Feier der Frische: 20 Jahre Hausrucköl und die Kunst der regionalen Wertschöpfung
In Aistersheim war die Luft erfüllt von frischem Rapsöl und guter Laune, als Hausrucköl Ende Juni sein 20-jähriges Bestehen feierte. Ein Tag der offenen Tür lockte zahlreiche Mitglieder, Lieferanten und Kunden in die Ölmühle. Trotz der hochsommerlichen Temperaturen war hier ordentlich was los. Die Besucher konnten sich bei kühlen Getränken in der Rapslagerhalle unterhalten und erlebten spannende Führungen durch den Produktionsablauf. Man bekam nicht nur einen Einblick in die Anlieferung der Ölsaaten, sondern durfte auch den Weg bis zum fertigen Speiseöl hautnah miterleben – das ist schon etwas Besonderes!
Die Verkostungen der hochwertigen Öle und köstlichen Kartoffellocken waren der Renner. Glaubt man den Gesichtern der Gäste, dann war das ein voller Erfolg. Hausrucköl verarbeitet jährlich rund 7.800 Tonnen heimischer Ölsaaten in den beiden Ölmühlen in Aistersheim und Vorchdorf. Das Unternehmen hat sich als Vorzeigebetrieb in der regionalen Wertschöpfung etabliert und setzt auf Nachhaltigkeit. In den nächsten drei Jahren sind zudem spannende Pläne in der Pipeline – zusätzliche Lagersilos, die Erweiterung der Übernahmehalle und die Anschaffung eines leistungsfähigen Siebreinigers stehen auf der Agenda.
Ein Blick hinter die Kulissen
Die Ölmühle in Aistersheim, die am landwirtschaftlichen Betrieb Zöbl angesiedelt ist, verarbeitet jährlich etwa 3.600 Tonnen Raps und 1.800 Tonnen Sojabohnen. Davon sind immerhin 700 Tonnen in Bio-Qualität. Die Infrastruktur kann sich sehen lassen: eine moderne Getreideübernahme mit Reinigung und Trocknung, vier Außensilos mit einer Lagerkapazität von insgesamt 2.200 Tonnen und eine Rapslagerhalle, die nochmals für weitere 2.200 Tonnen Platz bietet. Bei der Rapsübernahme kann man sich sogar auf eine Kapazität von bis zu 50 Tonnen pro Stunde freuen – da kommt ordentlich Bewegung rein!
Die Ölmühle in Vorchdorf, wo ebenfalls Raps verarbeitet wird, hat sich seit dem 1. August 2021 dem operativen Geschäft der ehemaligen Gmundner Pflanzenöl angeschlossen. Dieser Zusammenschluss bringt Synergien im Absatz von Öl und Presskuchen und reduziert Verwaltungs- sowie Zertifizierungskosten. Es geht darum, die regionale Landwirtschaft zu stärken und mehr Wertschöpfung in der Region zu schaffen. Ein schönes Ziel, das sich nicht nur gut anhört, sondern auch tatsächlich etwas bewirken kann.
Regionalität, die zählt
Der Trend zur regionalen Verankerung von Lebensmittelproduktion ist unübersehbar – das hat auch Hausrucköl erkannt. Die Herkunft der Lebensmittel spielt eine immer größere Rolle, vor allem wenn es um die Umweltauswirkungen und die Beteiligung regionaler Akteure geht. FiBL Österreich sagt dazu, dass regional verankerte Wertschöpfungsketten Vertrauen bei Konsumenten schaffen. Das ist besonders spannend, denn solche Strukturen sind weniger stark von globalen Krisen betroffen.
Mit dem Einstieg in die zertifizierte gentechnikfreie Produktion im Jahr 2015 hat Hausrucköl zudem ein wichtiges Zeichen gesetzt. Anbau, Transport, Lagerung und Verarbeitung erfolgen nach strengen Richtlinien des Codex für gentechnikfreie Lebensmittel. Und die Kontrolle? Die übernimmt die Prüfstelle agroVet – ein weiterer Baustein für die Qualitätssicherung.
Die Auszeichnung als „AMA Genussregion Manufaktur“ im Jahr 2021 unterstreicht das Engagement für Qualität und Nachhaltigkeit. Hier in der Region wird nicht nur Öl produziert, sondern auch ein Stück Lebensqualität geschaffen. Es bleibt spannend zu beobachten, wie sich Hausrucköl und die regionale Landwirtschaft weiter entwickeln werden.
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