In den Bezirken Eferding und Grieskirchen tut sich etwas, und das ist nicht nur ein leichtes Lüftchen. Die neuesten Daten der Bildungsdirektion zeigen einen besorgniserregenden Anstieg an Volksschülern, die nicht Deutsch als Muttersprache haben. In Grieskirchen sind es bereits satte 59 Prozent – das ist mehr als jeder zweite Schüler! Außerdem gibt es 67 Kinder, die als außerordentliche Schüler klassifiziert werden. In Gallspach schaut’s ähnlich aus: Dort sprechen 51 Prozent der Schüler nicht Deutsch zu Hause. An der Volksschule Eferding Nord haben 38 Kinder Schwierigkeiten, dem Unterricht sprachlich zu folgen. Das sind alarmierende Zahlen, die nicht nur die Schulen, sondern auch die gesamte Gesellschaft betreffen.

Wolfgang Klinger von der FPÖ lässt kein gutes Haar an der Situation und fordert verpflichtende Deutschförderklassen vor dem Regelunterricht. Verständlich, schließlich ist Sprache der Schlüssel zur Integration. Florian Hiegelsberger von der ÖVP sieht die Zahlen ebenfalls als ernst zu nehmend an und hebt die Bedeutung der Sprachförderung hervor. Auch in den Mittelschulen der Region zeigt sich das Bild: 38 Prozent der Schüler haben nicht Deutsch als Muttersprache, aber nur 1,6 Prozent sind als außerordentliche Schüler eingestuft. Thomas Antlinger von der SPÖ schlägt Alarm und fordert gezielte Lösungen sowie mehr Unterstützung für die Schulen, während er die Einsparungen bei Deutschkursen scharf kritisiert.

Wichtigkeit der Sprachförderung

Rund 40 Prozent der Schüler in Oberösterreich erreichen die Bildungsstandards im Lesen am Ende der vierten Schulstufe nicht oder nur teilweise. Das ist ein weiteres Signal, dass Handlungsbedarf besteht. Antlinger drängt auf mehr Sprachförderung, zusätzliches Unterstützungspersonal und Investitionen in die Bildung. Alois Giglleitner von den Grünen sieht die deutsche Sprache als zentralen Integrationsschlüssel und kritisiert die Kürzungen bei Förderungen und Sprachkursen. Besonders die Einsparungen bei „Mama lernt Deutsch“-Kursen sieht er als hinderlich für die Integration an.

Das Bundesministerium für Bildung unterstützt Initiativen zur sprachlichen Bildung in Österreich und Deutschland, wobei die frühe Förderung von Sprachkompetenzen als essenziell für Lern- und Teilhabechancen betrachtet wird. Sprachliche Basiskompetenzen tragen nicht nur zur Persönlichkeitsentwicklung bei, sondern öffnen auch Türen für berufliche Möglichkeiten. Viele Kinder und Jugendliche, nicht nur aus Eferding und Grieskirchen, haben Schwierigkeiten mit ihren Sprach-, Lese- und Schreibkompetenzen. Daher ist es wichtig, dass Angebote wie Lesestart-Projekte und Online-Plattformen zur Leseförderung gefördert werden, um Kinder mit Fluchterfahrung zu unterstützen.

Ein Blick auf die Zukunft

Die Initiative BiSS (Bildung durch Sprache und Schrift) zielt darauf ab, die Sprachförderung in Kitas und Schulen zu verbessern. Bisher haben über 600 Schulen und Kitas an dieser Initiative teilgenommen. Die Bedeutung von frühzeitiger und systematischer Sprachförderung kann nicht hoch genug eingeschätzt werden – gerade für Kinder aus sozial benachteiligten Familien. Schließlich besuchen über 90 Prozent der Kinder zwischen drei und sechs Jahren eine Kita oder einen Kindergarten, was bedeutet, dass hier die Weichen für die spätere Bildungserfahrung gestellt werden.

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Zusätzlich zu den Programmen gibt es auch eine Forschungsinitiative, die Diagnose- und Förderinstrumente zur sprachlichen Bildung entwickelt hat. Digitale Tools bieten neue Möglichkeiten zur individuellen Förderung. In diesem Kontext wird klar, dass die Sprachförderung nicht nur eine Frage der Bildung ist, sondern auch eine zentrale Säule der Integrationspolitik. Es ist unerlässlich, dass die vorhandenen Kompetenzen in den Herkunftssprachen der Kinder im Bildungssystem berücksichtigt werden.

In Eferding und Grieskirchen ist also allerhand los, und es bleibt zu hoffen, dass die Verantwortlichen die notwendigen Schritte einleiten, um die Sprachförderung zu verbessern. Denn eines ist sicher: Je besser die Sprachkenntnisse, desto größer die Chancen für eine erfolgreiche Integration und Teilhabe am gesellschaftlichen Leben.