis, dass Menschen weltweit einen gemeinsamen Wunsch haben: Sicherheit und Frieden. Ein Vortrag über ihre Erlebnisse soll nicht nur unterhalten, sondern auch eine differenzierte Sicht auf oft einseitige Darstellungen in den Medien vermitteln. Denn gerade in einer Zeit, in der Vorurteile und Ängste oft überhandnehmen, ist es wichtig, die Menschlichkeit nicht aus den Augen zu verlieren.
In Kirchdorf an der Krems werden diese Geschichten sicherlich für Gesprächsstoff sorgen. Die Bimmingers zeigen, wie wichtig es ist, mit offenen Augen und einem offenen Herzen durch die Welt zu reisen. Wer weiß, vielleicht inspiriert ihre Geschichte auch den ein oder anderen, selbst das Abenteuer zu suchen!