In Oberösterreich wird der Stellenwert des Ehrenamts im Sport einmal mehr deutlich: Über 200.000 Menschen engagieren sich hier ehrenamtlich in verschiedenen Sportvereinen. Ein eindrucksvoller Wert, der zeigt, wie viele Hände zum Wohl der Gemeinschaft anpacken. Laut einer Studie, in Auftrag gegeben von Wirtschafts- und Sportlandesrat Markus Achleitner, entfällt auf jede bezahlte Person im Sport ein beeindruckendes Verhältnis von 305 Ehrenamtlichen. Diese engagierten Personen stellen somit das Rückgrat vieler Sportvereine dar und tragen erheblich zur sozialen und wirtschaftlichen Stabilität bei. Die Bruttowertschöpfung, die sie jährlich erbringen, wird auf stolze 241 Millionen Euro geschätzt, wie Kurier berichtet.
Wie wichtig das Ehrenamt ist, zeigt sich auch in der aktuellen Lage: Ohne diesen unermüdlichen Einsatz müssten die Vereine ihre Einnahmen um das 3,4-fache steigern, um die gleiche Leistung wie jetzt finanzieren zu können. Diese Tatsache verdeutlicht, dass das Ehrenamt nicht nur sozial, sondern auch ökonomisch von immenser Bedeutung ist.
Gesellschaftliche Herausforderungen und persönliche Geschichten
Die Pandemie hat den Sportvereinen in Oberösterreich ordentlich zugesetzt. Eine aktuelle Umfrage unter 700 Befragten offenbart die größten Herausforderungen: Personalengpässe, finanzielle Unsicherheiten und der hohe Zeitaufwand für die Ehrenamtlichen machen den Vereinsbetrieb nicht einfacher. Gerade in dieser Sicht ist es umso wichtiger, die Geschichten der Engagierten zu erzählen. Beispielsweise der Nachwuchstrainer und sportliche Leiter des ASKÖ SC Kirchberg-Thening, Manfred Isak, der seit 1994 aktiv ist und derzeit am Bau einer neuen Tribüne arbeitet.
Seine Kollegin, Alexandra Baco-Sampt, ist nicht nur Eiskunstlauftrainerin, sondern auch Schriftführerin beim USC Traun. Sie betont in ihren Kursen die Bedeutung des Teams und investiert viel Zeit in die Organisation und Vorbereitung. Auch Alexander Rimser, der Vereinsobmann beim ASKÖ Judo Linz, hat eine beeindruckende Entwicklung vollzogen. Er hat den Verein 2016 vor der Auflösung gerettet und die Zahl der Nachwuchstalente von drei Kindern im Jahr 2018 auf über 80 im Jahr 2020 gesteigert. Hier wird auch deutlich, wie Sport einen Beitrag zur sozialen Integration leisten kann, wie bpb.de berichtet.
Das Gesicht des Ehrenamts
Die meisten ehrenamtlichen Sportler sind zwischen 40 und 50 Jahre alt, und der Frauenanteil bleibt hinter dem der Männer zurück. Es ist daher wichtig, neue Zielgruppen zu erreichen und insbesondere auch Jugendliche und Frauen für das Ehrenamt zu gewinnen. Das Ehrenamt wird oft in Lobreden seitens der Sportpolitikern gewürdigt, hält aber dennoch Herausforderungen parat. Laut sport-nachgedacht.de gibt es Probleme bei der Rekrutierung neuer Ehrenamtlicher. Diese sind häufig mit Zeitaufwand und gesellschaftlichen Erwartungen belastet, was abschreckend wirkt.
Die Integration von Familien in das Vereinsleben kann jedoch ein Schlüssel zur Stärkung des Ehrenamts sein. Vereine, die einladende, kooperative Strukturen schaffen und die Wertschätzung für ehrenamtliche Arbeit fördern, werden sich langfristig als stabiler erweisen.
Zusammenfassend lässt sich sagen: Der ehrenamtliche Einsatz ist der Kitt, der die Vereinsstrukturen in Oberösterreich zusammenhält. Mit engagierten Personen und der richtigen Unterstützung können die Herausforderungen gemeistert und das Ehrenamt zukunftsfähig gemacht werden.