In Bad Ischl brodelt es – und das nicht nur wegen der traumhaften Berglandschaft, die die Stadt umgibt. Es gibt einen heißen Streit um die Kassenarztpraxis im Stadtteil Kaltenbach, die wohl bald ihre Türen schließen könnte. Ein ganzes Heer von über 6.000 Bürgerinnen und Bürgern hat sich bereits gegen diese Entscheidung ausgesprochen. Da fragt man sich: Wie kann es dazu kommen, dass eine so wichtige Einrichtung für die Gesundheit der Bevölkerung möglicherweise aufgegeben wird?

AK-Präsident Andreas Stangl hat sich kürzlich zu Wort gemeldet und zeigt sich überrascht und unverständlich über die geplante Schließung. Er drückt den Druck auf das Gesundheitssystem in Oberösterreich aus, das ohnehin schon unter einer kassenärztlichen Unterversorgung leidet. Schiller, die Bürgermeisterin von Bad Ischl, lässt ebenfalls kein gutes Haar an dieser Entscheidung. Sie sieht die Ordination von Dr. Fischer-Bischinger als gut angenommen an und hebt hervor, dass es durchaus potenzielle Nachfolger gibt. Anscheinend bleibt das alles ungehört.

Der Runde Tisch als Hoffnungsschimmer

Am 26. Mai fand ein runder Tisch statt, an dem die Österreichische Gesundheitskasse (ÖGK), die Ärztekammer, niedergelassene Ärzte und die Primärversorgungseinheit (PVE) Bad Ischl teilnahmen. Hier wurde über die aktuelle Versorgungssituation diskutiert. Die ÖGK hat klargemacht, dass die Kassenstelle von Dr. Fischer-Bischinger nicht neu ausgeschrieben wird, was für viele ein Schlag ins Gesicht ist. Doch es gibt auch Lichtblicke: Bedenken, dass andere Ordinationen überlastet werden könnten, wurden ausgeräumt.

Ehemalige Patientinnen und Patienten von Dr. Fischer-Bischinger sollen an die PVE weiterverwiesen werden. Diese übernimmt nicht nur Urlaubs- und Krankenstandsvertretungen, sondern auch Aufgaben im hausärztlichen Notdienst. Das klingt erstmal gut – die ÖGK ist optimistisch, dass die neuen Lösungen sowohl für Patienten als auch für Ärzte Vorteile bringen könnten. Trotzdem bleibt die Frage, ob das wirklich ausreicht, um die Bedürfnisse der Bevölkerung zu decken.

Statements stehen noch aus

Es bleibt abzuwarten, welche Ergebnisse aus dem runden Tisch schließlich ans Licht kommen. Die Statements von AK-Präsident Andreas Stangl und Bürgermeisterin Ines Schiller stehen noch aus. Man darf gespannt sein, ob sie ihrer Meinung treu bleiben oder sich doch noch etwas ändern wird. Fakt ist: Die Diskussion um die Kassenarztpraxis bleibt ein heißes Eisen in Bad Ischl und könnte weitreichende Folgen für die Gesundheitsversorgung in der Region haben.

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