Heute, am 7. Mai 2026, blicken wir auf ein bedeutendes Datum in der Geschichte von Simbach am Inn. Am 1. Juni jährt sich das Hochwasser, das die Stadt vor zehn Jahren in eine Katastrophe stürzte. Die Wunden sind noch nicht verheilt – die Schäden sind bis heute sichtbar, und die Erinnerungen an die Opfer sind unvergessen. Um dieser Tragödie zu gedenken, hat die Stadt einige besondere Veranstaltungen geplant, die nicht nur an die Ereignisse erinnern, sondern auch den Gemeinschaftsgeist würdigen.
Am 31. Mai 2026 wird in der Stadtpfarrkirche St. Marien ein Gedenkkonzert mit dem „Requiem von Wolfgang Amadeus Mozart“ stattfinden. Der Eintritt ist frei, und es wird sicherlich ein ergreifendes Erlebnis, das die Herzen der Zuhörer berührt. Nur einen Tag später, am 1. Juni, lädt die Kirche um 19 Uhr zu einem Gedenkgottesdienst ein. Auch hier kann jeder teilnehmen, um gemeinsam zu trauern und zu erinnern.
Eine Ausstellung der besonderen Art
Am 29. Mai 2026 wird im Simbacher Heimatmuseum eine Sonderausstellung mit dem Titel „Simbach erinnert sich – Simbach blickt nach vorne“ eröffnet. Diese Ausstellung, die in Zusammenarbeit mit dem Wasserwirtschaftsamt Deggendorf gestaltet wurde, hat mehrere Ziele: Sie erinnert an die dramatischen Ereignisse, würdigt die Gemeinschaftsleistungen beim Wiederaufbau und informiert über den Fortschritt des Hochwasserschutzes. Die Eröffnung findet um 19 Uhr statt, und die Ausstellung wird bis zum 2. August 2026 zu sehen sein. Ein Besuch lohnt sich auf jeden Fall. Die Öffnungszeiten sind dienstags und sonntags von 15 bis 18 Uhr. Weitere Informationen kann man auf der Website des Heimatmuseums nachlesen: simbach-heimatmuseum.de.
Hinter diesen Veranstaltungen steht nicht nur der Wunsch, den Opfern zu gedenken, sondern auch eine wichtige Botschaft: Die Erinnerung an die Katastrophe soll uns nicht nur zurückblicken lassen, sondern auch nach vorn. Hochwasser sind, wie wir wissen, ein ernstes Thema. Weltweit sind sie die häufigsten Naturkatastrophen. Seit dem Jahr 2000 verursachten sie fast 37 Prozent aller Naturkatastrophen. Der Klimawandel trägt dazu bei, dass solche Ereignisse häufiger auftreten. Eine wärmere Atmosphäre kann mehr Wasser speichern, was zu heftigen Regenfällen führt.
Ein Blick auf die Zukunft
In Deutschland sind etwa 7,6 Prozent aller Adressen einem statistischen Hochwasserrisiko ausgesetzt, insbesondere in Gebieten wie am Rhein. Die Zerstörung natürlicher Überschwemmungsgebiete und die Begradigung von Flüssen erhöhen die Wahrscheinlichkeit von Hochwasser. Auch hier in Österreich, besonders in den Grenzregionen, sind die Menschen immer wieder mit der Bedrohung konfrontiert. Die Hochwasserkatastrophe von 2021 hat dies deutlich gemacht. Mit Niederschlagsmengen von über 240 Litern pro Quadratmeter in nur wenigen Tagen wurde die Infrastruktur an den Rand des Möglichen gebracht.
Aufbauprogramme und Investitionen in den Hochwasserschutz sind unerlässlich. Trotz bürokratischer Hürden muss der Wiederaufbau in gefährdeten Zonen weitergehen, denn die Gesellschaft braucht Wohnraum und Infrastruktur, auch wenn das Hochwasserrisiko besteht. Die Frage nach der langfristigen Sicherheit und Klimaanpassung bleibt ein zentrales Thema für Politiker und Bürger. Um zukünftige Schäden zu minimieren, ist der Ausbau des Hochwasserschutzes und die Berücksichtigung natürlicher Rückhalteräume unerlässlich.
Die bevorstehenden Veranstaltungen in Simbach am Inn sind nicht nur ein Zeichen der Erinnerung, sondern auch ein Aufruf, aktiv zu werden – für die Sicherheit unserer Gemeinden und für eine bessere Zukunft.