Heute ist der 1.06.2026 und wir schauen hier in Braunau am Inn auf ein Thema, das uns alle angeht, aber oft unter den Tisch fällt: die Gewalt gegen Frauen. Der Leserbrief von Waltraud Maria Osho hat in der letzten Zeit hohe Wellen geschlagen. Sie spricht über die alarmierende Zunahme von Femiziden und schweren Verletzungen, die Frauen in unserer Gesellschaft erleiden. Ein Thema, das in einem Interview zwischen Thomas Kramesberger und Frauenministerin Eva Maria Holzleitner aufkam, und das uns alle zum Nachdenken anregen sollte.

Osho hebt hervor, dass Frauen, die in Not sind, oft als Bittstellerinnen behandelt werden, wenn sie Hilfe in Beratungsangeboten und Schutzzentren suchen. Diese Haltung führt zu einer erlernten Hilflosigkeit, die sie in der schlimmsten Situation, etwa einem Übergriff, nicht hilfreich erweist. Im Ernstfall sind externe Hilfen nicht immer rechtzeitig zur Stelle. Die Verantwortung für den eigenen Schutz liegt also oft bei den Frauen selbst. Ein bedrückender Gedanke, oder? Osho erzählt von ihrer eigenen Erfahrung – als 21-Jährige konnte sie einen Übergriff durch ihre Judo-Kenntnisse abwehren. Solche Geschichten sind selten, aber sie zeigen, dass Selbstbewusstsein und Selbstverteidigung nicht nur schön klingende Worte sind, sondern lebensrettend sein können.

Ein Aufruf zur Selbstverteidigung

Die Autorin schlägt vor, dass Mädchen im Alter von neun bis zehn Jahren Selbstverteidigung in der Schule lernen sollten. Und das ist mehr als nur ein guter Gedanke – das könnte eine echte Wende im Umgang mit Gewalt gegen Frauen bedeuten. Selbstbewusstes Auftreten wirkt nämlich nicht nur auf die Frauen selbst positiv, sondern kann auch das Verhalten von übergriffigen Männern beeinflussen. Wenn Frauen wissen, wie sie sich wehren können, könnte das die Gewaltbereitschaft reduzieren – ein Gedanke, der Mut macht!

Doch wie sieht die Realität aus? Laut Bundeskriminalamt (BKA) wurden im Jahr 2024 in Deutschland 132 Frauen durch ihren (Ex-)Partner getötet. Das ist eine erschreckende Zahl und zeigt, dass Femizide ein strukturelles und gesamtgesellschaftliches Problem sind. Hier spielen nicht nur die Täter eine Rolle, sondern auch gesellschaftliche Strukturen und hierarchische Geschlechterverhältnisse, die oft nicht hinterfragt werden. Gewalt gegen Frauen, sei es psychisch, körperlich oder wirtschaftlich, muss endlich ernsthaft thematisiert werden.

Politische Ignoranz und gesellschaftliche Verantwortung

Die politische Ignoranz gegenüber dem Thema Selbstverteidigung für Mädchen und Frauen ist kaum zu fassen, wenn man bedenkt, wie viele Frauen Gewalt erfahren. Fast 188.000 Frauen haben laut BKA häusliche Gewalt erlebt, und rund 54.000 wurden Opfer sexualisierter Gewalt. Die Zahlen sind alarmierend und der Handlungsbedarf ist dringend. Es ist an der Zeit, dass wir nicht nur über die Probleme reden, sondern auch die Lösungen angehen: eine Kombination aus Beratungsangeboten und Selbstverteidigung könnte Frauen helfen, sich sicherer zu fühlen und besser auf Gefahrensituationen reagieren zu können.

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Im Endeffekt geht es darum, ein Bewusstsein für die Notwendigkeit von Selbstschutz zu schaffen. Die Diskussion über Femizide und Gewalt gegen Frauen muss in den Schulen, in den Medien und in der Politik geführt werden. Wir alle sind gefragt, hier einen Beitrag zu leisten. Jeder Schritt zählt, um das Bewusstsein zu schärfen und Frauen einen Raum zu geben, in dem sie sich sicher fühlen können.