Im Krankenhaus St. Josef in Braunau am Inn hat sich in den letzten Wochen so einiges getan. Die sterile, oft triste Atmosphäre wurde mit einem bunten Wanddesign aufgemischt, das jetzt die Kinderstation, Kinderambulanz und Entbindungsstation ziert. Rund 200 fröhliche Tiermotive – von quirligen Mäusen über zuckersüße Hasen bis hin zu summenden Bienen – erstrahlen an den Wänden. Die Grafik-Designerin Petra Gorholt, die mit ihrem kreativen Talent bereits zahlreiche Krankenhäuser gestaltet hat, hat hier in Braunau ihr erstes Projekt in Österreich umgesetzt. Innerhalb von nur zwei Wochen wurde die neue Wandgestaltung realisiert, und das Feedback von Kindern, Eltern und Mitarbeitenden ist überwältigend positiv!
Primaria Margot Scheel-Deja hebt hervor, dass diese farbenfrohen Bilder nicht nur schön anzusehen sind, sondern auch einen wichtigen Beitrag zum Wohlbefinden der kleinen Patientinnen und Patienten leisten. Die liebevollen Tierchen sollen Ablenkung bieten und spielerische Entdeckungen ermöglichen – ganz nach dem Motto: Ein Lächeln kann die Genesung fördern. Es ist einfach herzergreifend zu sehen, wie die Wandgestaltung den Aufenthalt für die jungen Patienten angenehmer machen kann.
Ein Vorbild für weitere Projekte
Die Arbeit von Gorholt hat auch in anderen Bereichen der Kindermedizin Wellen geschlagen. So hat der Förderverein Pädiatrie des Christlichen Klinikums Soest e.V. ebenfalls auf ihre Expertise gesetzt und neue Räumlichkeiten der Kinderorthopädie farbenfroh gestaltet. Hier soll, ähnlich wie in Braunau, das Hospitalisieren für Kinder und Jugendliche zu einem angenehmeren Erlebnis werden. Tim Neumann, der Vorsitzende des Fördervereins, betont die Bedeutung von warmen, einladenden Räumen, die Vertrauen schaffen und Ängste abbauen. Das Engagement, das hinter solchen Projekten steht, zeigt, dass es nicht nur um medizinische Versorgung geht, sondern auch um das ganzheitliche Wohlbefinden der kleinen Patienten.
Ein Krankenhausaufenthalt kann für Kinder eine echte Herausforderung sein, oft begleitet von Angst und Unbehagen. Studien belegen, dass eine kindgerechte Umgebung einen messbaren Einfluss auf den Heilungsprozess hat. Räume, die speziell auf die Bedürfnisse von Kindern zugeschnitten sind, schaffen nicht nur eine heilende Atmosphäre, sondern fördern auch das psychische Wohlbefinden. Gestaltungsaspekte wie Farben, Materialien und die Aufteilung der Räume sind entscheidend, um ein Gefühl von Sicherheit und Geborgenheit zu vermitteln. Die EACH-Charta fordert eine Umgebung, die den Bedürfnissen von Kindern im Krankenhaus gerecht wird und damit die Resilienz dieser jungen Menschen stärkt.
Ein gut geplanter Bereich für unsere Kleinsten sollte verschiedene Altersgruppen berücksichtigen und ausreichend Raum für Bewegung, kreative Betätigung und Rückzug bieten. Und das alles bei strengen Hygienestandards – schließlich muss alles leicht zu reinigen sein. Eine wahre Herausforderung, die mit einem interdisziplinären Team aus Erziehern, Therapeuten und Psychologen gemeistert wird.
In Braunau und darüber hinaus zeigt sich, wie wichtig es ist, die Gestaltung von Kliniken neu zu denken. Die bunten Wandmalereien sind nicht nur ein schöner Anblick, sie sind ein Schritt in Richtung einer kinderfreundlicheren Gesundheitsversorgung, die die kleinen Patientinnen und Patienten in den Mittelpunkt stellt. Man könnte fast sagen, dass hier die Kunst eine wichtige Rolle im Heilungsprozess spielt – und das ist doch ein Grund zur Freude!