In der kleinen, aber feinen Raiffeisenbank in Eferding ging es kürzlich hoch her. Künstliche Intelligenz – oder kurz KI – war das große Thema, und die Veranstaltung der WKO Eferding war bis auf den letzten Platz ausgebucht. Über 50 Unternehmerinnen und Unternehmer kamen zusammen, um sich über die neuen Möglichkeiten zu informieren, die die digitale Revolution für ihre Betriebe bereithält. Tobias Luger, der Obmann der WKO Eferding, ließ keinen Zweifel daran, dass KI konkrete Lösungen für die vielfältigen Herausforderungen in den Unternehmen bietet. Und wenn man das Interesse der Anwesenden sah, könnte man meinen, die Zukunft hat bereits Einzug gehalten.

Besonders spannend waren die Impulsvorträge, die Experten zu Arbeitsprozessvereinfachungen durch KI hielten. Christian Schönhuber, Direktor der Raiffeisenbank Region Eferding, sprach begeistert von dem großen Interesse, das die Veranstaltung hervorrief. Philipp Baldauf, ein Web-Entwickler und Trainer der KI-Tour, präsentierte beeindruckende KI-Hacks und Tools, die die Effizienz in den Betrieben steigern können – hier wurde klar, dass KI nicht nur ein abstraktes Konzept ist, sondern ganz praktische Anwendung findet. In den Workshops, geleitet von den Kommunikationsberaterinnen Alessa Prochaska und Melanie Lindorfer, konnten die Teilnehmenden dann auch direkt mit ihrer Markenanalyse arbeiten. Das Handwerkzeug der Zukunft, so schien es, wurde gleich vor Ort geschmiedet.

Die Rolle von KI in der Arbeitswelt

Doch was bedeutet das alles für die Arbeitswelt? Laut einer Deloitte-Studie haben über 60 % der Mitarbeitenden in deutschen Firmen bereits Zugang zu KI-Tools. In Deutschland wird KI sogar schneller angenommen als in manch anderen Ländern – kein Wunder, dass auch hier in Österreich das Interesse an der Technologie wächst. Tägliche Nutzung von KI-Tools liegt bei 23 %, was mehr als doppelt so hoch ist wie der globale Durchschnitt. Die Vorteile sind klar: Automatisierung von Routineaufgaben, schnellere Entscheidungen dank Datenanalyse und eine bessere Kundenansprache durch personalisierte Inhalte sind nur einige der positiven Aspekte, die Unternehmen für sich nutzen können.

Da gibt es allerdings auch Herausforderungen! Rechtliche Rahmenbedingungen und ethische Fragestellungen sind nicht zu vernachlässigen. Und während viele Unternehmen die Chancen erkennen – 78 % sehen darin Potenziale –, bleibt die Angst vor der Ersetzung durch KI bestehen. Oft wird jedoch nicht alles ganz so schwarz-weiß gesehen. Tatsächlich verschieben sich viele Tätigkeiten, anstatt dass sie vollkommen wegfallen. Ein grundlegendes Verständnis digitaler Zusammenhänge wird daher immer wichtiger, und Weiterbildung wird zur Daueraufgabe für alle.

Veränderungen im Jobmarkt

Die rasante Entwicklung der KI wird sich auch auf den Arbeitsmarkt auswirken. Forscher vom Institut für Arbeitsmarkt und Berufsforschung (IAB) gehen davon aus, dass in den nächsten 15 Jahren rund 800.000 Arbeitsplätze durch KI wegfallen könnten – gleichzeitig könnten aber auch ebenso viele neue entstehen. Wer hätte gedacht, dass diese Technologie sowohl Herausforderungen als auch Chancen mit sich bringt? Das jährliche Wirtschaftswachstum könnte durch den breiten Einsatz von KI um 0,8 Prozentpunkte steigen. Eine spannende Prognose, die zeigt, dass die Zukunft vielleicht weniger düster ist, als manch einer befürchtet.

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Besonders im Bereich Unternehmensdienstleistungen wird eine Automatisierung erwartet. Hier könnte es zu einem Rückgang von etwa 120.000 Stellen kommen. Doch auch in den Bereichen IT, Erziehung, Gastgewerbe und Baugewerbe wird ein Zuwachs von etwa 110.000 Stellen prognostiziert. Es ist also wichtig, sich nicht nur auf das Negative zu konzentrieren, sondern die positiven Entwicklungen im Auge zu behalten.

Auf zur digitalen Zukunft!

Die Veröffentlichung von ChatGPT Ende 2022 hat den Einsatz von KI in Alltag und Arbeitswelt nochmals angeheizt. Komplexe Texte, realitätsnahe Bilder und selbst das Erkennen fehlerhafter Produkte in Fabriken – die Möglichkeiten scheinen unbegrenzt. Während große Unternehmen wie Amazon und Lufthansa Stellenabbau aufgrund von KI ankündigen, bleibt die Frage: Wie gestalten wir diesen Wandel? Weiterbildung und berufliche Neuorientierung sind entscheidend, um die Herausforderungen zu meistern. Wir sollten uns also immer wieder fragen: Welche Aufgaben können wir automatisieren? Welche digitalen Tools warten darauf, ausprobiert zu werden? Es bleibt spannend, und die Zeit wird zeigen, wie wir als Gesellschaft mit diesen Veränderungen umgehen.

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